Fortschritte in der Aids-Prävention sind inzwischen sichtbar. Aber noch zu wenig auf Paare ausgerichtet.

Der neue Aids-Bericht der Vereinten Nationen vom November 2010 zeigt, dass in einigen Ländern Fortschritte in der Prävention gemacht wurden, besonders bei Jugendlichen. Der Bericht stellt aber gleichzeitig fest, dass sich die Prävention zu wenig an Langzeitpartnerschaften und Ehen richtet, in denen ein Partner HIV-positiv, der andere negativ ist. Das evangelische Hilfswerk "Brot für die Welt" hat anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember dazu neues Filmmaterial in Auftrag gegeben, das in Stuttgart und Weinstadt Premiere hat.
Im östlichen und südlichen Afrika infizieren sich zwischen 40 und 60 Prozent der Menschen über ihren Partner. "Die Präventionsstrategien in den Ländern gehen darauf bisher kaum ein. Dass Langzeit- oder Ehepartner zusammen beraten und getestet werden, ist noch lange nicht die Norm. Auch die Verwendung von Kondomen wird noch zu wenig diskutiert", sagt Astrid Berner-Rodoreda, Aids-Beraterin bei "Brot für die Welt". Darüber hinaus sei vielen Betroffenen nicht bewusst, dass sie mit einem HIV-positiven Partner HIV-negative Kinder bekommen könnten. Hier mangele es noch an fundierter Aufklärung, so die Aids-Expertin.
Auch wenn im Bereich der Mutter-Kind-Übertragung Fortschritte erzielt wurden, infizierten sich nach dem jüngsten UN-Bericht im vergangenen Jahr rund 370.000 Babys weltweit mit dem HIV-Virus. Diese Übertragung könnte mit einer angemessenen Behandlung von Mutter und Baby praktisch völlig gestoppt werden. Das Aktionsbündnis gegen AIDS, dessen Gründungsmitglied "Brot für die Welt" ist, fordert mit einer öffentlichen Unterschriftenkampagne die Bundesregierung auf, den betroffenen Ländern mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Nur so könnten weltweit wirksame Programme aufgelegt werden, um das Risiko einer Übertragung weiter zu minimieren.
"Brot für die Welt" hat zu diesem Themenbereich mehrere Filme in Auftrag gegeben, die im südlichen Afrika gedreht wurden. Drei Kurzfilme werden jetzt am 30. November und 1. Dezember in Weinstadt und Stuttgart gezeigt. "Die Filme sollen das Bewusstsein für die schwierigen Entscheidungen HIV-positiver Menschen mit Kinderwunsch schärfen und Diskussionen herbeiführen", sagt der preisgekrönte südafrikanische Filmregisseur Don Edkins. Er wird bei den Filmpremieren in Weinstadt und Stuttgart anwesend sein.
Peter Liebe
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geschrieben am 29.11.2010 um 18:35 Uhr.