30.01.2017 - Autor: Eberhard Fuhr

Eugen Reiser heimgegangen

Foto: Missionsschule Unterweissach

Der frühere Landesjugendreferent starb im Alter von 73 Jahren

Der frühere Direktor der Evangelischen Missionsschule Unterweissach und Landesjugendreferent, Eugen Reiser, ist tot. Er ist am vergangenen Freitag im Alter von 73 Jahren nach kurzer Krankheit im Frieden heimgegangen. Reiser stand der Missionsschule von 1999 bis 2008 als Direktor vor. Von 1988 bis 1999 leitete er die „Kirche unterwegs“ der Bahnauer Bruderschaft.

Nach einer Elektrikerlehre absolvierte Reiser in den 60er Jahren eine theologische Ausbildung in Unterweissach. Später arbeitete er als Jugenddiakon, Betriebsseelsorger, CVJM-Sekretär sowie von 1977 bis 1988 als Landesjugendreferent im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (EJW). Dort hat der die Jungenarbeit stark geprägt und beispielsweise bei jedem Jungenschaftstag mit neuen Spielideen überrascht. Mit großem Engagement entwickelte er die Konzeption und Ideen für das Freizeit- und Erlebniszentrum Dobelmühle bei Aulendorf. Er leitete dort zahlreiche Baueinsätze bei den sogenannten „Aufbaulagern“ und „B+B-Wochenenden“.

Eugen Reiser war einer der geistigen Väter der Bibellesehilfen „die ersten 100 Tage mit der Bibel“ und „Start in den Tag“.  11 Jahre lang hat er den „Steigbügel“, die Arbeitshilfe für die Arbeit mit Jugendlichen, verantwortet.

Jürgen Kehrberger, der Kommissarische Leiter des EJW, würdigte Reiser als schnörkellosen und immer wieder inhaltlich zuspitzenden Verkündiger, der viele Jugendliche vor allem durch seine Freizeitarbeit geprägt hat. „Seine missionarische Arbeit und seine Denkanstöße haben eingeladen, Glauben und Leben zu teilen und eine Nachfolge mit Jesus Christus zu beginnen“, teilte Kehrberger mit.

In einem Nachruf der Missionsschule heißt es, Reiser habe sich dafür eingesetzt, dass Studierende an die Hecken und Zäune gehen, um das Evangelium auch außerhalb der Kirchengrenzen zu unterschiedlichen Menschen zu bringen. Er habe alles getan, um sie zu einer Haltung zu bewegen, aus der missionarisches Handeln erwachse.

Deutschlandweit hat sich Eugen Reiser in Werken und Verbänden, insbesondere in der kirchlichen Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) und des Gnadauer Verbandes, in vielfältiger Weise eingebracht.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, den 1. Februar um 14 Uhr in der evangelischen St- Agatha-Kirche in Unterweissach statt.

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Erinnerungen an Eugen Reiser

Von 1977 bis 1988 hatte Eugen Reiser als Landesreferent die Aufgabe der Jungenschaftsarbeit. Seine Leidenschaft war, Jungen auf dem Weg zum Mann sein zu begleiten und ihnen Orientierung aus dem Evangelium zu geben. Anders als einer seiner Vorgänger, Adolph Luckan, hat er nie das grüne Fahrtenhemd und die Kniebundhose getragen. Nein, das kam für ihn nicht in Frage.

Aus ganzem Herzen war Eugen Evangelist. Max Fischer hatte ihn während der Ausbildung in Unterweissach geprägt. Eugen scheute sich nicht, ebenso Menschen zu prägen. Und er scheute keinen Einsatz, Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus zu rufen. Viel Mühe verwandte er auf eine ansprechende und einladende Verkündigung. Ich behalte ihn als wortgewaltigen Verkündiger und Meister des geschriebenen Wortes in Erinnerung. Sitzungen waren ihm „Spitzgras“.

Er suchte immer neue Wege, das Reich Gottes unter jungen Menschen auszubreiten. So war er regelmäßig zu evangelistischen Jugendabenden und Jugendwochen unterwegs und initiierte mit anderen die Jugendbibellese „Start in den Tag“. Die jährlichen Jungenschaftstage waren echte Highlights, geprägt durch Jungen gemäße Spiele und eine kernige Verkündigung. Als Schriftleiter des „Steigbügels“ legte er praxisorientierte Hilfen für die regelmäßige Gruppenarbeit vor. Auch besorgte er 1986 eine zeitgemäße Neuausgabe des „FahrtenLiederbuch“. Um sich versammelte er eine treue Truppe engagierter ehrenamtlicher Mitarbeiter. Um Ideen war Eugen Reiser nie verlegen. So war er auch Impuls- und Ideengeber für das missionarische Verteilblatt des ejw und den landesweiten Jugendtag.

Ganz entscheidend bleibt sein Name mit der Dobelmühle verbunden. Zusammen mit Rosemarie Pfister, Oskar Beuttler, Gerhard Elser, Lothar Graner, Fritz Gaiser, Albrecht Hartmann und vielen Ehrenamtlichen baute er die Dobelmühle zu einem jugendgemäßen Freizeitzentrum des Jugendwerkes aus. Jugendliche sollten an diesem einzigartigen Ort, die schönsten Tage eines Jahres verbringen können. Viele Wochen verbrachte Eugen bei Arbeitseinsätzen, Lagern und Freizeiten auf der Dobelmühle, meist von seiner Frau Ingrid und seinen Kindern begleitet und unterstützt. Wahrscheinlich fand sein 200 D den Weg von den Fildern ins Oberland alleine. Dass das EJW die Dobelmühle aufgeben musste, schmerzte ihn wie viele andere sehr.

Eugen hat sich nicht geschont. Sein gesundheitlicher Zustand hätte nahe gelegt, es zu tun. Aber darauf nahm er keine Rücksicht. Raucherpausen waren seine regelmäßigsten Pausen. Bequem war er nicht. Eigenwillig war er, aber immer verlässlich, ein „Ackergaul“ des Reiches Gottes, einer, der Spuren, ja Segensspuren hinterlässt. Eugen war mit seinen Gaben und seinem Wirken ein Geschenk unsres Herrn.

Harald Klingler

Ich bin dabei

Ich bin dabei

Rolf Lehmann

Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

"Alles Geld der Welt nützt nichts, wenn es nicht Menschen gibt, die mit diesem Geld verantwortlich umgehen und sich ihren Mitmenschen, der Gesellschaft und der Schöpfung liebevoll und barmherzig als Menschen zuwenden."

Jetzt unterstützen!
Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: