Aktuelles · News
Sie sind hier: Aktuelles > Andere Werke

Aktuelles

Aus anderen Werken
Beschlüsse der 113. Mitgliederversammlung der aej vom 20. bis 23. November 2003
Hannover, 26. November 2003. "Die aktive Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen und die Suche nach Lösungen für eine nachhaltige Gestaltung der Welt sind Teil der Arbeit Evangelischer Jugend", so Mike Corsa, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej) zum Abschluss der 113. aej-Mitgliederversammlung am Sonntag in Gelnhausen. Dass die Evangelische Jugend sich mit Worten und Taten in das aktuelle politische und soziale Geschehen aktiv einmischt, demonstrieren die Beschlüsse der 113. Mitgliederversammlung der aej:

Zuwanderung: "Migration, Integration und die Evangelische Jugend"
Eine zukunftsweisende Gesetzgebung für Zuwanderung und Integration, Finanzmittel für Integration und jugendspezifische Integrationsförderung unabhängig vom Aufenthaltsstatus sind Forderungen der Evangelischen Jugend, die die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund, den gesellschaftlichen Wandel der Aufnahmegesellschaft und eine Anerkennung der Integrationsleistung und -förderung von Migrant(inn)en zum Ziel haben. Der aej-Beschluss zu Migration und Integration dokumentiert neben Handlungsbedarf und Forderungen die Beiträge, die die Evangelische Jugend in die gesellschaftliche Debatte und für eine gelingende Integration von Migrant(inn)en einbringen wird. "Neben dem Abbau von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sieht die Evangelische Jugend es als wichtiges langfristiges Ziel an, zu einem neuen Verständnis von Staatsbürgerschaft zu kommen", heißt es in dem Beschluss. "An die Stelle der historisch bedingten Vorstellung von nationaler Gemeinschaft, die durch gemeinsame Abstammung, Sprache und Kultur begründet ist und alles Fremde ausgrenzt, muss zukünftig das Bild einer Gesellschaft von Bürger(inne)n treten, die bei aller Pluralität von Lebensformen gemeinsam ein Gemeinwesen bilden und dafür eintreten."

Durch die Nachricht über die erneuten Anschläge in Istanbul am 20. November 2003 bekam die Diskussion um Migration und Integration - und damit auch über das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in Deutschland - für die Delegierten und Gäste einen erschreckenden konkreten Bezug. Die Trauer um die Opfer und Mitgefühl für die Hinterbliebenen brachten die Delegierten der aej im Abschlussgottesdienst der Mitgliederversammlung am Sonntag zum Ausdruck.

Bildung: "Evangelische Jugend bildet"
"Die Evangelische Jugend ist eine intermediäre Organisation: Sie vermittelt die Interessen junger Menschen in Kirche und Gesellschaft hinein und vermittelt umgekehrt gesellschaftliche und kirchliche Integrations- und Sozialisationsinteressen an Kinder und Jugendliche", lautet eine Kernaussage des Positionspapiers der aej. Als
außerschulische, jugendverbandliche und inhaltsgebundene Bildungsinstanz versteht sich die Evangelische Jugend als ein wichtiger Teil des Bildungssektors in der Bundesrepublik Deutschland. In ihren Positionen zur Bedeutung von Bildung in der Evangelischen Jugend formuliert die aej ihr Verständnis und Dimensionen von Bildung sowie Bildungsziele und stellt den Bezug zu jugendlichen Lebenswelten dar. Die Formulierung der gegenwärtigen Herausforderungen und Schwerpunkte der Bildung in der Evangelischen Jugend in einer globalisierten Welt und in der gegenwärtigen Kultur stellen den Bezug zu aktuellen Entwicklungen her.

Arbeit mit Kindern: "Kinder bilden Kirche"
Selbstbestimmung und Interessenvertretung, biblische Orientierung und religiöse Entfaltung sind Kennzeichen der Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Jugend. Im Beschluss zum Profil der Arbeit mit Kindern bezieht sich die aej auf gesellschaftliche Bedingungen der Kindheit - Heterogenität der Lebenslagen, Familie, Freizeit, Schule sowie Multikulturalität und christliche Sozialisationsformen, materielle Situation und Gesundheit. Kinder in den Mittelpunkt stellen, Gestaltungsräume schaffen, Glaubenserfahrungen ermöglichen sowie Kinderinteressen vertreten - so werden die Herausforderungen der Zukunft an die Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Jugend beschrieben.

Behinderung: "Auf dem Weg zu unbehinderter Gemeinsamkeit"
Ziel der Evangelischen Jugend ist es, jungen Menschen mit und ohne Behinderung Erfahrungen miteinander zu ermöglichen und Perspektiven für eine integrative Arbeit zu entwickeln. Auf Grundlage der Betrachtung von Lebenslagen und Realitäten junger Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft werden im Beschluss der aej-Mitgliederversammlung konkrete Ziele, Maßnahmen und Voraussetzungen für die integrative Arbeit dargestellt.

Geschlechtergerechtigkeit: "Gender Mainstreaming"
Seit 2002 beschäftigt sich die aej ausführlich mit Gender Mainstreaming als Herausforderung an die Weiterentwicklung der Konzepte Evangelischer Jugend. Auf dem Weg zur Implementierung von Gender Mainstreaming hat die Mitgliederversammlung einen Aufgabenkatalog aufgestellt, der die Definition von Zielen und Leitgedanken ebenso umfasst wie die Erarbeitung eines Instrumentariums sowie die Formulierung von Konsequenzen für den Alltag in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit.

Globalisierung: "...ja - aber anders!"
Um der umfassenden Bedeutung des Themas Globalisierung gerecht zu werden, beschloss die Mitgliederversammlung für die aej-Mitglieder und Gremien, anhand des Diskussionspapiers "Globalisierung ja - aber anders!" der Evangelischen Jugend in Bayern kritisch zu diskutieren und sich zu positionieren.

Religiöse Sprachfähigkeit: "einladen - Dialog - beteiligen"
"Mit jungen Menschen Glauben teilen" ist der Untertitel des Beschlusses der aej, im Jahr 2004 die Bezüge der Evangelischen Jugend und ihre Tätigkeitsfelder auf die Sprachfähigkeit des Glaubens hin zu reflektieren.

37. Mitglied der aej: Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands e. V.
Als neues Mitglied wurde die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands e. V. (CPD) in die aej aufgenommen. "Die Aufnahme der CPD als weitere Mitgliedsorganisation aus dem Bereich der Werke und Verbände stärkt die aej als bundesweiten Zusammenschluss der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit", wertete der aej-Generalsekretär Mike Corsa die Entscheidung der Delegierten.

Gäste aus Politik und internationaler Ökumene
Mehr als 30 Gäste bereicherten die aej-Mitgliederversammlung. Marieluise Beck, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration (Bündnis 90/Die Grünen) hielt einen Vortrag über Migration und Integration. Vom Deutschen Bundesjugendring (DBJR) war die Geschäftsführerin Gunda Voigts zu Gast, als Abgeordnete des Deutschen Bundestages Marlene Rupprecht (SPD-Fraktion) und Kristina Köhler (CDU/CSU-Fraktion). Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) war durch den Bundesvorsitzenden Knuth Erbe vertreten, Mina Ghattas nahm als Jugendvertreter der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland teil. Internationale Gäste waren u. a. Michel Charbonnier von der Italienischen Evangelischen Jugend und der Pfingstprediger Corrie Block aus Estland, der den Ökumenischen Jugendrat in Europa (EYCE) repräsentierte.

Thema der 114. aej-Mitgliederversammlung 2004: "soziale Gerechtigkeit"
Ob Migration, Bildung, Globalisierung, Geschlechtergerechtigkeit oder die Integration von Menschen mit Behinderung betreffend - Auswirkungen sozialer Ungerechtigkeit stehen kontinuierlich auf der Tagesordnung der Evangelischen Jugend. Für das Jahr 2004 wurde das Thema "soziale Gerechtigkeit" zum Schwerpunkt gewählt: Die 114. aej-Mitgliederversammlung vom 25. bis 28. November 2004 wird unter dieser Überschrift nach Perspektiven zur Überwindung sozialer Ungerechtigkeit als einer Form von Gewalt suchen.

Alle Beschlüsse der 113. aej-Mitgliederversammlung sind im Wortlaut nachzulesen unter:
geschrieben am 26.11.2003 um 17:49 Uhr.
 
 

Evangelische Jugend fordert neues Verständnis von Staatsbürgerschaft - Aktuelles - ejw-News (Druckansicht)

 
 
AAA · Sitemap · Impressum