Sie sind hier: ejw-Weltdienst : Aktuelles

Aktuelles

Tagebuch

Zwischen durchs heilige Land

Jugendreferentin Evi Handke für fünf Monate in der Westbank

Zwischen durchs heilige Land
Evi Handke (Mitte) mit palästinensischen Gästen des East Jerusalem YMCA in Schwäbisch Hall (September 2011)

Die 31-jährige Bezirksjugendreferentin Evi Handke aus Schwäbisch Hall ist am heutigen Mittwoch nach Palästina ausgereist, um sich für die nächsten fünf Monate als ökumenische Begleiterin beim Ökumenisches Begleitprogramm in Israel und Palästina (EAPPI) zu engagieren. Vor ihrem Einsatz begann die bisherige Bezirksjugendreferentin in der Volkshochschule Arabisch zu lernen und erhofft sich nun, mit den Menschen besser ins Gespräch zu kommen.

Quer durchs Heilige Land verläuft eine Trennmauer, von der sich die einen Sicherheit erhoffen und die das Leben der anderen auf grausame Weise durchkreuzt. Ökumenische Begleiter sind an den Brennpunkten (Checkpoints, Mauerbau, Hauszerstörungen) als internationale Beobachter präsent und versuchen deeskalierend zu wirken. Die Aufgabe der Freiwilligen ist es, Friedensaktivitäten von Israelis und Palästinensern zu unterstützen und sich für die Einhaltung der Menschenrechte einzusetzen. Unweit von Nablus im Westjordanland wird die Deutsche mit drei andern EAPPI-Teamern in dem kleinen Dorf Yanoun wohnen, deren palästinensische Bewohner durch aggressive jüdischen Siedler bedroht sind, Bereits die Präsenz der ökumenischen Begleiter aus dem Ausland bietet den Dorfbewohnern die die notwendige Sicherheit.

Das Programm wurde auf Anfrage der palästinensischen Christen an den Ökumenischen Rat der Kirchen vor zehn Jahren ins Leben gerufen und wird weltweit von christlichen Kirchen getragen.

Handke hat schon einmal für fast ein Jahr im Nahen Osten gelebt und seither einige Male das Heilige Land bereist. Dadurch hat sie Einblicke in die verzwickte Entwicklung des israelisch-palästinensischen Konflikts erhalten und kann die Situation vor Ort so anders einschätzen. Trotzdem hat sie großen Respekt vor ihrer neuen Aufgabe und fragt sich z.B. welche Wege es gibt, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die gerade ihre Lebensgrundlage verloren haben? Sie möchte nicht hinnehmen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten werden, Statt dessen will sie den Menschen zeigen, dass es Christen auf dieser Welt gibt, die sich für ihre Situation interessieren.

Zwischendurch wird Handke die wunderschöne Landschaft im Frühling genießen. Sie ist fasziniert von der Kultur und den Menschen und freut sich auf das orientalische Essen. Den Frauen möchte sie beim Kochen gerne ein wenig über die Schultern blicken.

In ihrem Internettagebuch wird Handke über ihre Erfahrungen berichten, und spart dabei auch das Elend, das durch die Besatzung entsteht, nicht aus. Aber auch von hoffnungsvollen Projekten der Menschen auf beiden Seiten der Mauer will sie erzählen. Seit gut einem halben Jahr ist sie aktives Mitglied im Unterausschuss Palästina/Rumänien/Slowakei des ejw-Weltdienstes.

Interessierten lässt die engagierte Frau mit einem Rundbrief gerne an ihrem Leben im Nahen Osten teilhaben.
Anmeldung unter:
evihandke@googlemail.com.

Weitere Informationen:
Infos zum Einsatzort Yanoun

Blog von Evi Handke

geschrieben von Thamar Huber (Redaktion: E. Fuhr) am 08.02.2012 um 20:18 Uhr.


[zur Übersicht]