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Popularmusik > Forderungen
In allen Kirchenbezirken sollen regelmäßig Gottesdienste mit qualifizierter Popularmusik stattfinden.

Die bemerkenswerte Bewegung der letzten Jahre im Bereich der Jugend- und Zweitgottesdienste erfuhr aus verschiedenen Gründen kaum professionelle Unterstützung. Es ist zu erwarten, dass Gospelgottesdienste zu einer ähnlich starken Bewegung werden. Die Forderung nach „regelmäßigen Gottesdiensten mit qualifizierter Popularmusik" setzt Kompetenzen voraus und erfordert von den Beteiligten Erfahrung und Fachwissen.
Es ist ein gutes Stück Wertschätzung der Gemeinde gegenüber und unterstützt Beheimatung, wenn gottesdienstliche Musik auch mit vertrauten Stilmitteln arbeitet. Das ist nicht etwa eine „banale Anpassung an den Musikgeschmack" - vor der z.B. in einer öffentlichen Erklärung eines Kirchenmusik-Kongresses4 gewarnt wird - sondern vielmehr ein Ernstnehmen der modernen Gesellschaft. Es ist nicht richtig, mit Verweis auf die liturgische und gar kulturpädagogische Verantwortung der Kirche beim „Alten" stehen zu bleiben.

„Die besondere Chance der Kirchenmusik besteht aber ... darin, mit ihren unterschiedlichen Stilen und auf verschiedenen Leistungsniveaus generationen- und milieuübergreifend zu wirken. Hier kann die Kirchenmusik noch wesentlich mehr Menschen erreichen als bisher. ... Und dass in einer Region z.B. ganz unterschiedlich gefärbte Gottesdienste angeboten werden, wird sich als eine außerordentlich sinnvolle missionarische Maßnahme erweisen."5

4 Kongress der Kirchenmusik vom 22.-24. Oktober 2008 in Stuttgart: „Stuttgarter Erklärung zur Kirchenmusik"

 5 „Kirche klingt", EKD-Texte Nr. 99, 2009, S. 35

Stand Juni 2009

 

Forderung 1 Regelmäßiger Gottesdienst
Forderung 2 Hauptamtliche Stellenanteile und Bezirksbeauftragte
Forderung 3 Hauptfachstudiengang Popularmusik

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Informationen und Kontaktadressen
www.ejwue.de/mukubi

 

Webcode 150rh02-1

geschrieben von bk-rr am 25.06.2009 um 16:00 Uhr.
 


1.

Qualifizierung - seit Jahren baue ich in der württembergischen Kirche eine Band nach der anderen auf und kann oft der Nachfrage nicht erwehren, wo meine Mitmusiker und ich auftreten sollen! Doch ausser der mukibu gibt es keine Angebote, wo Musiker sich auch ohne Notenkenntnisse weiterqualifizieren können. Außerdem arbeite ich als Jugendreferent und nicht als Kirchenmusiker, daß würde ich ab und zu gerne, denn dann könnte ich eine Vergütung bekommen. Denn PA-Anlage und Instrumente (Gitarre, E-Gitarre, Bass, E-Bass) kosten auch Geld. Doch ist Geld für Orgel immer eher da als für andere Instrumente. In Freudenstadt gab es nichts, da wurde alles von der ehrenamtliche Seite alles gestellt. Das kann doch nicht sein! Ich unterstütze in diesen Bereich. Denn es kann nicht sein das hochbezahlte Kantoren keine Ahnung von der Aktuellen kirchlichen Musik haben. Es müßte viel mehr laufen in den Kirchenbezirken, außer Orgelunterricht!
Johannes Markus Drechsler am 15.07.2009 um 15:26 Uhr ( E-Mail )

2.

Bei unterschiedlichen Gestaltungsmitteln steht jeder Gottesdienst vor der Aufgabe, einen Menschen auf frohe und lebendige Weiße vor Augen zu stellen, der vor ca. 2000 Jahren gelebt hat: Jesus Christus und sein Gottesverständnis. Was durch sämtliche Bestandteile des Gottesdienstes geschehen soll. Daher macht es nur Sinn, diese Bestandteile so zu wählen, dass in ihnen ein stilvoller Anknüpfungspunkt liegt und nicht eine Art "Verfremdungseffekt" (Stichwort "Beheimatung"). Unbeschadet des bleibenden Wertes der überkommenen instrumentalen und vokalen Kirchenmusik, die ich schätze, liebe (aber diese "Beheimatung" ist durch eine religiös-kulturelle Prägung seit Kindertagen langsam gewachsen und dürfte heute Seltenheitswert haben). Ich würde in der Forderung weitergehen: in jedem Quartal in jeder Gemeinde ein Gottesdienst mit - qualifizierter - Popularmusik!
Christian Keinath am 27.07.2009 um 09:37 Uhr ( E-Mail | Homepage )

3.

Der Forderung kann ich mich uneingeschränkt anschließen. Ich selbst habe ca. 10 Jahre Popularmusik in der Jakobuskirche in Tübingen gemacht. Mir fehlt allerdings in den Forderungen das Element der geistlichen Ausrichtung der Musik. Unabhängig vom Musikstil muss Musik in Gottesdiensten primär dienen - zur Ausrichtung auf Gott - zum Lob Gottes - zur Führung der Gemeinde in die Gegenwart Gottes - zur gegenseitigen Ermutigung in der Gemeinde. Wenn diese Punkte nicht im Zentrum unseres Bemühens stehen, dann werden wir zwar vielleicht "nette" Gottesdienste feiern mit toller Musik, aber wir werden nicht Licht für die Welt sein und nicht unseren Auftrag als Musiker im Auftrag des Herrn erfüllen. Wir sollten junge Menschen an ihren Instrumenten schulen und im Zusammenspiel als Band - und ihnen gleichzeitig beibringen, was das ganze soll. Es mangelt uns in allen Gemeinden in beiden Bereichen!
Kalle Bender am 03.08.2009 um 18:31 Uhr ( E-Mail )

4.

Als Bezirksposaunenwart des Ev. Kirchenbezirks Brackenheim, Posaunenchorleiter Dürrenzimmern und Kirchenchorleiter der seit 2008 zusammengeschlossenen Kirchenchöre Dürrenzimmern und Nordhausen, kann ich nur die 3 Forderungen dick unterstreichen.
Es ist allseits bekannt, dass die Kirchenchöre an Überalterung leiden und ein Chor nach dem Anderen aufhören muss. Gründe für dieses Chorsterben sind vor allem das teilweise noch recht einseitig traditionelle gesungene Liedgut (das durchaus seine Berechtigung hat) und vor allem nicht in Popularmusik ausgebildete ChorleiterInnen.
Weshalb die Verantwortlichen der Ev. Kirchenmusik in Württemberg nicht schon längst von der Vielseitigkeit der heutigen Posaunenchor - Literatur gelernt und schon seit Jahren eine Tür in Richtung Popularmusik aufgestoßen haben, ist nicht nachvollziehbar und unverantwortlich.

Vor etlichen Wochen wurde in unserem Kirchenbezirk ein Chortag für Popularmusik unter Leitung von Hans-Martin Sauter durchgeführt. Verantwortlich hierfür war der Kirchenmusik-Ausschuss, dem ich ebenfalls angehöre. Eingeladen wurden vor allem Kirchenchöre, Jugendchöre und alle, die Freude am Singen haben. Die 130 Teilnehmer (14 - 80 Jahre alt) waren durchweg total begeistert und schwärmen geradezu von dieser Musik. Selbst meine älteren Sängerinnen und Sänger (die 80 - Jährige gehört dazu) möchten mehr diese Literatur singen.
Was für Kirchenchöre benötigt wird, sind Keyboarder, Chorleiter mit entsprechender Erfahrung und Freude an dieser Musik und die den Organisten ebenbürtige auch finanzielle Unterstützung solcher MitarbeterInnen. Die Zeit ist überreif!!!

Hermann Frank 65 Jahre Nordheim

Hermann Frank am 04.08.2009 um 11:34 Uhr ( E-Mail )

5.

Den 3 Forderungen kann ich auch voll und ganz zustimmen. Ich bin 16 Jahre alt und singe hier bei uns im Ort mit 2 anderen jungen Mädels im Kirchenchor mit. Dadurch ist das Durchschnittsalter auf ca. 60 Jahre gesunken. Das kann doch nicht normal sein, oder? Wie kann eine Kirche, die immer mehr an Bedeutung verliert, es zulassen, dass nur für ältere Leute ansprechendes Programm geboten wird? Die jüngeren sind es doch, die bis in 30 Jahren noch da sind - und dann? Ganz sicher wären die Gottesdienste mit qualifizierter Popularmusik sehr gut besucht. Das heißt doch nicht, dass die "normalen" Gottesdienst nicht mehr stattfinden müssen. Aber es ist doch so -in der Kirche sind auch vorwiegend ältere Menschen. Oft ist es total langweilig.

Zum Hauptfachstudiengang: Voll toll! Ich kenne einige Leute, die gerne Musik studieren würden, denen aber die ganzen Klassischen, alten Bereiche nich so gefallen. Ich selbst könnte mir durchaus auch vorstellen, Popularmusik als Hauptfach zu studieren.

Noch etwas: es gibt so viele Bands. Viele Jugendliche spielen Instrumente - aber nicht unbedingt Orgel! Viele dieser Leute glauben an Gott... wenn das jetzt mehr gefördert wäre, glauben Sie nicht auch, dass sich so viel mehr Leute vom Glauben begeistern lassen würden? Der Musikgeschmack hat sich geändert.

Heike Röhm am 21.09.2009 um 17:34 Uhr ( E-Mail )

6.

Ich kann die 3 Forderungen nur voll und ganz unterstützen. Seit 40 Jahren gestalte ich in der Ev. Landeskirche Gottesdienste mit. Dass das Liedgut unseres Jugendgottesdienstes damals nicht im „Normalen Gottesdienst“ Platz fand, konnte ich verstehen. Als wir vor ein paar Jahren mit unseren Kindern vergleichbare Diskussionen zum Liedgut führten, wurde mir klar, wie wenig sich in den Gottesdiensten getan hat und dass ich mit Ende 40 wohl am besten in den Jugendgottesdienst gehen muss, um auch mal „meine“ Lieder zu singen. Mir wurde bewusst, wie leidensbereit ich doch die Jahre war. Aber ich merke auch, dass ich es nicht mehr bin. Popularmusik sollte eigentlich schon seit Jahren ihren Platz in unseren Gottesdiensten haben und zwar nicht nur in Zweitgottesdiensten. Die Zeit ist überreif. Ich bin froh, dass in unserer Gemeinde manches möglich ist. Aber ich sehe auch, dass die Gemeinden Unterstützung brauchen. Es ist sehr sehr notwendig, dass diese Forderungen bei der Kirchenleitung Gehör findet. Evelyne Teschner-Klug, 55 Jahre
Evelyne Teschner-Klug am 08.03.2010 um 20:18 Uhr ( E-Mail )

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