Stuttgart. "Stereotype Rollenerwartungen und die ungleiche Verantwortungsübernahme durch Frauen und Männer für die Erziehungs-, Fürsorge- und Pflegeverpflichtungen gegenüber Kindern und alten Menschen bleiben eine wesentliche Quelle für die unzureichende Einlösung der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern im Erwerbsleben." Das sagte Ursula Kress, Beauftragte für Chancengleichheit der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bei der Tagung der Württembergischen Evangelischen Landessynode in Stuttgart. Sie wies darauf hin, dass sich das Ungleichgewicht insbesondere darin bemerkbar mache, dass mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiteten und dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert seien.
Deshalb habe das Büro für Chancengleichheit aktiv bei einem Boys Day mitgewirkt - einer Veranstaltung, die beispielsweise das Interesse von Jungen an Pflegeberufen wecken soll. Kress forderte unter anderem die Einführung einer familienfreundlichen Komponente im Tarifsystem, mit dessen Hilfe die Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und aktiver Familiensorge verbessert werden könnten. Die Arbeit in der Familie müsse als wertvoller Beitrag zur Gesellschaft vertreten werden, forderte Kress.
In der Evangelischen Landeskirche in Württemberg beträgt der Anteil an Kirchengemeinderätinnen 53 Prozent, an Beamtinnen 47 Prozent, im Dekanat 12 Prozent und im Leitungsgremium der Verwaltung acht Prozent.
Christian Tsalos
Pressesprecher der Evangelischen Landeskirche in Württemberg
Weitere Informationen bei:
http://www.elk-wue.de/landeskirche/landessynode/herbsttagung-2008/
geschrieben am 24.11.2008 um 17:05 Uhr.