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Sudan

Zur Lage im Sudan

Aus einem Telefon-Gespräch mit Dr. William Wageeh, dem Vorsitzenden des YMCA in Khartoum

Zur Lage im Sudan
Hintergrund-Informationen zur Lage in Khartoum/Sudan
und zur Arbeit des YMCA in der Schule im Lager Gabarona
Aus dem Telefon-Gespräch von Matthias Hiller, Landesreferent Internationale Arbeit des ejw mit Dr. William Wageeh, dem Vorsitzenden des YMCA Khartoum am Montag, 27. April 2009

„Wir haben von Werners Unfall bei der Tour gehört. Unsere Gebete sind mit Werner Bitzer und auch mit den anderen Fahrern!“ sagte Dr. William Wageeh am Telefon.
Die Lage in Khartoum ist ruhig. Die Unruhen um die Ausweisung einiger NGOs sind verebbt.
Zurzeit sind 330 Kinder in der Schule im Lager Gabarona im Westen Khartoums. Es gibt eine lange Warteliste für die Schule. 12 Lehrer unterrichten die Kinder in zwei Schichten (vormittags bis 12.00 h, dann Hitzepause, dann ab 14:30 h bis Sonnenuntergang).
Werner Bitzer und die anderen Fahrradfahrer haben beim Besuch im Januar 2009 begonnen, Malarianetze zu verteilen.
Dr. Wageeh: „Wir haben dann mit der finanziellen Unterstützung aus dem ejw nach und nach an alle Familien, die Kinder in die Schule schicken, Malarianetze verteilen können. Bereits jetzt, merken wir, dass die Kinder seltener Fieber haben. Dadurch gehen auch andere Krankheiten leicht zurück. Im Lager gibt es aber immer noch sehr häufig Durchfall mit verschiedensten Ursachen.“

Im Januar 09, während des Einsatzes der Gruppe aus dem ejw, Deutschland ist die Gesundheitsstation in Sichtweite der Schule abgebrannt. Es war nicht zu klären, ob dies Brandstiftung war, evtl. sogar mit dem Ziel, die ausländischen Helfer zu gefährden oder zu vertreiben. Bis heute konnte die Station aber auch nicht wieder eingerichtet werden.
Der YMCA Khartoum konnte nun mit Ärzten an drei Kliniken bzw. Polykliniken in Khartoum vereinbaren, dass diese nun an bestimmten Wochentagen Kinder aus dem Lager kostenlos zu behandeln.
Für Medikamente und vor allem Fahrtkosten aus dem Wüstenlager in die Hauptstadt braucht der YMCA weiterhin Unterstützung.

Durch die nun sehr hohen Temperaturen (27.4.09, Mittags-Ortszeit: 49 °C) und die große Trockenheit ist in Khartoum und Umgebung Meningitis (Hirnhautentzündung) ausgebrochen. Bei dieser Krankheit sind vor allem Menschen, die an heißen und trocken-staubigen Orten dichtgedrängt zusammen kommen (Schulen, Märkte, etc.) sehr infektionsgefährdet.
Der YMCA Khartoum hat deshalb im März und April alle Kinder in der Schule in Gabarona impfen lassen, zum Teil konnten auch die Mütter und Geschwister mitgeimpft werden.
Dr. Wageeh erläutert weiter: „Die Leute in dem Lager sind noch immer in einer sehr schwierigen Lage. Nahrungsmittel fehlen, und auch der Schutz gegen Tageshitze und nächtliche Kälte in der Wüste ist sehr unzureichend. Nun kommt die zusätzliche Hitze und Trockenheit dieser Jahreszeit hinzu. Und es gibt keine auch nur andeutungsweise ausreichende Wasserversorgung des Lagers. Dadurch sind die Kinder weiterhin geschwächt und gefährdet. Der YMCA wird deshalb von nun außer dem Wasser für die Kinder der Schule auch mindestens pro Kind eine Mahlzeit täglich verteilen. „

Dr. William Wageeh grüßt herzlich das ejw und alle Unterstützer in Deutschland: „Im YMCA Khartoum und in unseren Kirchen beten wir für Deutschland und die großen Schwierigkeiten der Finanzkrise. Und wir danken besonders für alle Hilfe, die trotzdem für die Menschen im Sudan ermöglicht wird. Danke!“

Zusammengefasst von Matthias Hiller 27.4.2009, 11.00 Uhr

geschrieben von ef am 28.04.2009 um 15:00 Uhr.


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