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Weiterbildung 2011 Körperliche und sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
Die Weiterbildung besteht aus 4 Modulen.
Selbstverständlich können die Module auch einzeln gebucht werden.
Die Zertifizierungsvoraussetzungen zum „Präventionsmanager" Körperliche & sexuelle Gewalt gegen Kinder, sind nach Teilnahme an drei Modulen erfüllt.
18.-19. April 2011 Gewalt gegen Kinder - die Täter
16.-17. Mai 2011 Sexeller Missbrauch und Kinderpornografie
9.-10.Juni 2011 Sexuell übergriffige Jugendliche
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
das Thema „Sexuelle Gewalt" hat uns in den letzten Monaten in verschiedenen Zusammenhängen beschäftigt. Zum einen waren es die vielen Enthüllungen, die durch die Presse öffentlich gemacht wurden. Dann waren es die Selbstverpflichtung, die die Delegiertenversammlung des ejw verabschiedet hat und der erste Schulungsabend für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Sommerfreizeiten.
Nun wollen wir einen weiteren Schritt gehen und bieten in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt eine Weiterbildung zum Präventionsmanager/zur Präventionsmanagerin an.
Die Informationen zu den Kursinhalten findet Ihr in den Dateianhängen. Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Für den Besuch und die Finanzierung der Fortbildung gelten die landeskirchlichen Richtlinien.
Wir laden herzlich dazu ein.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Müller
Alma Ulmer
Gewalt gegen Kinder im häuslichen Umfeld ist ein heterogenes Phänomen. Das Kontinuum der Gewalt reicht von Vernachlässigung, psychischer Gewalt bis hin zur schweren körperlichen Gewalt. Am Endpunkt eines kritischen Entwicklungsweges steht die Tötung des eigenen Kindes. Oft sind unter dem Begriff „Tötungsdelikte an Kindern“ verschiedene Tatformen zusammengefasst. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der Täter, der handlungsführenden Motive sowie der Handlung selbst, die zum Tod des Kindes führt. Grundsätzlich sind die verschiedenen Erscheinungsbilder dieses Delikts deutlich voneinander differenzierbar. In jeder dieser Gruppen existieren spezifische Dynamiken, die hin zu der Tötung des Kindes führen. Somit können charakteristische Warnsignale identifiziert werden und nehmen eine bedeutende Rolle für die Prävention ein. Dieses Seminar fokussiert auf der frühzeitigen Erkennung von kritischen Entwicklungen im häuslichen Umfeld eines Kindes und dem entsprechenden Fallmanagement. Die unterschiedlichen Gewaltformen sowie die Auswirkungen von Gewalt auf die Kinder werden genau betrachtet. Auch das Thema Intimpartnergewalt wird nicht vernachlässigt, wobei hier die Einschätzung der Gefährdung des Kindes im Vordergrund steht.
Das Ziel dieses Seminars ist es, den Teilnehmern ein fundiertes Hintergrundwissen über das Thema Tötungsdelikte an Kindern zu vermitteln. Unterschiedliche Dynamiken, die zur Tötung eines Kindes hinführen, werden vorgestellt und diskutiert. Anhand realer Fallbeispiele lernen die Teilnehmer spezifische Risikosignale kennen und handlungsleitende Strategien für die Prävention werden gemeinsam erarbeitet. • Erklärungsmodelle für schwere Gewalt gegen Kinder • Auswirkungen von Gewalt auf Kinder • Bindungsmuster bei den Tätern • Tatmotive und Erscheinungsformen von Tötungsdelikten • Tatdynamiken • Psychologie der Eltern, die ihre Kinder töten • Kinder als weitere Opfer bei Tötungsdelikten gegen die Intimpartnerin • Warnsignale bei Infantizid und Filizid • Fallanalysen • Erarbeitung von Präventionsstrategien
Referentin: Dipl. Psych. Justine Glaz-Ocik