
Stuttgart (ejw) - Am Rande der Herbsttagung der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg überreichten Landesjugendpfarrer Rolf Ulmer und der Leiter des ejw, Pfarrer Klaus Sturm, eine Erinnerung an die zehn Zumutungen an Synodalpräsident Horst Neugart.
Über vier Jahre ist es her, dass das Kirchenparlament diese nach mehrtägiger Beschäftigung mit dem Thema Jugendarbeit verabschiedet hat. Mit den sogenannten zehn Zumutungen unter dem Motto "Nicht ohne – Junge Menschen und Kirche" unterstrich damals die Synode ihr besonderes Interesse an der jungen Generation und ermutigte die Verantwortlichen in der Kirche, die Jugend als Aufgabe ernst zu nehmen.
In den Zumutungen wurden zum Beispiel die Verantwortlichen aufgefordert, Jugendlichen Freiräume zur eigenständigen Entwicklung zu geben, sich gemeinsam mit jungen Menschen christlicher Spiritualität zu öffnen und Räume der Begegnung mit anderen Kulturen zu schaffen.
Angesichts der Sparbemühungen hat man jetzt im Jugendwerk Angst, dass die Synode diese Ziele aus den Augen verliert. Klaus Sturm wies in seinem Statement darauf hin, dass das Evangelische Jugendwerk in Württemberg seinen Teil zum Gelingen der Herausforderungen beigetragen habe. In den letzten Jahren seien zahlreiche innovative Projekte entstanden, die weit über die kirchliche Jugendarbeit hinaus Beachtung gefunden hätten, erklärte Sturm. Zwei Drittel der Kosten der Landesstelle würden zwischenzeitlich aus Drittmitteln finanziert.
Würde jetzt das letzte Drittel, das die Landeskirche finanziert, noch einmal um ein Viertel gekürzt, käme es zum Dominoeffekt, da die Kostenminimierung und Drittmittelbeschaffung ausgeschöpft seien, meinte Sturm. Gefährdet wären dann die innovativen Kooperationsprojekte wie ‚Jugendarbeit und Schule‘, die integrative Jugendarbeit ‚Jugendarbeit und Diakonie‘ und die jugendmissionarischen Aktionen.
"Darum wenden wir die ZuMutungen auf die Synode an: Wir wollen eine große, gute, auch in der EKD stark beachtete Arbeit unserer Kirche fortführen" heißt es am Ende des überreichten Papiers. Bei den Haushaltsberatungen für den Haushalt 2004 beschloss die Synode dann den Haushaltstitel "Jugendarbeit" ohne Abstriche. Doch die Kürzungsdebatten gehen im Frühjahr 2004 weiter. Beim Jugendwerk will man weiterkämpfen und daran erinnern, dass die Jugendarbeit eine ständige Aufgabe der Kirche ist, und manchmal sicher auch eine Zumutung.
geschrieben von Helmut Häußler am 25.11.2003 um 18:00 Uhr.