Statistik

Statistik 2010

Vor einem Jahr hat jeder Posaunenchor den Statistik-Fragebogen 2010 bekommen. Die allermeisten Posaunenchöre - 92% - haben sich zurückgemeldet - danke!
Die angegebenen Vergleichszahlen (in Klammer) beziehen sich auf unsere letzte Statistik aus dem Jahr 2004.
Im Moment gehören 699 Chöre zur Posaunenarbeit im ejw. Das ist ein Rückgang von rund 5%, in den meisten Fällen die Folge des Zusammenschlusses von  Chören.

Die Bläserzahlen haben sich um 3% auf rund 18.350 Bläserinnen und Bläser verringert.

Der Anteil der Bläserinnen (incl. Jungbläserinnen) ist auf 28 % gestiegen - das ist ein Plus von 3%.

Bläserzahl pro Chor: 7% der Chöre haben weniger als 10 Bläserinnen und Bläser (8%), 3% haben über 50 Bläserinnen und Bläser (2%). Die kleinen Chöre finden sich eher im ländlichen Gebiet, große Chöre eher in Kleinstädten oder großen Dörfern mit einer langen Posaunenchortradition.

Die Altersentwicklung gibt uns zu denken. Wir haben einen erfreulichen Anstieg der Bläserzahlen bei den unter 13-jährigen, aber einen relativ großen Einbruch zwischen 14 und 24 Jahren. Dies hängt sowohl mit schulischer Belastung, Ausbildung und Berufswahl zusammen, aber auch mit den wechselnden Interessen der Jugendlichen. Nun war das schon immer so: die ersten Jahre im Posaunenchor sind die Schwersten. Wer die übersteht, bleibt oft lange dabei. Was hat sich geändert? Was setzen wir dagegen? Die
Integration von jungen Bläsern in den Posaunenchor ist jedenfalls ein Thema, dem wir mehr Aufmerksamkeit schenken müssen.

Über die Entwicklung in den nachfolgenden Altersspannen können wir nichts sagen - wir haben in früheren Umfragen altersmäßig über 27 Jahren nicht mehr unterschieden.

Bei den Jungbläsern ist der Anteil an der Gesamtbläserzahl von 19% auf 17% leicht gesunken. Allerdings verdoppelte sich der Anteil der erwachsenen Jungbläser von 6% auf 12 %! Liegt hierin ein Schlüssel um die Zukunft der Chöre zu sichern?
Erwachsene als Jungbläser zu gewinnen dürfte gerade bei kleineren und überalterten Chören die vielversprechendste Überlebens-Strategie sein um einen gut durchmischten Altersaufbau im Chor zurück zu bekommen (wenn der Altersunterschied zwischen Jung und Alt zu groß wird, ist erfahrungsgemäß die Integration junger Bläser auf längere Sicht erschwert).

Bei den Jungbläserzahlen (das zeigt der Rückblick auf die letzten Jahrzehnte) gibt es in den einzelnen Bezirken seit Jahrzehnten beständige Schwankungen. In der aktuellen Statistik wird aber deutlich, dass traditionell starke Bezirke gravierende Einbrüche verzeichnen. Dem gegenüber haben einige bisher nicht so „starke" Bezirke ihre Zahlen enorm steigern können. Da keine landesweiten Einbrüche festzustellen sind, muss es andere Gründe geben - einige Bezirke sind deutlich gefordert (die Bezirksposaunenwarte wissen Bescheid).

Sorge bereitet der Umstand, dass 27% (23%) der Chöre gar keine Jungbläser haben. Dabei sind es nicht nur kleinere Chöre, sondern durchaus auch größere Chöre, die aktuell keinen Nachwuchs ausbilden.
80% der Chöre bilden ihre Jungbläser selber aus. In 23% der Chöre gibt es Jungbläser, die an Musikschulen, in Bläserklassen oder im Privatunterricht ausgebildet werden. Einige
Chöre fahren also zweigleisig. Das ideale Modell: Ausbildung in der Jungbläsergruppe und parallel dazu Einzelunterricht ist aber noch wenig verbreitet.

Chorleiter: in den nächsten Jahren wird sich die Chorleiters-Not noch weiter verschärfen. Der Anteil der Chorleiter über 60 Jahren liegt bei 16% - 110 Chöre sind davon betroffen. Wir beobachten bei unseren Chorleiterlehrgängen, dass es derzeit wenig Anfänger gibt. Auf der anderen Seite wächst die Zahl der Chöre, die einen Chorleiter suchen. (Auf dem Marktplatz unserer Homepage sind es aktuell 7 Chöre!)

Stellvertretende Chorleiter: 28% der Chöre haben derzeit keinen stellvertretenden Chorleiter - das sind 190 Chöre! Das ist eine erschreckende Zahl - Chöre ohne Stellvertreter stehen im Ernstfall ohne musikalische Führung da. Wie soll das funktionieren?

Wir sind also alle aufgefordert nach talentierten Personen Ausschau zu halten. Es gibt sie - und es ist „normal", dass die allermeisten Bläser, die man fragt, zuerst einmal die Anfrage weit von sich weisen. Wir bieten bereits einige „sanfte" Einstiegsformen für Chorleitungs-Hoffnungsträger an, angefangen bei Dirigier-Übungen auf Bezirksproben und Bläserlehrgängen bis hin zu unseren Chorleitungs-Schnupperangeboten.
Viele Chöre hoffen in der Chorleitungsfrage auf einen chorübergreifender „Transfer" („Wir haben einen Nachwuchschorleiter ohne Amt in unserem Chor - er würde gerne bei euch aktiv werden!") Leider klappt so etwas ganz selten. Nein, jeder Chor muss selbst rechtzeitig Sorge tragen.

Bezahlte Chorleiter? Erstmals haben wir abgefragt, ob der Chorleiter bezahlt wird (nicht Aufwandsentschädigung, sondern Bezahlung). Laut Rückmeldung ist dies in knapp 10% der Chöre der Fall. Nun haben wir grundsätzlich nichts gegen bezahlte Chorleiter.
Allerdings wissen wir alle, dass die Arbeit eines ehrenamtlichen Chorleiters „unbezahlbar" ist - mit diesem Amt ist eben deutlich mehr verbunden als nur die musikalische Arbeit. Bei bezahlten Chorleitern ist die Gefahr immer gegeben, dass er/sie sich als „Dirigent" versteht, der nur für die Musik zuständig ist und so andere wichtige Bereiche brach liegen.

Ebenfalls erstmals haben wir auch die Anzahl der verschiedenen Einsätze abgefragt.
Im Schnitt hat jeder Chor 12 Gottesdienste im Jahr 2009 musikalisch begleitet. Zusätzlich hat jeder Chor im Schnitt 30 Einsätze im kirchlichen und diakonischen Bereich gespielt. Hinzu kommen noch die sonstigen Einsätze außerhalb der Kirchengemeinde.
Dies sind hohe Durchschnittszahlen - wir danken euch für eure Dienstbereitschaft!

 

 

Zum Schluss noch die Probentage-Rangliste: Do - Fr - Di - Mo - Mi - Sa.

Unser Fazit: unsere Posaunenarbeit steht zahlenmäßig (immer noch) sehr gut da - in anderen Arbeitszweigen der Landeskirche gibt es wesentlich größere Probleme. Der demografische Wandel kann aber auch bei uns bald deutlicher zu spüren sein. Und so werden wir mehr noch mehr Aufmerksamkeit auf die Ausbildung und die Qualität der Integration von Bläsern in den Chor legen müssen. Eine wichtige Spur sind Erwachsene, die als Jungbläser im Posaunenchor beginnen - und natürlich die Rückgewinnung von Ex-
Bläsern.

Unsere Hauptprobleme sind aktuell:
a) die Integration von jungen Bläsern in den Posaunenchor
b) das Finden, Motivieren und Fitmachen von Multiplikatoren (Jungbläserleiter, Chorleiter,

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