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Die Evangelischen Jugendwerke auf Orts-, Bezirks- und Landesebene nehmen die gesellschaftlichen Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen aufmerksam wahr. Armut, offen und versteckt begegnet in vielen Auswirkungen. In der Jugendarbeit gibt es bereits einige Ansätze für wirksame Hilfen. Im Kommentarfeld unten können weitere Beispiele eingetragen werden. So kann ein kleiner Ideenpool entstehen, der anregt und weiterhilft.

images/listicon.gif 1. Sensibilisierung
images/listicon.gif 2. Arbeit mit Kindern
images/listicon.gif 3. Internationaler Horizont
images/listicon.gif ejw-Ideenpool

 

I. Blickrichtung Armut - Sensibilisierung

Trotz ausführlicher Packliste im Infobrief erscheint ein Junge bei einer Abenteuerfreizeit in den Vogesen nur unzureichend ausgestattet. Der Rucksack ist zu klein, der Schlafsack zu dünn, die Kleider reichen nicht aus und die Regenjacke lässt garantiert den Regen durch.

Eine Mutter meldet ihre Tochter von einer Sommerfreizeit ab. Auf Nachfragen stellt sich heraus, dass die Finanzen eng geworden sind. Sie bittet darum, keine Ausfallgebühren be-zahlen zu müssen.

Ein Mädchen kommt nicht mehr in die Jungschar. Die Mitarbeiterin fragt nach und erfährt, dass sie sich nicht mehr wohlfühlt, weil die anderen sie immer so komisch ansehen und Kommentare wegen ihrer Kleidung abgeben.

Es sind nur drei Beispiele bei denen uns Armut in der Evangelischen Jugendarbeit begegnet. Die Evangelischen Jugendwerke auf Orts-, Bezirks- und Landesebene nehmen die gesellschaftlichen Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen in den Blick.
Dass sich dies auf ihre Arbeit auswirkt, zeigen folgende Praxisbeispiele:

Freizeiten in der Evangelischen Jugendarbeit
Verstärkt werden Angebote geschaffen (z.B. Fördervereine, Sozialfonds), die eine Bezuschus-sung von Freizeiten für finanziell schwächere Familien über die Möglichkeiten des Landesjugendplans hinaus gestatten. Teilweise gibt es Freiplätze, die es Kindern und Jugendlichen ermöglichen, kostenlos an Freizeiten teilzunehmen. Viele Jugendwerke achten in ihrem Angebot darauf, preisgünstige Freizeiten durchzuführen. Zunehmend sind für Kinder Freizeit-maßnahmen attraktiv, die im Nahbereich angesiedelt sind oder ohne Übernachtung angeboten werden (z.B. Waldheime, Stadtranderholungen).


„Blickrichtung Armut" - ein Jahresprojekt im Bezirksjugendwerk Calw
Verschiedene Projekte zum Thema Armut wurden im Kirchenbezirk Calw durchgeführt: eine Alternative Stadtführung in Calw beim Kirchenbezirksfest; mit der diakonischen Bezirksstelle und der Liga der Wohlfahrtsverbände wurde ein Wettbewerb zum Thema „Armutszeugnisse" veranstaltet. Schulklassen und Jugendgruppen beteiligten sich daran. Außerdem wurden Bausteine für die Gruppenstunde entwickelt, die Kinder und Jugendliche sensibilisieren sol-len, Armut in den Blick zu nehmen. Das Material kann auch im Konfirmandenunterricht verwendet werden.


Bewusste Förderung von benachteiligten Kindern
Armut zeigt sich oft deutlicher in den Städten. So hat z.B. die Evangelische Jugend in Stutt-gart bewusst ihre Angebote an die Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen in der Stuttgar-ter Innenstadt angepasst. Beispiele sind Hausaufgabenhilfe, Sprachförderung und musisch- kulturelle Angebote. Außerdem gibt es in verschiedenen Städten einen Mittagstisch für Schülerinnen und Schüler.
Martin Burger

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II. Aus dem Bereich „Arbeit mit Kindern"

im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw)


Angestoßen durch eine Fachtagung „Kinderarmut" der aej (Arbeitsgemeinschaft evangeli-sche Jugend in Deutschland) beschäftigt sich der Fachausschuss Kinder im ejw intensiv mit dem Thema der Armut von Kindern in unseren Gemeinden. Die Kinderresolution des Kinder-gipfels der westfälischen Landeskirche diente uns als Mittel, dieses Thema unter den haupt-amtlichen Kolleginnen und Kollegen auf dem Konvent der Jugendreferenten einzubringen. Wir möchten zuerst für das Thema Armut eine Sensibilisierung in unseren evangelischen Gemeinden erreichen. Armut von Kindern ist vielfach eine versteckte Armut, die einhergeht mit Ausgrenzung und Nicht-Teilhabe an vielen Angeboten.
Hier können wir durchaus entgegensteuern. In der Jugendarbeit geschieht dies seltener durch Einzelfallhilfe, sondern überwiegend durch die Gruppe. Jungscharen sind offene, kostenlose Angebote, die Kindern aller Schulformen und jeder Nationalität zur Verfügung stehen.

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Themenheft Arbeitshilfe Jungscharleiter
Multipliziert wurden diese Impulse bereits im April 2009 in der Zeitschrift „Jungscharleiter".
Hier gibt es unter dem Titel „Armut schließt aus!" Anregungen für Mitarbeitende, sowie weitere Materialien für die Gruppenarbeit.  Bestellen bei: buch+musik

 

upload/pdf-symbol16.jpg Inhaltsverzeichnis

upload/pdf-symbol16.jpg Armut schließt aus  (pdf-Datei 80 kb)  Artikel von Jürgen Kull 

upload/pdf-symbol16.jpg Resolution Kinderarmut (pdf-Datei 200 kb)

Damit die Mitarbeitenden in unserer Kinder- und Jugendarbeit gut geschult mit dem Thema der Armut umgehen können, erarbeitet der Fachausschuss praktisches Gruppenmaterial.

Kinder und ihre Mitarbeiter wollen wir befähigen, Armut zu thematisieren und sensibel mit Formen der Armut in unseren Gemeinden umzugehen.

Deshalb wird es zum ejw-Jugendtag am 27.9.2009 im Zentrum Familien „Karl-Adam-Haus" eine Ausstellung und eine Kartenaktion zum Thema Armut geben. Kernbotschaft unserer Aktion soll der Leitgedanke sein: Armut grenzt aus - Gott lädt ein!

Karten mit dem Ausspruch: „Schön, dass es dich gibt!" werden in einem Familiengottesdienst gestaltet und als ein Zeichen der Wahrnehmung anschließend persönlich an Kinder und Familien gegeben, die wir bisher zu wenig wahrgenommen haben. Jungschargruppen in ganz Württemberg erhalten anschließend Material, um dieses Thema nach einer Sensibilisierung auch mit den Kindern zu konkretisieren.
Beate Hofmann

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III. Armutsbekämpfung mit internationalem Horizont

Globalisierung schafft einen weiten Horizont - auch für Armut!
Eine erfreuliche Erfahrung in unserer Landeskirche ist es, dass die Wahrnehmung der Armut offensichtlich mit einem weiten Horizont geschieht. Arme werden bei uns nicht nur in Württemberg oder Deutschland wahrgenommen, sondern auch weit über Landesgrenzen und Kulturgrenzen hinweg. Hier zeigt sich, dass in einer globalisierten Gesellschaft der „Fernste" durchaus der „Nächste" im Sinne Jesu sein kann.

Junge Leute gehen hinaus und helfen - 2008 mehr als je zuvor!
„Wahrnehmen der Armut" heißt für junge Menschen aus unserer Kirche offensichtlich zu-nehmend auch „den Armen helfen" So hat sich im Jahr 2008 die Zahl der jungen Menschen fast verdoppelt, die als Freiwillige in Entwicklungsländern helfen, oder in Camps und Begegnungsfreizeiten einen wichtigen Beitrag zu Projekten leisten.

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw) leistet hier mit der internationalen Arbeit mit den Arbeitsbereichen „Weltdienst" und „Ökia" (ökumenisch-internationale Arbeit) einen wichtigen Dienst des „Augen- und Türen-Öffnens".

Helfen und Spenden gehören in Württemberg zusammen - auch in der Jugendarbeit!
Viele jungen Menschen gingen und gehen hinaus nach Afrika, Asien und Südamerika. Mit hohem Engagement und persönlichem und finanziellem Einsatz helfen sie in Kinder- und Altenheimen, in Trauma-Centren und Armenvierteln.

Diese persönliche, tätige Hilfe wird ergänzt durch eine im Bereich der EKD beispiellose finanzielle Hilfe unserer württembergischen Jugendarbeit für die Partnerkirchen und CVJM in Afrika und anderen Kontinenten. Deutlich gewachsen ist im Jahr 2008 die finanzielle Unterstützung durch Spenden und Sponsoren-Aktionen für internationale Partner aus der Jugendarbeit im ejw, und dies trotz der seit dem Herbst drohend heraufziehenden Finanzkrise. Dies macht deutlich, dass Verkündigung des Evangeliums und Einladung zum gelebten Glauben zur praktischen Tat führt.
Matthias Hiller

In der Jugendarbeit des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg wird deutlich: Wo die Kirche Evangelium verkündet und zum Leben mit Jesus Christus einlädt, wächst Kraft und Engagement für die Armen hier bei uns und in der Welt weit jenseits unserer Grenzen.

Pfarrer Gottfried Heinzmann, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg
15. Mai 2009

Quelle:  www.ejw-blog.de 

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ejw-Ideenpool  Armut

Weitere Ideen gesucht

In der Jugendarbeit gibt es bereits einige Ansätze für wirksame Hilfen. Bitte im Kommentarfeld unten weitere Beispiele und Anregungen eintragen. So kann ein kleiner Ideenpool entstehen, der inspiriert und weiterhilft.
Wenn jemand Material als pdf-Datei zur Verfügung stellen kann, bitte per Mail senden an: rainer.rudolph@ejwue.de

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geschrieben von rr am 15.05.2009 um 10:15 Uhr.
 


1.

Seit drei Jahren machen wir in der Gesamtkirchengemeinde Ulm-Wiblingen gute Erfahrungen mit dem sogenannten Kinder-Planet, einem regelmäßig stattfindenden Angebot für Kinder aus sozial schwachen Familien, denen wir ein warmes Mittagessen, individuelle Hausaufgabenbetreuung und ein anschließende Spiel - und Bastelprogramm für 1 € anbieten. Diese Arbeit ist nur möglich und sinnvoll in enger Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst der Stadt Ulm, mit dem Jugendhaus in Wiblingen/Tannenplatz und vielen Ehrenamtlichen. Finanziert wird das Programm durch Einzelspenden und durch Spenden der Sparkasse Ulm und der Deutschen Bank.
Projektbeschreibung (pdf-Datei)

Ralf Häußler am 12.04.2010 um 10:37 Uhr ( E-Mail | Homepage )

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