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Bildungspolitik hat Hausaufgaben nicht gemacht
Durch das soziale Engagement in der Jugendarbeit lernen Kinder und Jugendliche die Auseinandersetzung mit sich und anderen, üben demokratische Spielregeln ein, erfahren Unterstützung in der persönlichen und beruflichen Orientierung und erwerben dabei quasi nebenbei die viel zitierten Schlüsselqualifikationen.
Dieser wichtigen Funktion von Jugendarbeit für die Gesellschaft wird die Bildungspolitik aber nach wie vor konzeptionell in keinster Weise gerecht – so der Landesjugendring Baden-Württemberg in seinem Positionspapier mit dem Titel "Mehr als Pauker und Trompeten".
Die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände fordert von der Landesregierung ein Konzept zur Gestaltung der Bildungslandschaft Baden-Württemberg, das die weithin gelobten Ansätze der Jugendarbeit berücksichtigt und ihrer zentralen Rolle neben Schule und Familie Rechnung trägt.
Das Programm zum Ausbau der Ganztagesschulen der Bundesregierung greift nach Auffassung des Landesjugendrings zu kurz. "Die Schule wird in den Nachmittag hinein verlängert, ohne dass damit eine konzeptionelle Veränderung verbunden wäre. Eine Ausweitung des Bestehenden führt aber nicht automatisch zu einer Verbesserung.", so der Vorsitzende des Landesjugendrings, Jochen Mack.
Einen ersten Ansatz zur Verbesserung von Bildungsprozessen sieht der Landesjugendring in den zahlreichen erfolgreichen Kooperationen von Jugendarbeit und Schule. Diese gilt es nach Auffassung des Landesjugendrings auszubauen. Allerdings wehren sich die Jugendorganisationen gegen eine Indienstnahme als Billiganbieter. "Jugendarbeit ist ein eigenständiger Akteur im Bereich der Freizeitgestaltung und der Jugendbildung und kein Erfüllungsgehilfe für schulische Zwecke.", so Mack. Von der Landesregierung fordert der Landesjugendring, verbindliche Regelungen zur Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule einzuführen.
Der Landesjugendring ist die Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände in Baden-Württemberg. Er vertritt die Interessen von mehr als zwei Millionen Kindern und Jugendlichen.
geschrieben von Landesjugendring B.-W., V.i.S.d.P.: Jochen Mack am 12.09.2003 um 09:02 Uhr.