Freitag, 7. Oktober 2011 -
Bezirk Ulm trifft sich in Langenau zum Chortraining
Nein, dabei handelt es sich nicht um eine Interessens-gruppe, die sich nun wöchentlich zu sportlichen Aktivitäten trifft und zusammen joggt, um sich auf eventuelle „Bläsermarathone" vorzubereiten. Albrecht Schuler hat uns bei seinem Besuch ein neues Notenheft mitgebracht Diese Heft namens Chortraining wurde von unserem Landesposaunenwart herausgegeben und wir sollen damit nun selbst trainieren.
Albrecht Schuler war dazu eigens in den Ulmer Bezirk gereist, um uns den Inhalt und das Ziel dieses Heftes zu erläutern und schmackhaft zu machen.
Versprach er uns doch, dass, wenn wir die Kapitel nacheinander durcharbeiten würden, garantiert eine positive Veränderung im Chor an Klang und Zusammenspiel spürbar würde.
Das hörte sich zwar sehr reizvoll an, aber: „ohne Fleiß kein Preis" klang es doch sehr nach Arbeit. Blasend und erklärend führte er uns durch das Heft und wir mussten feststellen: Trainieren kann auch Spaß machen.
Ganz sicher gibt es für jeden Chor, jede Bläserin und jeden Bläser darin Übungen zu finden, die Spaß machen, Übungen, die vielleicht weniger Spaß machen, aber als nützlich erkannt werden, Übungen die herausfordern und zu noch mehr üben anstacheln.
Das Heft kann daheim zum Blasen, im Chor zum Einblasen oder „trainieren" verwendet werden und es findet sich sogar die eine oder andere Übung, die als kleines Vortragsstück oder Choralvorspiel geeignet ist. Es wird uns sicherlich ein guter Begleiter in unserem Bläseralltag: dieses Chortraining.


Eine trainingswillige Bläserin aus Langenau
Besondere Begegnungen von Bläsern in Italien an Pfingsten 2011
In den Bergtälern der italienischen Waldensertäler nähe Turin ( Val Pellice ) gibt es eine kleine, aber feine Bläsergruppe, die unter der Leitung von Dario Paone Bläserarbeit in der Region der waldensischen (evangelischen) Gemeinden macht. Eben diese Bläsergruppe mit dem Namen TROMBETTIERI besuchte im Jahr 2010 den Landesposaunentag in Ulm. Das blieb nicht folgenlos. Die Bläserfreunde aus Italien wurden durch die Eindrücke der großen Bläsergemeinschaft in Ulm ermutigt, auch selbst ein Bläsertreffen zu arrangieren. Dieses terminierten sie an Pfingsten in Torre Pellice, dem geistlichen und kulturellen Zentrum der italienischen Waldenserkirche. Da wir im Bezirk Leonberg mit Mario Ratsimba einen Chorleiter haben, der selbst Waldenser ist und aus diesen Tälern stammt, lief über ihn zusammen mit Bezirksposaunenwart Helmut Nonnenmann die Werbung zur Durchführung einer Bläserfahrt in die Waldensertäler.
Am Freitag vor Pfingsten starteten wir mit ca. 20 Bläsern per Bus, den unser befreundeter Chorleiter Thomas Frank aus Gärtringen souverän steuerte; wir fuhren über die Schweiz, den großen St. Bernardpass, das Aostatal und zweigten von der Po-Ebene östlich Turin in die Region des italienisch-französischen Berggebiets des Val Pellice ab. Dort wurden wir von unseren italienischen Bläser-freunden herzlich begrüßt und in der „Villa Olanda" für die Dauer unseres Aufenthalts unterge-bracht. Einige Bläser fuhren auch mit ihren PKW`s nach, da sie im Anschluss an die Bläserreise noch eine längere Zeit Urlaub im Piemont angehängt hatten.
Am Samstagvormittag lernen wir zunächst mit dem Besuch des Museum von Torre Pellice die Entstehung der Arbeit der Waldenserkirche als einer über lange Zeit heftig unterdrückten Gemeinschaft kennen. Das Durchhaltevermögen der von Petrus Waldes bereits im 11. Jahrhundert gegründeten vorreformatorischen Bewegung beeindruckte uns sehr. Wir konnten uns davon überzeugen, dass diese trotz erheblicher Widerstände seitens der Katholiken und damaliger italienischer Machthaber mit mehrfachen Vertreibungen vor allem in der Region des Val Pellice noch immer besteht. In Torre Pellice ist auch der Sitz der Synode der italienischen Protestanten. Freilich bestehen Kontakte dorthin von vielen deutschen Freunden vor allem aus solchen württembergischen und badischen Regionen, in denen die einst vertriebenen Waldenser ohne Repressalien ihren evangelischen Glauben leben und in ihrer eher schlichten Lebenskultur verbleiben konnten. Die meisten Neuansiedlungen in Württemberg von Waldensern erfolgten um die Jahrhundertwende 1700. Damals entstanden u.a. die Orte, die auch heute noch die ursprünglichen französischen Namen tragen wie Perouse, Pinache, oder Serres.
Der Samstagmittag stand im Zeichen des gemeinsamen Übens für die Gottes-dienste am Sonntag und der Vorbereitung des großen Bläserkonzertes in der Kirche von Torre Pellice. Zu unserem Chor kamen jetzt noch weitere Bläserfreunde dazu. Es waren einige Bläser aus der badischen Bläserarbeit (aus Bühl und aus Königsbach); auch die Bläser der TROMBETTIERI verstärkten den jetzt stattlichen Gesamtchor mit zusammen ca. 45 Blechbläsern. Man hatte sich vorab auf gemeinsame Literatur verständigt, die sich teilweise aus dem Liedgut der Waldenser, zum andern aus deutscher Bläserliteratur zusammensetzte. Die Leitung der Bläsergruppe wurde abwechselnd von den anwesenden Chorleitern wahrgenommen. Es konnte schnell ein gutes musikalisches Niveau erreicht werden; das gemeinsame Musizieren gelang wunderbar und beseitigte jegliche Sprachbarrieren. Abends konnten wir als Gäste an einem Konzert in der Kirche von Torre teilnehmen, das zwei Blechbläsergruppen aus Trossingen - Musikhoch-schulstudenten - und einer Gruppe aus Torre Pellice gegeben hatten. Den Zuhörern wurde ein sehr anspruchsvolles und gut gelungenes Programm geboten; dieser Ohrenschmaus reizte unsere Gruppe sehr, möglichst einen ebenfalls in jeglicher Hinsicht lohnenden Bläserauftritt abzuliefern.
Am Pfingstsonntag waren also unsere Bläser gefordert. Zuerst in zwei Gottesdiensten, die wir musikalisch bereichert hatten in Torre Pellice und in Villar Pellice. Wir waren dann zu einer Be- gegnung mit der Ortskirchen-gemeinde ins Gemeindehaus zum Essen eingeladen und konnten auch die Spezialitäten der waldensischen Küche testen, z.B. handgerührte Polenta. Nach einem kurzen Abstecher zu der Barben-schule im Val Angrogna und dem gemeinsamen Lasagne-Essen ging es zur Hauptprobe in die Kirche. Obwohl wir sicher weniger anspruchsvolle Stücke als am Vortag auf dem Programm hatten, war die Kirche noch besser besucht. Die Begeisterung unserer Zuhörer über unsere Musik war enorm. Und wir haben eine echte Bläserfreundschaft sehr eindrücklich erleben können.
Der Pfingstmontag war noch einem Ausflug ins Weingebiet der Longhe vorbe-halten. Wir konnten an einer Führung im Weinbaubetrieb teilhaben. Uns wurde der Anbau und die aufwändige Herstellung des nur aus diesem Gebiet kommenden Barolo-Weins, der jahrelang in Eichenfässern gelagert wird und dort zur Reife kommt, verdeutlicht. Es schloss sich ein tolles etwa 10-gängiges Essen in einem Speiserestaurant an, das die allerhöchsten Prädikate verdient. Auch die Fahrt durch die Weinberge war eine Augenweide. Abends zurück in der Villa Olanda blieb noch Zeit und Raum für eine letzte Bläsereinheit und einen geistlichen Impuls. Dabei wechselte auch ein Tenorhorn aus Baden seinen neuen Besitzer; dieses wird künftig ein junger, waldensischer Bläser bedienen.
Schließlich stand der Dienstag für die meisten der Gruppe unter dem Zeichen der Rückfahrt, zunächst bei wunderschönem klaren Wetter. Unsere Gruppe hatte also eine tolle Bläserzeit erlebt. Sie macht uns Appetit, dass diese Bläserbegegnung eine Fortsetzung bekommt und wir planen daher, dass wir spätestens beim Landesposaunentag 2012 in Ulm wieder gemeinsam musizieren können, zu Gottes Lob und Ehre. In der Tat - wir hatten eine außergewöhnliche Bläserbegegnung!
Helmut Nonnenmann, Bezirksposaunenwart Bezirk Leonberg
Stabwechsel in Urach. Peter Mayer als neuer Bezirksposaunenwart eingesetzt.
Nach 20 Jahren Bezirksposaunen- wart wurde Wilfried Gollmer am
28. November in der Amandus- kirche in Bad Urach verabschiedet. Für sein großes Engagement erhielt er die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg.
Im Gottesdienst predigte Pfarrer Gottfried Heinzmann, Leiter des ejw, über die Erwartung des Königs aus Sacharja 9,9.10
Predigt zum Download (pdf-Datei)
Mehr dazu in den Zeitungsberichten:
http://www.swp.de/metzingen/lokales/ermstal/art5662,746329
http://www.gea.de/region+reutlingen/neckar+erms/eine+aera+geht+zu+ende.1672582.htm


Der neue Bezirksposaunenwart Peter Mayer (links) mit Landesposaunenwart Hans-Ulrich Nonnenmann (ejw) und Pfarrer Gottfried Heinzmann, Leiter des ejw