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UnterUns-Blog
Ich habe die Entrüstung des Kirchengemeinderats noch im Ohr, als wir im Kirchenschiff einen Imbiss nach dem Gottesdienst anbieten wollten: „In da Kirch wird net gessa!“ Heute würde ich zurückfragen: „Wo im Neuen Testament versammeln sich Christen – und es wird nicht gegessen?
Zwischenruf: Tischgemeinschaft

Ist Tischgemeinschaft nicht elementar für die Gemeinde?“. Ob das den Kirchengemeinderat nachdenklich machte? Wohl kaum. Zu stark sind meist unsere kirchlichen Prägungen, zu schwach unsere Orientierung am biblischen Wort. Ja, wirklich. Denn nach Paulus ist Gottesdienst schlicht der Alltag der Christen. Einen Gottesdienst als ausgesparte heilige Zeit würde er wohl als „unvernünftig“ bezeichnen (Römer 12,1). Und die Versammlungen der ersten Christen waren keine Events, sondern Gemeinschaft – im Essen, Brotbrechen, im Zusammenspiel der Charismen, im Teilen, im Gebet.

Trend: Gemeinschaft ganzheitlich leben

Die Sehnsucht danach wächst. Ein Schlüsselerlebnis für mich war die Diskussion in einem Team. Es wollte „mehr“ als den existierenden Jugo. Ich bat sie, dieses „mehr“ konkret zu machen. „Wirkliche Gespräche müsste es geben, vielleicht durch eine Methode oder Fragen ausgelöst.“ „Und natürlich was zum Essen.“ „Einen Input auch, muss keine klassische Predigt sein, aber was Biblisches, alltagsnah ausgelegt.“ „Unterm Dach dann Gebetsstationen, damit die Jugendlichen zur Ruhe und mit Gott ins Gespräch kommen.“
Als alles auf dem Tisch war, schlugen wir Apostelgeschichte 2,42 auf: Gemeinschaft, Brotbrechen, Lehre, Gebet. Da waren sie wieder, die vier Kennzeichen christlicher Gemeinde.

Essen – elementar für Christen

Den ersten Christen, von der jüdischen Tradition kommend, waren die Versammlungsorte Tempel und Synagoge verwehrt. Blieb das Haus, das „deipnon“, das Mahl am Abend (Abendmahl). Es wurde mit Segensgebet und Brotbrechen eröffnet, mit dem Kelch des neuen Bundes abgeschlossen - als Weiterführung des Mahls Jesu mit seinen Jüngern, in Erinnerung an seine Hingabe, im Ausblick nach vorne „bis dass er kommt“ (1. Korinther 11,23 ff.). Nach dem Essen das „symposion“, bei den Griechen eine Männerrunde, jetzt waren Frauen zugelassen, das war hochspannend. „Jeder hat was beizutragen, was die andern aufbaut, weiterbringt“ (1. Korinther 14, 26). Kein Wunder, dass „Essen“ breitesten Raum in den paulinischen Briefen einnimmt: 1. Korinther 8 bis 11, Römer 14,1 bis 15,7. Der härteste Konflikt zwischen Paulus und Petrus war, als dieser die gemeinsamen Mahlzeiten verließ. Für Paulus ein Verrat an der Versöhnungstat Christi (Galater 2,11-14). Wir müssen wieder neu entdecken, was es heißt, dass wir miteinander an den „Tisch des Herrn“ geladen sind.

Reinhold Krebs

 

Aus: UnterUns 609    Arbeitsbereiche: jugonet
www.ejwue.de/unteruns

Webcode Webcode 260rk03

geschrieben am 03.11.2009 um 09:07 Uhr.
 


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