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Lernen statt Betteln

Die Schule des YMCA in Addis Abeba

Lernen statt Betteln
Die Schule des YMCA in Addis Abeba, Stadtteil Ketema

Die Schule des YMCA, die von außen eher wie ein Geräteschuppen aussieht, liegt in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba im Stadtteil Ketema. Dort werden 60 Kinder, die aus sehr armen Verhältnissen kommen, in 2 Klassen unterrichtet. 20 von ihnen sind Waisenkinder und leben bei Pflegeeltern. Sie werden durch ein sog. „Fosterchildren-Programm“ unterstützt. Üblicherweise liegt die Klassenstärke in den staatlichen Schulen bei 70 bis 80 Kinder. Die Eltern und die Kinder sind sehr froh, dass es dieses Bildungsangebot des YMCA gibt, denn nicht alle Kinder besuchen eine Schule. Oft müssen sie betteln oder zum Arbeiten gehen, damit sie Geld für zum Teil nur zwei Mahlzeiten am Tag verdienen können.

Im Mai 2008 besuchte Sonja Gutmann (bis Oktober 2008 in der Schülerinnen und Schülerarbeit des ejw tätig) zusammen mit mir und einer kleinen Reisegruppe aus dem ejw auch die Schule in Addis Abeba. Sonja Gutmann berichtet in einen kurzen Interview: „Beeindruckt hat mich die Disziplin, die in den Klassen, die wir besucht haben, herrschte. Und die Höflichkeit, die die Jugendlichen Erwachsenen entgegengebracht haben. Ich denke, dass „Lernen“ in Äthiopien wirklich als ein Vorrecht gesehen wird. Viele wollen zur Schule und danach studieren - das ist aber den Wenigsten möglich, weil bestimmte Studiengänge nur in bestimmten Städten angeboten werden und sich die Jugendlichen einen Umzug nicht leisten können. E-Learning und Fernstudiengänge gibt es in Äthiopien noch nicht. Gewundert hat mich allerdings, dass die Äthiopier bereits das praktizieren, was bei uns in Baden-Württemberg erst im Aufbau ist: es gibt innerhalb der Schulzeit sogenannte „Clubs“, wo außerschulische Träger (Verbände, Vereine etc.) Angebote machen, die von der Schülerinnen und Schülern gewählt werden können. Der YMCA Bahir Dar bietet z.B. eine HIV/Aids-Prävention an, verbunden mit anderen Tipps und Tricks zur Ersten Hilfe. Außerdem existiert das Prinzip des „Peer-Learnings“: Schülerinneninnen und Schüler werden auf einem bestimmten Gebiet geschult, um den Stoff dann ihren gleichaltrigen Mitschülerinnen und -schülern (gleicher Entwicklungsstand etc.) beizubringen. Ein Prinzip, das bei uns noch wenig bekannt ist.“

In der Schule des YMCA in Addis Abeba, Stadtteil Ketema


Der ejw-Weltdienst unterstützt die Schule des YMCA Ketema in diesem Jahr mit 3.000 Euro.
Der monatliche Gehalt eines Lehrers liegt bei 50 Euro.
Für das Foster-Parents-Programm werden 70 Euro pro Kind benötigt.
1 Schulbuch kostet 3 Euro
1 Lehrerbuch kostet 6 Euro

Spendenkonto:
EKK
BLZ 520 604 10
Konto-Nr. 400 405 485
Projekt-Nr. 166 (Äthiopien - Ausbildung)

Unterstützung der Projekte per SMS:
Sende das Schlüsselwort WELTWEIT via SMS an die 81190
Eine SMS kostet 3 EUR zzgl. der normalen SMS-Versandkosten.
Davon gehen 2,83 EUR an das ejw für Arbeit des ejw-Weltdienstes

Hintergrund:
Im Nord-Osten Afrikas liegt Äthiopien, ein Land voller Vielfältigkeit und Kontraste, Faszination und Armut. Äthiopien hat fast 80 Millionen Einwohner und ist dreimal so groß wie Deutschland. 80 verschiedene ethnische Gruppen und Sprachen machen ein Teil der Vielfalt dieses Landes aus. Etwa 50% der Äthiopier bekennen sich zum christlichen Glauben (davon gut 2/3 äthiopisch-orthodox und knapp 1/3 evangelisch), ungefähr 45% sind Muslime. Christen und Muslime leben in Äthiopien friedlich miteinander. Die Hauptstadt Addis Abeba liegt in 2 500 m Höhe.
Obwohl es in den letzten Jahren einen beginnenden wirtschaftlichen Aufschwung gab, ist das Land nach wie vor von großer Armut geprägt. Viele Hilfsorganisationen bemühen sich, die Not zu lindern. Leider prägen Armut, Hunger, Straßenkinder und HIV/Aids dieses Land sehr tief.
Seit 1992 haben sich in Äthiopien wieder neun YMCA gegründet, die es schon in der Kaiserzeit gab.
Der ejw-Weltdienst unterhält seit 1996 eine enge Partnerschaft zu den äthiopischen YMCA.
Wir unterstützen vor allem die Arbeit mit Straßenkindern, den Aufbau der YMCA und Ausbildungsprogramme. Immer wieder finden Work- und Begegnungscamps für junge Leute statt und werden Kulturreisen für Erwachsene angeboten.

Die YMCA Ethiopia Vision:
“To see spiritually strong, intellectually developed and physically fit men and women in Ethiopia with special emphasis to the young and the marginalized groups.”
(Unsere Visionen sind geistlich starke, intellektuell entwickelte und körperlich gesunde Männer und Frauen mit besonderer Betonung auf die Jugend und an den Rand Gedrängten.)

geschrieben von Eberhard Fuhr/Fritz Leng am 24.06.2010 um 10:13 Uhr.


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