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Petra Selg und Klaus Käppeler besuchten Jugendcamp des Evangelischen Jugendwerks
Petra Selg, Bundestagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, und der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler haben am 31. Juli 2003 das Aktioncamp des Evangelischen Jugendwerkes in Württemberg (ejw) besucht, das vom 25. Juli bis zum 3. August auf dem Gelände der Dobelmühle in 88326 Aulendorf-Steinenbach stattfindet. An dem Camp nehmen 78 Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren und 20 vorwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter teil.

Mit Fragen gelöchert
Wie geht es mit der Wehrpflicht weiter?
Wie viel verdienen Sie?
Wie lange müssen wir in Zukunft arbeiten?
Was tut der Staat für die Jugend?
Hat man Ihnen schon Bestechungsgelder angeboten?
Glauben Sie dass Deutschland aus den Schulden heraus kommt?
Kennen Sie Gerhard Schröder persönlich?
Ist Ihr heutiger Freizeitbesuch Freizeit oder Arbeit?
Wie viel Urlaub haben Sie?
Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Was halten Sie von der längeren Arbeitszeit der Lehrer?

Zukunft der Wehrpflicht
Unterschiedliche Meinungen gab es zur Zukunft der Wehrpflicht. Während sich Petra Selg für die Abschaffung der Wehrpflicht und eine reine Berufsarmee einsetzte, sprach sich Klaus Käppeler für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus. Die Demokratie müsse eine wehrhafte Demokratie sein. Für den Fall, dass die Demokratie wackele, wäre die Gefahr sehr groß, dass dann die Berufsarmee die Regierung im Land übernehme, wie dies in anderen Ländern schon geschehen sei, so der SPD-Politiker.

Vom Studium direkt in die Rente?
Ja, künftig müssten die Menschen länger arbeiten, stellte Petra Selg klar und handelte sich damit nicht nur Beifall ein. Allerdings müsse man den Renteneintritt nach den beitragspflichtigen Jahren berechnen und nicht nach dem Lebensalter. Wenn jemand mit 15 Jahren eine Lehre beginne, könne er auch früher in Rente gehen als jemand, der mit 28 Jahren noch studiere. Klaus Käppeler gab zu bedenken, dass jetzt die Menschen im Durchschnitt mit 59 bis 60 Jahren in Rente gingen. Viele Menschen würden aber schon heute 90
Jahre alt und damit 30 Jahre lang Rente bekommen. Wenn das so bleiben solle, müssten sie (die Jugendlichen) auch sehr hohe Rentenbeiträge zahlen, um die Rente ihrer Eltern finanzieren zu können.

Legalisierung von "Hanf"
Unterschiedliche Meinungen gab es als ein Teilnehmer fragte "Wann wird Hanf legalisiert?" Die Grünen wollten nicht leichtfertig mit dem Thema Drogen umgehen, so Petra Selg. Allerdings wolle ihre Partei, dass Bürger künftig nicht mehr als vorbestraft gelten, weil bei ihnen weiche Drogen gefunden wurden. Schließlich werde auch niemand dafür bestraft, dass er einen Kasten Bier im Auto habe. Klaus Käppeler widersprach und lehnte alle Legalisierungswünsche ab. Weiche Drogen seien Einstiegsdrogen, so der SPD-Politiker.

Was muss ein Politiker können?
Politiker müssten mit beiden Beinen auf der Erde stehen und wissen, was ihre Nachbarn bewegt und sie müssten gut zuhören können, so Klaus Käppeler. Für Petra Selg sind Erfahrungen wichtig. Politiker sollten einen Beruf gelernt und ausgeübt haben und eine gewisse Reife mitbringen. Sie halte nichts davon, möglichst junge Leute in die Parlamente zu schicken.

Wissbegierige Medien
Petra Selg, die bis wenige Tage vorher die Gesundheitsreform in Berlin mit verhandelt hatte, versicherte den Jugendlichen, dass Interessenverbände, wie etwa die der Pharmaindustrie zwar versucht hätten Einfluss auf die Verhandlungen zur Gesundheitsreform zu nehmen, aber Bestechungsversuche habe es keine gegeben. Ein Problem seien da eher manche Medien. So hätten die Verhandlungspartner vereinbart, während der Verhandlungen zur Gesundheitsreform keine Statements an die Presse abzugeben. Eine sehr große deutsche Tageszeitung hätte sie dennoch um vertrauliche Informationen gebeten mit dem deutlichen Hinweis, dass sie doch sicher Interesse daran hätte auch in Zukunft in dieser Zeitung vorzukommen.

SPD will andere Bildungspolitik
Klaus Käppeler, Bildungspolitiker der SPD-Fraktion im Landtag will aus dem "PISA-Schock", (Baden-Württemberg belegte bei der PISA-Studie den 2. Platz im bundesdeutschen Ländervergleich), weitreichende Konsequenzen ziehen. So setze sich die SPD-Fraktion für eine sechsjährige Grundschule ein, für die Zusammenfassung von Haupt- und Realschule und für die Abschaffung der Noten bis zur 5. oder 6. Klasse.

geschrieben am 04.08.2003 um 14:14 Uhr.
 
 

Im Aktioncamp mit 78 Jungen über Politik diskutiert - Aktuelles - ejw-News (Druckansicht)

 
 
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