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Umfrage der Diakonie Stetten beim Jugendtag in Stuttgart
Einen regelrechten Ansturm junger Leute aus ganz Württemberg erlebte die Stuttgarter Innenstadt am Sonntag, 28. September, beim Jugendtag des Evangelischen Jugendwerks. Ein fast unübersehbares Programm von Gottesdiensten, Workshops, Musikangeboten und Seminaren an unterschiedlichen Veranstaltungsorten ließ die Menschenmassen zwischen Marktplatz und Liederhalle pulsieren.
Bereits zum zweiten Mal war die Diakonie Stetten bei diesem großen christlichen Jugendtreffen mit einem Informationsstand in der Büchsenstraße vertreten. Insgesamt mehr als tausend Jugendliche wurden dabei zu ihrer christlichen Einstellung sowie zu Vorerfahrungen und Begegnungen mit behinderten Menschen befragt.
Dabei wurde deutlich, dass Menschen mit Behinderungen von jungen Leuten in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden. 85 % der Befragten zwischen 13 und 26 Jahren waren bereits mit behinderten Menschen in Kontakt gekommen, sei es in der unmittelbaren Nachbarschaft oder auch sonst im alltäglichen Leben. Die Begegnungen wurden dabei mit großer Mehrheit als positiv und "o.k." empfunden. Nur zehn Prozent der Befragten hatten ein "komisches Gefühl" oder würden künftig Menschen mit Behinderungen eher meiden.
Zur Wichtigkeit des Begriffes "Nächstenliebe" ging der Daumen bei mehr als 90 Prozent der befragten jungen Leute nach oben: "Klar, Nächstenliebe ist ein wichtiger Teil meines Lebens" bestätigten viele, die in regelmäßigen Gruppen und Kreisen oder auf Freizeiten der evangelischen Jugendarbeit zu ihrer christliche Grundeinstellung gefunden haben. Dass Nächstenliebe nicht nur in den Köpfen, sondern auch in Händen und Füßen der Jugendtagsbesucher wirksam werden könnte, wurde bei der Frage nach der beruflichen Zukunft deutlich: Rund 70 Prozent der Befragten könnten sich vorstellen, in einem sozialen Beruf zu arbeiten.
Dieses unterstreicht aufs Neue die Wichtigkeit sozialer Einsatz- und Lernfelder für junge Menschen. So bietet die Diakonie Stetten ca. 80 Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr und über 100 Einsatzstellen für Zivildienstleistende in Betreuung, Förderung und Begleitung von Menschen mit Behinderungen. Ideale Testfelder für die dreijährige staatlich anerkannte Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, zur Heilerziehungspflegerin, den Profis in der Behindertenhilfe. Intensive Gespräche mit den Fachleuten am Informationsstand der Diakonie Stetten bestätigten das große Interesse der jungen Leute. Viele von Ihnen ließen sich einladen, beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 12. Oktober, nach Stetten ins Remstal zu kommen, um direkt vor Ort das Leben und Arbeiten von und mit behinderten Menschen kennen zu lernen.
geschrieben von Eberhard O. Brachhold am 29.09.2003 um 13:26 Uhr.