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Erfolg und Finanzielle Sorgen können eng beieinander liegen. Aus den Berichten ...
Jugendarbeit im ejw: Zwischen Erfolg und finanziellem Engpass
Stuttgart (ejw) – Wie eng Erfolg und finanzielle Sorgen beieinander liegen können, haben die Delegierten des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw) bei der diesjährigen Delegiertenversammlung Ende Mai in der Tagungs- und Bildungsstätte Bernhäuser Forst in Leinfelden-Echterdingen erlebt. Einblicke in innovative und erfolgreiche Projekte finanziert von Landesstiftung und Landeskirche einerseits und dramatische finanzielle Engpässe andererseits bescherten den rund 120 Delegierten ein Wechselbad der Gefühle.

Rund ein Drittel der 64 Stellen in der Landesstelle seien befristet und durch Projektgelder finanziert, erklärte Geschäftsführer Achim Ganßloser. Doch auch die anderen Stellen seien längst nicht mehr durch landeskirchliche Zuweisungen gedeckt. Ohne anderweitige Zuschüsse, Spenden und Dienstleistungsentgelte wären die Personalkosten nicht zu decken. "Mehr geht nicht mehr!" meinte Ganßloser und verwies auf die Deckungslücke von 111.000 Euro im Haushaltsabschluss 2002. Fortan sollen alle frei werdenden Stellen aus dem Bestand besetzt werden, was einer Reduzierung der Aufgabenfeldern gleichkommt. Noch in diesem Jahr solle ein Ranking der Landesstellenaufgaben erarbeitet werden, erklärte Ganßloser. Offen blieb, ob so der Haushalt letztlich auszugleichen ist. Viele der Hauptamtlichen in der Landesstelle sind unkündbar.

"Meine Erkenntnis ist, dass es einen Aufbruch im Abbruch gibt" fasste der Vorsitzende des ejw, Rolf Lehmann seine Hoffnung in Worte. Die Gründung der ejw-Stiftung Jugend, Bibel, Bildung und die Wiedereröffnung der Tagungs- und Bildungseinrichtung Bernhäuser Forst wertete er als mutmachende Zeichen.

Wahrnehmen, wagen, weiten waren für den Leiter des ejw, Klaus Sturm, drei wegweisende Stichworte für das Selbstverständnis der Jugendarbeit. Das ejw solle ein zukunftorientierter Jugendverband sein in dem Beziehungen, orientierende Persönlichkeiten und eine elementare erlebnisbezogene Verkündigung das A und O sei. Im Blick auf die Zukunft meinte er: "Zentral ist und bleibt, dass uns nicht die Mittel beschränken, sondern die Mitte prägt."

Der Fachliche Leiter des ejw, Hermann Hörtling, ging in seinem Bericht auf die ejw-Projekte und ihre Entstehung ein. So erklärte er, dass allein zwischen 1996 und 1998 in der Landesstelle des Evangelischen Jugendwerks nicht weniger als 10 Projekte durchgeführt oder begonnen wurden. "Je kritischer die Zeiten, um so kreativer und innovativer die Landesstelle!" formulierte er, um dann aber auch davor zu warnen, dass die Landeskirche ihre Verantwortung gegenüber dem ejw vergisst.

Dass die Delegierten der Landesstelle und ihren Aufgaben verbunden sind, wurde nicht nur in den leidenschaftlichen Wortbeiträgen, sondern auch in der Höhe des Opfers von rund 1.100 Euro für die ejw-Stiftung deutlich. "Bei so viel Opferbereitschaft braucht es uns um die Zukunft nicht angst sein", meinte Lehmann.
geschrieben von Helmut Häußler am 28.05.2003 um 22:10 Uhr.
 
 

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