
Eine „große Liebe zur Landeskirche" hat Elisabeth Nonnenmann schon in ihrer Jugend in Rutesheim (Landkreis Böblingen) entwickelt. Der Vater war dort Organist, die Mutter stellvertretende Mesnerin, sie selbst half bei der Jungschar und in der Konfirmandenarbeit. Nach ihrem Abitur ging sie ein Jahr lang mit dem Missionswerk „Licht in Lateinamerika" nach Costa Rica. Während sich die Missionare dort, vier Busstunden von der Hauptstadt San José entfernt, um die Indianer bemühten, unterrichtete Elisabeth Nonnenmann die Missionarskinder. „Ich habe christliche Mission und Entwicklungshilfe dort im positiven Sinne kennen gelernt, nicht aufdrängend", berichtet sie. Heute ist sie selbst Vorstandsmitglied des Missionswerks. Ihr anschließendes Theologiestudium führte sie auch nach Greifswald; dort war sie akademische Hilfskraft am Institut zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung. Die unterschiedlichen Frömmigkeitsrichtungen, die sie dort kennen gelernt hat, empfindet sie als Bereicherung. Zurück in Tübingen, bereitet sie sich derzeit auf ihr Examen vor, das sie im Frühjahr 2010 ablegen wird. Mit dem anschließenden Vikariat steuert sie dann vollends ihr Berufsziel Pfarrerin an.
„Ich will's mir nicht einfach machen, will aufrichtig sein und mich nicht mit einfachen Antworten zufrieden geben, auch im Hinblick auf mein neues Amt", sagt Elisabeth Nonnenmann. Einfache oder gar plakative Antworten gibt sie auch selbst nicht, eher sagt sie, beispielsweise zur Frage jugendgerechter Gottesdienste: „Darüber muss ich noch mal nachdenken." Differenziertes und kritisches Hinterfragen ist ihr ebenso wichtig wie Ernsthaftigkeit und Wahrhaftigkeit: „Im gemeinsamen Ringen der Wahrheit ein Stück näher zu kommen" nennt sie auch als wesentliches Prinzip ihres Theologiestudiums. Sich selbst sieht sie als „Harmoniemensch, der auf Konsens aus ist". In Konflikten nehme sie in der Regel eine vermittelnde Position ein. Die ledige Hobbymusikerin spielt ab und zu Geige und Posaune und hat zuletzt das Buch „Drachenläufer" „mit Faszination" gelesen. Im Vordergrund will sie eigentlich nicht gerne stehen - daran wird sie sich aber als EKD-Synodalpräsidiumsmitglied doch gewöhnen müssen.
Peter Steinle
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