Roadshow Sachsen: Kirche Kunterbunt kommt auf die Straße

06.12.2022 | Redaktion: Judith Kaplan, Öffentlichkeitsarbeit EJW

Wie ein FreshX Modell sich ausbreitet und hundertfach multipliziert

Im Herbst 2022 waren das sächsische und das ökumenisch-badische Team gemeinsam in Sachsen unterwegs. Ziel war es, sächsische Kirchengemeinden mit Kirche Kunterbunt zu inspirieren und dort die Lust zu wecken, mit diesem FreshX Modell neue Wege in der Kinder- und Familienarbeit zu gehen. In 6 Tagen waren 5 Gemeinden und 450 Familien mit ihren Kindern und weiteren Multiplikatoren beteiligt.

Kirche im Aufbruch – Kirche bei den Menschen – kunterbunte Kirche für Familien mit ihren Kindern. Das ist etwas für Baden-Württemberg, da sind wir sicher!

Ein Bericht von Melina Göttler:

Es ist der 14. November 2022. Auf einem Rastplatz nahe Heilbronn werden bei eisiger Kälte zwischen monströsen Lastkraftwagen einige Kartons, Kisten und eine Person in einen Kleinbus verladen. Der Inhalt der Kisten: geheimnisvolle Anleitungen, Kanonen, unbekannte Flüssigkeiten, …
Gegen 8.45 Uhr verlässt der Wagen mit drei uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannten Personen den Parkplatz. Die Route führt die Gruppe über Nürnberg und Bayreuth in Richtung Sachsen. Genauer gesagt nach Rödlitz. Dort stößt eine weitere Person hinzu. Wie sich herausgestellt hat, haben die vier Personen eine gemeinsame Mission. Sie nennen es: Inspirieren.

Montag, 14:13 Uhr, Rödlitz
Entwarnung: Beim Entladen des Kleintransporters konnte das Reporterteam den Inhalt der Kisten identifizieren. Es handelt sich dabei um Konfetti-Kanonen, Seifenblasen und Anleitungen für verschiedene Ideen der Kirche Kunterbunt. Was diese ominöse Kirche Kunterbunt ist, werden wir in den nächsten Minuten noch in Erfahrung bringen.

Montag, 16:16 Uhr, Rödlitz
Bei den vier Personen handelt sich um Göran S., Laura M., Manny S. und Melina G. Sie sind Teil des FreshX-Netzwerks und werden die Woche über nach eigenen Angaben nicht in Rödlitz bleiben.
Was Kirche Kunterbunt ist, werden wir heute Abend erfahren. Dort wollen sie Stellung beziehen und uns im kleineren Rahmen über ihre Motive aufklären.

Was sich wie eine Live-Berichterstattung anhört, wurde im Herbst 2022 zur Realität. Natürlich etwas weniger dramatisch. Vom 14. bis 19. November tourten wir vier – das sind Göran Schmidt (Diakon und Neulandentdecker Baden), Laura Müller (Referentin in der Erzdiözese Freiburg), Manny Sauerbrey (Jugendreferent in Plauen und KiKu-Koordinator für Sachsen) und Melina Göttler (BFDlerin im EJW im Bereich musikplus und Kirche Kunterbunt) – mit einem voll beladenen Kleinbus quer durch Sachsen. Wir machten Halt in Rödlitz, Zwickau, Burgstädt, Zeithain und Neschwitz, wo wir teilweise eine Kirche Kunterbunt durchführten und teils einen Workshop anboten, der interessierten Menschen und ehren- und hauptamtlichen Multiplikatoren das Konzept der Kirche Kunterbunt näherbringen sollte.

Die Idee dahinter: Viele verschiedene Menschen und Gemeinden nahezu zeitgleich inspirieren und ihnen einen neuen Denkanstoß geben, wie neue Formen von Kirche in ihren Gemeinden Platz finden können.

Die Erzählung einer Frau in Zeithain führte uns vor Augen, dass dieser Plan aufgegangen ist. Sie habe am Vorabend mit einer Freundin aus Burgstädt telefoniert und sich mit ihr über das Konzept der Kirche Kunterbunt und die Umsetzung am Vortag ausgetauscht. Der Vorteil, dass viele Menschen Kirche Kunterbunt gleichzeitig erleben und darüber nachdenken konnten, wurde also in Gänze ausgekostet. Solch einen Effekt hätten wir mit einzelnen Inspirationstagen in zeitlich größerem Abstand vermutlich nicht erzielen können. Kommt der eine gerade so richtig inspiriert von einem Inspirationstag zurück, hat der andere schon fast wieder vergessen, dass er vor ein paar Monaten selbst bei solch einem Tag dabei war.

Darüber hinaus können die Familien das Konzept der Kirche Kunterbunt selbst an ihrem Ort erleben und sehen, wie viel in dem kleinsten Gemeindehaus möglich ist und eventuell ihr Gemeindehaus oder ihre Kirche so voll sehen wie lange nicht mehr. Diese Erfahrungen und einige Rückmeldungen haben auch im Roadshow-Team einen Gedanken ins Rollen gebracht: Wie wäre es, wenn die Roadshow in Sachsen keine einmalige Sache bleiben würde? Wenn wir durch dieses Konzept Kirche Kunterbunt in der ganzen Republik streuen könnten? Diesem Gedanken werden wir in den nächsten Wochen weiter nachgehen.

Nun sind wir aber erst einmal dankbar für die Zeit, die hinter uns liegt, und gespannt, was Gott in Sachsen tut und was sich dort in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt. Und wir sind uns sicher: Wenn wir freigiebig und großzügig mit unseren Gaben und Ressourcen sind – auch außerhalb unserer Landeskirchengrenzen – werden wir Wunder erleben und es wird hundertfach zurückfließen. Wie Franziskus von Assisi im Geiste von Jesus Christus sagt: „Denn wer sich hingibt, der empfängt; wer sich selbst vergisst, der findet“.

Melina Göttler, EJW
Göran Schmidt, Diakon für FreshX in Baden

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