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Gemeinsamer Fortbildungstag der Schülerarbeit im ejw und des ejw Waiblingen für Freizeitmitarbeiter
Für den Krisenfall gut gewappnetEine Krise ist ein unverhofftes und unerwünschtes Ereignis, definiert Michael Borger, Freizeitreferent im Landesjugendpfarramt der Pfalz. Auf einer Freizeit in Italien mit Jugendlichen geht in Rom plötzlich ein Kind mit Behinderung verloren. Es erscheint nicht pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt. Es gibt keine Erfahrungen. Es besteht hoher Handlungsdruck.

30 ehrenamtliche Mitarbeiter in der Schüler- und Jugendarbeit wollen vorbereitet sein. Wir haben uns für das Seminar „Wenn's plötzlich schwierig wird - Vom verantwortungsvollen Umgang mit Seelsorge, Beziehungen und Krise" am 14. Mai in Schwaikheim angemeldet und erwarten gespannt, wie mit solch einer Situation umgegangen werden sollte. Es gibt weitere heftige Beispiele. Doch es werden keine Patentrezepte aus einem schlauen Büchlein ausgegeben. In Gruppen überlegen wird zusammen, wie jetzt vorgegangen werden sollte.

Es wird schnell klar: je größer das Ereignis, desto umfassendere Hilfe wird benötigt. Und das kann schnell auch mal Kreise ziehen über die Freizeitverantwortlichen vor Ort hinaus. Vielleicht geht es sogar so weit, dass besser das ejw als Leit- und Informationsstelle eingeschaltet wird. Besonders wenn Medien mit im Spiel sind und Eltern informiert werden müssen.

An dieser Stelle fühle ich mich überfordert. Neu ist für mich der Gedanke, dass es je nach Schwere und Ausmaß der Situation keine Scheu geben darf, auch das ejw einzubeziehen. Im Evangelischen Jugendwerk sitzen erfahrene Mitarbeiter, die angemessen mit Eltern und angemessen mit Medien umgehen können. Das nimmt auch Verantwortung von mir als Mitarbeiter vor Ort.

Zu meiner Beruhigung besprechen wir die Notfallszenarien. Vorausschauendes Planen ist ungemein wichtig, um Großschadensereignissen vorzubeugen. Wir überlegen, wie diese Situationen hätten vermieden werden können. Es gibt eine Notfallcheckliste. Auch das hilft weiter.

Landesschülerpfarrer Wolfgang Ilg spricht in einem zweiten Teil über Seelsorge. Da gibt es eine Reihe von hilfreichen Tipps: Der Seelsorger muss seine eigenen Grenzen kennen. Gespräche werden angeboten, aber niemals aufgezwungen. Niemand wird verurteilt, egal um was es geht. Das Gegenüber bestimmt den Inhalt. Es gilt eine Verschwiegenheitspflicht. Gutes Zuhören ist wichtig. Schwierig ist meist, das Problem meines Gegenübers zu erkennen. Vielleicht weiß er es selbst nicht genau. Möglicherweise überlagert ein vordergründiges Problem eine tiefer liegende Not.

Deutlich ist eines geworden: wir können nicht auf alles vorbereitet sein, selbst bei gründlichster Vorarbeit. Aber diese darf keinesfalls fehlen! Als Freizeitmitarbeiter bleibt uns dann außerdem, dass das ejw ein großes, starkes Netz darstellt, das uns auffängt, „wenn's plötzlich schwierig wird".

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geschrieben von Tobias Keil am 25.05.2011 um 08:59 Uhr.
 
 

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