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David erinnert sich selber an die Haltung der Dankbarkeit Gott gegenüber, der uns beschenkt. Er scheint entdeckt zu haben, dass nur das uns wirklich gehört, wofür wir danken können, nur darauf können wir uns auch wirklich einlassen. Solange wir an irgendwelchen Dingen rummäkeln, bleiben sie uns fremd. Dann bestimmen das Defizit und der Mangel unser Verhältnis zu anderen, zu Situationen, zu uns selber, zu Gott.
Wenn ich die Kinder und Jugendlichen meiner Gruppe oder während einer Freizeit nur als Last und Stressfaktor empfinde, dann kann ich mich ihnen nur bedingt zuwenden. Wenn ich eine Sache nur als Belastung sehe, dann werde ich sie auch nur widerwillig anpacken.
Wenn ich durch die Brille der Dankbarkeit auf Menschen schaue, sehe ich in jedem Einzelnen das Ebenbild Gottes. Wenn ich für meine Gaben und Möglichkeiten dankbar werde, dann geht vieles leichter von der Hand. Wenn ich diese Welt als erlöstes Werk Gottes ansehe, dann ist Verantwortung nicht Last, sondern lustvolle Einladung, diese Schöpfung zu bebauen und zu bewahren. Dann tragen wir mit Verantwortung, sind aber nicht für alles verantwortlich. Dann ist nicht alles selbstverständlich, sondern wir entdecken die vielen großen und kleinen Liebesbeweise Gottes in unserem Alltag. Dann werden wir fähig zu unterscheiden, was wir wirklich nötig haben und worauf wir verzichten können. Ohne Dankbarkeit bekommen wir nie genug!
Dankbarkeit ist die Sprache des erlösten Herzens. Dankbarkeit lebt vom Empfangen, vom beschenkt werden und vom Weiterschenken.
Es könnte für uns Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im ejw eine interessante Erfahrung werden, wenn wir miteinander Dankbarkeit einüben.
Der Benediktinermönch David Steindl-Rast schreibt:
„Tag und Nacht wird uns mit jedem Augenblick Unzähliges geschenkt. Wir brauchen nur darauf zu achten, und Dankbarkeit wird uns beinahe überwältigen. Aber achten wir darauf? Das ist die Frage. Und an diesem Punkt setzt Askese als planmäßige Übung ein. Seit Jahren schreibe ich täglich in meinen Taschenkalender zumindest eine Sache, für die dankbar zu sein mir vorher noch nie in den Sinn gekommen ist."
(aus: Willi Lambert, Aus Liebe zur Wirklichkeit, Topos Taschenbücher)
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Alma Ulmer
Landesjugendreferentin
Studienleiterin Bernhäuser Forst
alma.ulmer@ejwue.de
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