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Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Württemberg wendet sich gegen Kürzungen in der staatlichen Jugendsozialarbeit
Stuttgart (agejw) - Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Württemberg hat sich in ihrer Mitgliederkonferenz am 13. Oktober 2003 ausführlich mit dem Thema "Jugendarbeitslosigkeit" und seinen Auswirkungen auf die evangelische Jugendarbeit befasst. Dabei kamen auch die geplanten Kürzungen in der staatlichen Jugendsozialarbeit zur Sprache. Die AGEJW fasste hierzu einstimmig den folgenden
Beschluss:
Die Mitgliederkonferenz der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Württemberg bedauert, dass das Land Baden-Württemberg im Haushaltsjahr 2003 das Programm "Jugend-Arbeit-Zukunft" voll-ständig gestrichen und die Förderung der Jugendsozialarbeit an Schulen auf 2 Millionen € von 1 Million € gekürzt hat.
Angesichts der massiv angestiegenen Arbeitslosigkeit von jungen Menschen unter 25 Jahren auf derzeit über 45.000 sowie dem struk-turellen und konjunkturellen Mangel an Ausbildungsplätzen haben ca. 20 % junger Menschen, auch in Baden-Württemberg, Schwierigkeiten mit einer gelingenden beruflichen Integration.
Im Zusammenhang mit den anstehenden Reformen der Arbeitsmarktpolitik und der Sozialgesetzgebung hat sich bei den beteiligten Kostenträgern der Jugendberufshilfe eine allgemeine Rückzugsmentalität ausgebildet.
Sowohl die Bundesanstalt für Arbeit, als auch das Land und die Kommunen ziehen sich auf Kernkompetenzen und sogenannte Kernaufgaben zurück, wozu offensichtlich benachteiligte Jugendliche nicht oder nur nachrangig gehören.
Eine gelingende berufliche Integration junger Menschen mit besonderem Förderbedarf ist aber nur möglich durch gemeinsame Strategien und gemeinsame Finanzierungen von Bund, Land und Kommunen.
Die Landesregierung Baden-Württemberg wird deshalb aufgefordert:
1. Die Förderprogramme für Jugendberufshelfer sowie Jugendsozialarbeit an Schulen in den nächsten Jahren uneingeschränkt fortzu-setzen;
2. Das erfolgreiche Programm Jugend-Arbeit-Zukunft wieder aufzulegen;
3. Die 2. Hälfte der Förderperiode aus dem Europäischen Sozialfonds für einen Schwerpunkt im Bereich Jugendberufshilfe zu nutzen;
4. Auf die Bundesanstalt für Arbeit dahingehend Einfluss auszuüben, dass sie sich auch weiterhin an der Anteilsfinanzierung für Jugendberufshelfer und Jugendsozialarbeit an Schulen beteiligt;
5. Mit der Bundesanstalt für Arbeit, den Kommunalen Spitzenverbänden, den Tarifpartnern und den freien Trägern gemeinsame Konzepte zur beruflichen Integration junger Menschen mit beson-derem Förderbedarf in Baden-Württemberg zu entwickeln und umzusetzen.
Gez.: Matthias Hanssmann, Vorsitzender der AGEJW
In der Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend in Württemberg sind alle Jugendverbände zusammengeschlossen, die innerhalb der Evan-gelischen Landeskirche in Württemberg Jugendverbandsarbeit betreiben.
geschrieben von Helmut Häußler am 14.10.2003 um 17:35 Uhr.