der ejw-Blog

ejw-Blog

Der ejw-blog kann als RSS-Feed abonniert werden. Mehr dazu
Wir freuen uns auf Eure Kommentare. Einfach unten eintragen.

 

ejw-Blog
Manche haben es schon immer gewusst: das konnte doch wohl nur ein Strohfeuer sein. In einer Stellungnahme der Kirchenleitung konnte man vor kurzem lesen, „dass manche Mitarbeiterkreise mit der regelmäßigen Vorbereitung und Gestaltung aufwändiger Zweitgottesdienste bald überfordert sind.“
Geht Jugos die Luft aus?

Daran ist manches richtig, wer wollte es bestreiten. Nach der ersten Euphorie und den Höhenflügen des Aufbruchs kämpfen viele Teams in den Jahren danach mit den „Mühen der Ebene“. Dass aber Kirchenleitende nicht berücksichtigen, wie verschieden Rahmen und Voraussetzungen sind für sogenannte normale Gottesdienste und sogenannte Zweit- und Jugendgottesdienste, das erstaunt dann doch.

Ein kleiner Feldversuch

Wie wäre es mit einer kleinen Erprobung in der Praxis: Ein halbes Jahr lang finden die „Erstgottesdienste“ zu den Rahmenbedingungen der „Zweitgottesdienste“ statt. Das würde dann heißen: Nur in jedem zweiten oder dritten Gottesdienst predigt ein Hauptamtlicher.  Liturgie, Gebete und sonstige Teile des Gottesdienstes werden von Freiwilligen übernommen.  Der Organist bekommt nichts mehr fürs Orgelspiel überwiesen, sondern macht seinen Dienst ehrenamtlich. Er baut zudem, gerne zusammen mit anderen, zumindest Teile der Orgel auf und nach dem Gottesdienst wieder ab. Auch Mesnerdienste geschehen natürlich ehrenamtlich. Schließlich bekommt in unserm Elf-Uhr-Gottesdienst-Team auch niemand was, wenn er sonntags gegen halb zwei den großen Saal des Gemeindehauses fegt.

Hart aber fair
Klingt das unfair? Nein, es macht nur klar: die Erstgottesdienste würden unter den Rahmenbedingungen der Zweit- und Jugendgottesdienste wohl so gut wie nirgends stattfinden. Von gleichen Voraussetzungen sind wir noch meilenweit entfernt. Dass also manchen Mitarbeiterkreisen die Luft ausgeht ist richtig beobachtet. Die Frage ist, welche Schlüsse und Konsequenzen wir daraus ziehen. Dies als ein ehrenamtliches Strohfeuer zu diagnostizieren, verkennt die Wirklichkeit. Jugend- und Zweitgottesdienste brauchen noch weit mehr als bisher umfassende Förderung, Schulung und Unterstützung. Für das „Jahr des Gottesdienstes“, das für 2012 angesagt ist, braucht es dazu eine faire Diskussion auf Augenhöhe.

Reinhold Krebs

Zwischenruf aus UnterUns 1-2010, Seite
www.ejwue.de/unteruns

Mehr zu Junge Gemeinden
www.ejwue.de/junge-gemeinden

Die neue Internetplattform für Jugendgottesdienste: www.jugonet.de

Webcode 260rk04

 

geschrieben am 11.12.2009 um 15:12 Uhr.
 


1.

Gut gebrüllt, Löwe!
Ich wünschte mir eigentlich, dass die sog. "Zweitgottesdienste" zu "Erstgottesdiensten" würden. Ob die Begriffe überhaupt sinnvoll sind, sei mal dahingestellt. Es sollte für uns eigentlich selbstverständlich sein, Gottesdienste in unterschiedlichen Formen zu feiern. Die ständigen verkappten Verteidigungsversuche der Traditionalisten sind doch nur Rückzugsgefechte...
Martin Strienz am 22.01.2010 um 17:28 Uhr ( E-Mail | Homepage )

2.

Gottesdienste haben oft kein Leben mehr, oft fühle ich mich nicht angeprochen. Martin Luther hat in seiner berühmten Predigt zur Weihe der Torgauer Schlosskirche hervorgehoben, "dass nichts anderes darin geschehe, als dass unser lieber Herr mit uns selbst rede durch sein heiliges Wort und wir wiederum mit ihm reden durch Gebet und Lobgesang".
Der Reformator bringt damit zum Ausdruck, dass Kirche eine hörende Kirche ist, und sie wird dadurch, dass sie sich dem Wort Gottes öffnet, selbst zur Weitergabe dieses Wortes befähigt. Damit führt Gott demnach mit der Kirche ein ununterbrochenes Gespräch, bei dem es nicht einfach um einen Informationsaustausche geht, sondern um eine im wechselseitigen Reden und Hören gelebte Beziehung.
Beides - Professionalität und Spiritualität – ist im Gottesdienst notwendig, und zwar in Personalunion. Professionalität ohne innere Mitte gerät zur bloßen performance – Professionalität, die auf hohem Niveau tot ist.
Spiritualität ohne Professionalität entartet zur bloßen Betroffenheit, wird aber in ihren Ausdrucksformen nicht das Niveau erreichen, das distanzierte Menschen insbesondere bei einem Erstkontakt mit Kirche benötigen. Überzeugende Performance ist daher wichtig, aber sie muss gepaart sein mit geistlicher Reife und lebendiger Spiritualität.
Die Band braucht MusikerInnen, die ihre Instrumente beherrschen, die Verkündigung braucht PredigerInnen, die die Kunst beherrschen, elementar, lebensnah und gewinnend zu sprechen, ein Theaterstück braucht SchauspielerInnen, die aus sich herausgehen können, die Realisierung des ganzen Gottesdienstes braucht TechnikerInnen, die sich im Labyrinth der Kabel zurechtfinden etc. – aber ebenso wichtig ist die innere Haltung, von der diese Arbeit getragen ist.
Durch den gemeinsamen spirituellen Prozess entsteht beim Gottesdienstteam mehr geistliche Gemeinschaft, als sie gemeinhin unter den am Gottesdienst beteiligten Funktionsträgern (der klassischen Trias von PfarrerIn, KirchenmusikerIn, KirchendienerIn) üblich ist. Es ist ein Gemeindeaufbau im Kleinen, der sich im Team vollzieht.
Johannes Markus Drechsler am 24.01.2010 um 22:54 Uhr ( E-Mail )

3.

Ich finde es sehr gut dass es diesen Blog gibt und hoffe dass sich viele hier verewigen, denn eigentlich ist es ja weithin bekannt mittlerweile, dass die meisten Jugendlichen aber vermehrt auch Erwachsene und nicht nur wie man vielleicht glauben möchte bis mitte 20 sondern weit darüber hinaus, sich pupular musikalische Anteile im Gottesdienst wünschen. Miener Meinung ist es in vielen Gemeinden eine MAchtfrage wenn es darum geht diese Stilrichtung nicht hereinezulassen. Es geht die Angst mit um dass der Kantor womöglich seine Stellung verlieren könnte wenn die "neue" Musik zu sehr an Wichtigkeit gewinnt. Oder dass die wichtigen klassischen Stücke der kirchlichen Liederbücher verloren gehen. Das ist meiner Meinung nach schlicht kurzsichitg gedacht, denn wem soll ein Kantor spielen wenn die postmoderne, die nach Abwechslung schreit weiterhin ihre Opfer sucht und die Anzahl derer die den normalen Gottesdienst besuchen weiter schrumpft? Und geht es nicht im Gottesdienst darumdie Gemeinde zu versammeln? Sie besteht aber nicht nur aus denen die klassische Musik lieben sondern aus vielen Individuen die ganz unterschiedlich geprägt sind. Alle anderen Stile ausser der klassischen Musik aus dem Gottesdienst fern zu halten gleicht der Aussage dass solche die diese nicht so gerne haben eben im landeskirchlichen Gottesdienst nichts zu suchen haben oder sie sollten sich gefälligst anpassen. Aber ist nicht Jesus auf die MEnschen zugegangen, hat er uns das nicht sogar befohlen auch zu tun? Wie können wir dann die Dreistigkeit besitzen und es beinahe zur "Lehre" werden lassen welche Musik gespielt werden soll? Z.B. das allte Vorurteil keine Schlagzeug im Gottesdienst, Pauken, Tamurin, Zimbeln, alles sind Percussive Instrumente. Es sind daher keine biblischen Bedenken sondern rein menschliche. Lasst uns den Gottedienst füllen mit Unterschieden, wiso sollte nicht popular Musik nicht gut neben den klassischen und geistlich und inhaltlich 100% gleichwertigen Chorälen mit, wenn man das weiterhin möchte Orgelbegleitung stehen? Zeigt nicht auch die sinkende ANzahl der klassischen Kirchenmusikalischen Stellen diese Wende an? Alle Alters und Interessengruppen müssen sich in einem Gottedeisnt zu Hause fühlen können, dazu müssen aber auch alle ihren Anteil an Kompromiss eingehen und von sich wegsehen, dem Nächsten zuliebe und so könnten große SChritte getan werden,... gemeinsam. Natürlich hängt es längst nicht nur an der Musik dass junge Leute sich eher gegen den Gottesdienst entscheiden oder in freien Gemeinden landen, das ist aber hier nicht das Thema. Deshalb schließe ich mich dem an was Martin Streinz zuvor schon geschriebn hat, 2. Gottesdienst sollten 1. Gottesdienst werden, wenn auch mit Änderungen versteht sich.
Fabian Emele am 30.01.2010 um 09:50 Uhr ( E-Mail )

Bitte geben Sie Ihren Beitrag in die nachfolgenden Eingabefelder ein.
Ihr Beitrag wird dann nach einer manuellen Prüfung freigegeben.

Vorname:
Nachname:
E-Mail:
Homepage:
Inhalt:
Spamschutz:
(Bitte die Zeichen aus der Grafik in das Eingabefeld übertragen)
 

 

Geht Jugos die Luft aus? - ejw-Blog (Druckansicht)

 
 
AAA · Sitemap · Impressum