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Kirchen empfehlen ihren Häusern gepa-Produkte
Fairer Handel als große ökumenische Bewegung
Wuppertal. Der Faire Handel ist vor mehr als dreißig Jahren aus den Kirchen hervorgegangen und bis heute wird er von ihnen ganz wesentlich getragen. Auch anlässlich des ersten Ökumenischen Kirchentages Ende Mai dieses Jahres wollen die kirchlichen Hilfswerke wie Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), Misereor und Brot für die Welt sowie die Jugenddachverbände BDKJ und aej die Bedeutung des Fairen Handels als eine der größten ökumenischen Bewegungen deutlich machen. Unter einem gemeinsamen Logo und dem Motto: "Fair einigt uns – Ökumene leben: Fairer Handel" soll an möglichst vielen Ständen und Veranstaltungsorten beispielsweise durch Flyer und Plakate die Aufmerksamkeit auf den Fairen Handel gelenkt werden. Darüber hinaus haben sich bereits zahlreiche Quartiere für das "Ökofaire Frühstück" des Kirchentages entschieden, das u.a. Kaffee, Tee, Orangensaft, Brotaufstriche und Kakao der gepa umfasst.

Viele Christinnen und Christen engagieren sich ehrenamtlich in den über 800 Weltläden und Tausenden von kirchlichen Aktionsgruppen; auch in vielen kirchlichen Einrichtungen werden fair gehandelter Kaffee und Tee ausgeschenkt.

Aufruf zum Umstieg auf fair gehandelte Produkte

Doch noch beziehen nicht alle kirchlichen Krankenhäuser, Tagungsstätten oder Altenheime fair gehandelten Kaffee, Tee oder Schokoriegel. Daher haben die beiden großen Kirchen die Großküchen und Kantinen ihrer Häuser aufgerufen, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung auf Produkte aus Fairem Handel umzusteigen. Beide Kirchen sehen das Prinzip der Nachhaltigkeit mit ihrem Ziel der Armutsbekämpfung und dem Aufbau einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft als "verpflichtenden Ausdruck christlicher Schöpfungsverantwortung."
Dabei heben sie besonders die Rolle der Fair Handelsorganisation gepa hervor, die vor 27 Jahren von Misereor, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) sowie den kirchlichen Jugenddachverbänden als Gesellschafter gegründet wurde.
In ihrem Synodenbeschluss zum Fairen Handel bittet die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) das Kirchenamt, das Diakonische Werk sowie die Gliedkirchen der EKD, dafür Sorge zu tragen, dass in den Kantinen kirchlicher und diakonischer Einrichtungen und Verwaltungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Kakao aufgenommen wird. Die Einrichtungen sollen sich bei der Umstellung von der gepa unterstützen und beraten lassen.

Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) weist in den Leitthesen "Rio+10 – Bilanz und Ausblick" darauf hin, dass kirchliche Einrichtungen "mit speziellen Vertragsklauseln zur vorrangigen Nutzung – zum Beispiel von Kaffee und Tee der gepa – deutlich zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen." Produkte aus Fairem Handel bieten demnach den Entwicklungsländern wichtige Chancen für innovative soziale und ökologische Projekte".

Gerechtigkeit – Frieden – Bewahrung der Schöpfung: Leitlinien für den Fairen Handel

Viele kirchliche Einrichtungen gehen schon lange mit gutem Beispiel voran. "Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung hören nicht in der Küche auf", meint Katrin Lampadius, die für die Verpflegung der Gäste der Evangelischen Akademie Bad Boll zuständig ist. Die Akademie veranstaltet außerdem häufig Tagungen mit dem Thema "Umwelt und faire Lebensbedingungen". "Damit die Theorie für die Gäste keine Worthülse bleibt, ist es nur konsequent, wenn wir ihnen auch Produkte aus Fairem Handel und ökologischem Anbau anbieten", sagt Hauswirtschaftsleiterin Ingrid Hess. "So lernen die Besucher im Vorübergehen. Wir weisen sie aber auch durch Aufsteller und Infotafeln im Speisesaalfoyer auf unsere gepa-Produkte aus Bio-Anbau (Kaffees, Schwarz- und Kräuertees) hin."

Kaffee der gepa bezieht die Akademie seit Anfang der neunziger Jahre Bei einer Umfrage unter den etwa 170 Mitarbeitern des Hauses sprachen sich damals über 90 Prozent für fair gehandelten Kaffee der gepa aus. Inzwischen sind viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch privat auf Kaffee aus Fairem Handel umgestiegen.

Seit Frühjahr letzten Jahres wird in dreizehn Tagungshäusern der Diözese Rottenburg-Stuttgart, darunter die Katholische Akademie in Stuttgart, ebenfalls fairer Kaffee der gepa getrunken. Die Diözese setzt so ein Zeichen für gerechte Entlohnung in den Anbauländern. Einige Bildungsstätten wie das Christkönighaus in Stuttgart und das Haus Schönenberg in Ellwangen verkaufen darüber hinaus gepa-Produkte wie Kaffee, Tee, Honig und Schokoriegel an Tagungsteilnehmer und Kunden der Nachbarschaft. Das Kloster Schöntal und das Jugendhaus St. Antonius in Wernau haben sogar eigene Weltläden eingerichtet.

Auch das Erzbistum Köln unterstützt den Fairen Handel aktiv. Seit Jahren schon wird in den sieben Tagungshäusern der Diözese, darunter das Maternus-Haus und das Kardinal-Schulte-Haus,. gepa-Kaffee ausgeschenkt. Darüber hinaus auch im Kölner DomForum, dem Begegnungszentrum der katholischen Stadtkirchen mit Sitz des Domradios. Und auf der evangelischen Seite gehören in Nordrhein-Westfalen beispielsweise das Landeskirchenamt in Düsseldorf oder die Ökumenische Werkstatt in Wuppertal zu den Kunden.

Der Synodenbericht des Rates der EKD unterstreicht die Bedeutung dieses Engagements für den Fairen Handel: "Unsere Glaubwürdigkeit sowohl in der Kirche gegenüber denen, die sich für den Fairen Handel engagieren, als auch außerhalb würde wachsen, wenn es in mehr Kantinen kirchlicher Einrichtungen und Verwaltungen fair gehandelten Kaffee oder Tee gäbe."

Für Großküchen und Kantinen bietet die gepa spezielle Kaffeemischungen von mild bis kräftig aus hochwertigen Arabica-Sorten an, deren Mahlgrad genau auf die entsprechenden Kaffeemaschinen abgestimmt ist. Großkunden erhalten bei größeren Abnahmemengen den Kaffee in umweltfreundlichen Mehrwegeimern.
Weiter Informationen über fair gehandelte Produkte im Großverbraucherbereich unter Tel. (06021) 442 6831, E-Mail info@gepa-gv.de oder im Internet unter www.gepa-gv.de
geschrieben am 07.05.2006 um 11:55 Uhr.
 
 

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