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UnterUns-Blog
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, schreibt Martin Buber in seinem Buch „Ich und Du“. Das gilt nicht nur für die Begegnung mit anderen, sondern auch für die Begegnung mit mir selber. Die Einmaligkeit unseres Lebens verdient Achtsamkeit, die sich nicht automatisch einstellt.
Aufmerksam leben - Achtsamkeit einüben

 

 

 

Achtsamkeit bedarf der Wahrnehmung und des Einübens, das oft mit der Beantwortung von einfachen Fragen beginnen kann:

 

  • Wie lebe ich?
  • Womit verbringe ich meine Zeit?
  • Lebe ich in einem guten Rhythmus?
  • Bringe ich mich ständig selber unter Druck?
  • Habe ich ein Ziel?
  • Lasse ich ständig andere über mich bestimmen?
  • Nehme ich mir Zeit zum Beten?
  • Kenne ich meine Wünsche, meine Bedürfnisse, meine Grenzen?
  • Gönne ich mir Zeit zur Erholung?

Das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit hat seine Wurzeln in der Glaubenspraxis der sogenannten „Gewissenserforschung“ in der alten Kirche. Je nach Verständnis und Persönlichkeit führte diese Praxis zu einem Wühlen in den Fehlern und zur anschließenden Selbstverurteilung und Abwertung.
Aus dem Geist des Evangeliums heraus verstanden, lädt das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit uns ein, unser Leben mit seinen guten und seinen bösen Seiten vor Gott zu bedenken, ihm das Unlösbare zu überlassen und ihn zu bitten, dass er uns verwandelt und unserem Leben Hoffnung und Zuversicht schenkt.
Gott will unser Heil. Die Erlösung aus allen Bindungen ist seine Idee. Die Zukunft unseres Lebens und dieser Welt liegt bei ihm. Im Gebet der liebenden Aufmerksamkeit, für das sich der Abend anbietet, können uns folgende Fragen begleiten:

■ Gönnst du dir Unterbrechung oder bist du nur getrieben?
■ Werde ich in meinem Alltag auf Gott hin gegenwärtig oder lebe ich nur in der Vergangenheit (Angst vor dem, was sich rächen könnte) oder in der Zukunft (Sorge vor dem, was kommt)?
■ Wofür bist du dankbar? Das, wofür wir dankbar sind, gehört uns wirklich.
■ Welche Anerkennung der Wahrheit würde mich frei machen? Das heißt, wie finde ich ein Ja zu meinen Fehlern, zu meiner Schuld, um nicht ständig Schuldige zu suchen? Glaube ich dem Zuspruch der unbedingten Vergebung?
■ Lebst du vertrauend und hoffend auf die Zukunft hin, die in der Hand Gottes liegt?

Alma Ulmer
ejw-Landesjugendreferentin
Studienleiterin Bernhäuser Forst
alma.ulmer@ejwue.de

 

Aus UnterUns 2-2011 Seite 12

Webcode 352au04

 

geschrieben von rr am 11.04.2011 um 10:17 Uhr.
 


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