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Ohne Wasser geht gar nichts. Wir nicken, wenn wir das hören und drehen den Wasserhahn auf. Aber in Ländern wie Äthiopien wird die Brisanz des Satzes klar. Wasser ist hier Lebenselixier.
Spirituelle Erfahrungsräume schaffen

Wasser kann man mit Kanistern und Tanks in die Dörfer bringen. Kurzfristig ist das billiger als der riesige Aufwand einer Brunnenbohrung. Dazu braucht es viel Geld, geologische Untersuchungen, teures Bohrgerät. Aber was geschieht, wenn ein neues, meist 50 - 100 m tiefes Wasserloch gebohrt wurde? Das ist vielleicht nur handbreit, aber: Es sprudelt Wasser, frisches Wasser.
 
Und dann geschieht Faszinierendes: um solch ein Bohrloch entstehen Gärten, Häuser, Siedlungen, oft Schulen. Die Wüste beginnt zu blühen - und auch das Leben drum herum.
„Als ejw (Orte, Bezirke, Landesstelle) sorgen wir dafür, dass möglichst vielen jungen Menschen in Württemberg in räumlicher Nähe, dauerhaft und nachhaltig geistliche Erfahrungsräume eröffnet werden, die von ihnen mitgestaltet werden" heißt es in der Resolution der Delegiertenversammlung 2010. Das Bild aus Afrika macht anschaulich, was mit „geistlichen Erfahrungsräumen" gemeint ist. Es geht um „spirituelle Quellorte" für die Jugendarbeit.

Vom Bibelgespräch zur „Feier des Glaubens"

Seit den 1990er Jahren feiert die Jugendarbeit intensiver Gottesdienste. Früher war das „Bibelgespräch" der normale „geistliche Erfahrungsraum" der Jugendarbeit. Nun rückte die „Feier des Glaubens" mit Jugos, Worship, Gebetsstationen und Taizégebeten in den Vordergrund.

Dabei war eigentlich immer klar: Jugendarbeit ist mehr als Arbeit und ein „Arbeitszweig". Sie braucht geistliche Quellorte und spirituelle Erfahrungsräume: „The beat" in Dettingen/Teck feiert mit einfachen Mitteln wöchentlich einen Jugo und der Dachboden des Gemeindehauses wurde dafür umgebaut.

Bei der „Froizeit"in Nürtingen trifft man sich monatlich zum „bring & share"-Buffet: Austausch, Worship, Gebet und biblische Impulse. Gemeinden im Gäu schlossen sich 2004 zusammen um im ländlichen Raum die Jugendkirche CHOY zu realisieren. Wie auch immer - mit der Resolution hat sich das ejw auf Orts-, Bezirks- und Landesebene verpflichtet neue spirituellen Erfahrungsräume zu erschließen. Dabei muss auch experimentiert werden - und nicht alles wird gelingen. Trotzdem gilt: wo das „Wasser des Lebens" sprudelt, wird die gesamte Jugendarbeit aufblühen.

Reinhold Krebs

geschrieben am 21.07.2010 um 10:44 Uhr.
 


1.

Sonntag Nachmittag – die Gemeinde trudelt gegen drei, halb vier zum Godi ein. An der Theke kann man sich schon ein Getränk holen, im Raum verteilt gibt es Schüssel mit Chips, Salzstängel und Keckse. Eine Band spielt ein paar Lieder aus dem Rock- und Popbereich, um die Eintrudelzeit zu überbrücken. Die Besucher setzen sich auf Kissen die im ganzen Raum verteilt sind. Über eine Projektion wird das erste Lied angezeigt, so langsam kommt Bewegung in den Saal. Einige stehen auf und tanzen, andere sitzen und klatschen, nur die Senioren rutschen auf dem für sie trotz unbequemen Bodens herum und tuscheln. Nach einigen Liedern werden alte Liederbücher ausgepackt und ein Lied für die Senioren gesungen. Nach den Wochenhappenings verlassen die Senioren den Godi und begeben sich in die unteren Räumlichkeiten für ein Betreuungsangebot, das auf ihre Altersstruktur abgestimmt ist…
Johannes Markus Drechsler am 30.08.2010 um 11:18 Uhr ( E-Mail | Homepage )

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