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Das heilsame Wort Gottes will uns jeden Tag neu erreichen und bewegen, uns stärken, trösten und unserem Leben und Glauben Halt und Orientierung geben. Sie wollen unsere Termine, unser Handeln und unser Denken heilvoll unterbrechen und zum Innehalten mitten im Trubel der Tage, zur Stille und zum Hören auf Gott einladen. Praktisch kann das so aussehen, dass ich mir einen Ort suche, an dem ich für ein paar Augenblicke gut im Schweigen verweilen kann. Ein Kreuz, eine Kerze, ein Ikone, ein Bild können hilfreiche Begleiter sein. Dann setze ich mich hin, nehme meinen Leib wahr, von den Füßen bis zum Scheitel, spüre hinein in mein Befinden und beginne auf meinen Atem zu achten, wie er kommt und geht, ganz von allein. Jeder Atemzug erinnert mich daran, dass Gott als der Schöpfer mir den Odem des Lebens eingehaucht hat. So nehme ich mich mit meinem Leib in der Gegenwart Gottes wahr, im Raum seiner Liebe.
Dann ist Zeit, die Impulse zu betrachten. Vielleicht münden sie in ein Gebet, in Bitte und Fürbitte, in Dank und Lob. Vielleicht fällt mir ein Wort der Verheißung ein, vielleicht verharre ich auch nur schweigend in der Gegenwart Gottes und beschließe die Zeit der Betrachtung mit dem Vaterunser, einer Segensbitte oder einem schlichten Amen. Wir wünschen Ihnen, dass Sie Ihren eigenen Weg zum Umgang mit diesen Impulsen finden. Gerne können Sie mich auch anrufen oder eine Mail schreiben, wenn Sie Fragen dazu haben.
Wer ist Gott? Diese Frage hat Menschen zu allen Zeiten beschäftigt. Niemand hat ihn je gesehen. Mose bekommt zur Antwort: „Ich bin, der ich bin - das ist mein Name." Das Wort „Gott" kommt von godiam, was so viel heißt wie „die zu verehrende Wirklichkeit". Wir treten im Glauben in die unabschließbare Beziehung zum „absoluten Geheimnis, das wir Gott nennen" (Karl Rahner). Er ist der ganz Andere, der jenseits unserer sprachlichen Möglichkeiten und unserer Erfahrungen, der Anwesende ist: Ich bin da, wo du bist. Die Bibel redet von Gott vor allem in Bildern und in der Beschreibung seines Handelns. Er ist der Schöpfer des Himmels und der Erde, die Quelle des Lebens, der Hirte, der sich über seine Herde erbarmt und sie zum frischen Wasser führt. Diese Bilder umschreiben und vertiefen, dass menschliches Leben nicht im Leeren verläuft, sondern in Gott aufgehoben ist.
Im Johannesevangelium heißt es:
„Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist, der hat ihn uns verkündigt" (Johannes 1,18). In der Zuwendung Jesu zu einzelnen Menschen und den Völkern wird sichtbar, wer Gott ist und wie er handelt. Die aufmerksame Betrachtung der Evangelientexte eröffnet uns Einblicke in das unauslotbare Geheimnis, die uns in die Anbetung führen will.
Alma Ulmer
Landesjugendreferentin
Studienleiterin Bernhäuser Forst
Dieser Impuls steht im UnterUns 2-2010, der Mitarbeiterzeitschrift des ejw
Erscheinungstermin: März 2010
www.ejwue.de/unteruns
Webcode 352au02
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