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„Geht hin und bloggt“, das sagt nicht etwa ein 20-jähriger Internetfreak, sondern ein 82-jähriges Kirchenoberhaupt. Papst Benedikt XVI. forderte die Priester der katholischen Kirche auf, sich mit den neuen Kommunikationsmitteln vertraut zu machen und dadurch das Evangelium zu verkündigen.
Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich erreichen

Kommunikation hat sich verändert. Im Internet wird „gebloggt“, „gebookmarkt“, „geshared“, „gepostet“, usw. Jugendliche wachsen ganz selbstverständlich mit den sozialen Netzwerken im Internet wie Schüler-VZ oder Studi-VZ, wie Facebook oder ICQ auf. Dass damit auch eine veränderte Einstellung verbunden ist, machte Jürgen Ertelt in seinem Referat auf dem Konvent der Jugendreferentinnen und Jugendreferenten deutlich. Während es früher wichtig war, sich aktiv um Informationen zu bemühen, gehen Jugendliche heute davon aus: „Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich erreichen.“ Wenn man sich in diese neue Welt des Web 2.0 hineinversetzt, ist diese Überzeugung nicht weiter verwunderlich. Wer sozial vernetzt ist, vertraut darauf, dass irgendjemand sagt: „Hast du das schon gehört …?“ Das System der Mund-zu-Mund-Kommunikation hat durch soziale Netzwerke im Internet wie z. B. Facebook eine neue Dimension erreicht.

Eine faszinierende Nachricht verbreitet sich

Mund-zu-Mund-Kommunikation ist uns Christen eigentlich nicht fremd. Das wird anschaulich, wenn man die Osterberichte in den Evangelien liest. Die Jünger Jesu sind am Boden zerstört. Ihre Hoffnungen und Träume, ihr Glaube und ihre Zuversicht sind zerplatzt wie Seifenblasen. Sie trauen sich nicht mehr aus dem Haus. Doch die Nachricht erreicht sie trotzdem. Drei Frauen klopfen an die Tür, stürmen herein und sagen: „Der Herr ist auferstanden.“ Die Jünger zweifeln. Doch Jesus kommt zu ihnen. Sie begegnen dem, der tot war und lebt. Das müssen sie weitersagen. Jedem, den sie sehen. Jedem, der es hören will. Wie ein Lauffeuer geht diese Nachricht von Jerusalem aus über den ganzen Mittelmeerraum bis an die Enden der Erde: „Der Herr ist auferstanden. Der Tod ist entmachtet. Das Leben hat gesiegt.“ Auch wir sind Teil dieses Netzwerks des Evangeliums, weil andere bei uns angeklopft und von diesem Jesus Christus erzählt haben. Bis heute hören Menschen auf der ganzen Welt diese gute Nachricht, kommen zum Glauben und erzählen anderen davon. Soziale Netzwerke spielen dabei eine entscheidende Rolle.  

Auch über soziale Netzwerke im Internet?

Lässt sich das jetzt so einfach auf soziale Netzwerke im Internet übertragen? Sind Facebook, ICQ und Co dafür überhaupt geeignet? Darüber kann man stundenlang diskutieren. Viele verschiedene Argumente sind abzuwägen. Entspricht diese Art und Weise der Kommunikation dem Evange - lium? Wie sieht es mit der Datensicherheit aus? Ist die Privatsphäre gewahrt? Fördern wir damit nicht eine virtuelle Kommunikation anstatt direkte Begegnungen zu ermöglichen? Tatsache bleibt: Wir werden die Veränderung der Kommunikation nicht aufhalten. Wenn wir dort sein wollen, wo die Jugendlichen sind, müssen wir uns einmischen. Deshalb lautet die Frage nicht: Wollen wir das Evangelium über soziale Netzwerke im Internet verkündigen? Sondern: Wie kann das so geschehen, dass es dem Evangelium entspricht und den jungen Menschen hilft? Das Medium Internet und die sozialen Netzwerke im Internet bieten viele Möglichkeiten. Anstatt als Bedenkenträger außen vor zu bleiben, sollten wir uns darauf einlassen und mitgestalten. Medienkompetenz erwerben und vermitteln, das gehört zur Kommunikation des Evangeliums dazu.

Wie wichtig ist mir diese Nachricht? Wie wichtig ist mir der andere?

Letztlich geht es bei der Verkündigung des Evangeliums nicht so sehr um die Frage, mit welchem Medium es vermittelt wird. Die ganz am Anfang formulierte Grundüberzeugung sollte uns vielmehr zum Nachdenken darüber anregen, wie wichtig uns dieses Evangelium denn wirklich ist.

■ Wenn wir die Dynamik des Evangeliums im eigenen Leben nicht erleben, wird es uns schwerfallen, anderen davon weiterzusagen.

■ Wenn unsere Beziehung mit Gott keine Glaubenserfahrungen mit sich bringt, können wir nur allgemeine aber keine persönlichen Wahrheiten von uns geben. „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben“, schreibt Paulus in Römer 1,16. Wenn wir diese Kraft Gottes für unser eigenes Leben entdecken, werden wir auch andere daran teilhaben lassen. Auf jede nur mögliche Weise. Auch in sozialen Netzwerken im Internet. Damit das Evangelium auch die Jugendlichen erreicht, die sagen: „Wenn die Nachricht wirklich wichtig ist, wird sie mich erreichen.“

Gottfried Heinzmann
Leiter des ejw

Vorwort aus UnterUns 3-2010

Webcode 216gh310

www.ejwue.de/unteruns

 

 

geschrieben am 20.04.2010 um 10:01 Uhr.
 


1.

Liege gerade auf der flühlingswiese und lese das neue UnterUns editorial: Einmischen statt kritisch beäugen... genau der richtige Ansatz
cornelius lipponer am 28.04.2010 um 13:02 Uhr ( E-Mail | Homepage )

2.

Ich finde Zeiten im Netz immer wieder sinnvoll, auf einmal habe ich wieder Kontakt mit Menschen, die ich schon Jahre nicht gesehen habe, geschweige gesprochen. So kommt man sich wieder näher und man erfährt wo der andere steht, auch über seinen Glauben. Wenn man sagt dass Web 2.0 nur sinnlos die Zeit verschwende, da muss ich dagegen halten. Mit irgendetwas hat der Mensch immer seine Zeit verschwendet, ob das nun Fernsehen war oder Höhlenmalerei. Natürlich kann man im Netz viel unnützes Zeug machen, aber man findes dort auch viele ansprochsvolle Ideen. Die Umwelt von uns wird komplexer. Also muss jeder Christ der die Möglichkeit hat das Netz nutzen, um das von Jesus zu erzählen. Früher ging es darum, die Menschen in persönlichen Gesprächen auf ihren Plätzen zu erreichen (Jugendhaus, Schule, Abhängplätze, Sportvereine...), heute treffe ich viele im Netz wieder. Egal was für Hobbys oder Interessen sie haben. Im 21. Jahrhundert haben wir mit dem Internet eine neue dynamische Art der Wissensvermittlung, mit derer Hilfe wir im richtigen Moment Informationen über Gott weitergeben können. Das Internet verändert die Gesellschaft, aber es ist nicht unser Feind. Es ist vielleicht der Feind der Menschen, die wir einmal waren. Das mag man bedrohlich empfinden, denn wir werden auch einige schöne Dinge zurücklassen. Ich glaube an die Möglichkeit die das Internet uns Christen bietet unseren Glauben an Jesus Christus auch in der virtuellen Welt weiterzuerzählen. Dazu gibt es im Internet die verschiedensten Methoden!
Johannes Markus Drechsler am 29.04.2010 um 23:13 Uhr ( E-Mail )

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