13.07.2015

1 Million Views erreicht

© http://placeit.net

Warum Webvideos wichtig für die Jugendarbeit sind. Ein Interview.

Am Sonntag, den 12. Juli 2015 war es soweit: Nach fast sieben Jahren Videoarbeit im EJW knackte der Zähler des EJW-YouTube-Kanals zwei Marken: die 1 Million Views und 1000 Abonnenten. Das heißt die knapp 350 Videos des EJW wurden gemeinsam mehr als 1 Million Mal angeschaut und über 1000 Menschen haben den Kanal abonniert und werden so über neu produzierte Videos wie z.B. die 99seconds regelmäßig informiert. 

Ein Interview

Thomas Vollmer, Masterstudent für Unternehmenskommunikation an der Hochschule der Medien, war 2008 FSJler im EJW und mit dafür verantwortlich, dass der YouTube-Kanal der EJWs ins Leben gerufen wurde. Auch heute produziert er weiterhin Videos für das EJW-Videoteam.

 

Wie kam es denn 2008 dazu, dass du als FSJler für das EJW einen YouTube-Kanal eröffnet hast?

Thomas: Auf dem CLUBCAMP 2008 gab es zum allerersten Mal ein kleines Videoteam des EJW, das regelmäßige Tageszusammenfassungen auf dem Camp produziert hat. Viele Teilnehmer wollten die Videos zuhause noch einmal anschauen. Daraufhin hab ich nach Möglichkeiten gesucht, wie wir die Videos rechtlich einwandfrei zur Verfügung stellen können und da war YouTube die einfachste Lösung. Der erste Account des EJW war sozusagen eigentlich der des CLUBCAMP 2008. Drei Wochen später habe ich mit dem damaligen Öffentlichkeitsreferenten Rainer Rudolph beschlossen, dass Videos aus den unterschiedlichen Bereichen des EJW besser auf einem gemeinsamen Account gesammelt werden. Dies hat sich bis heute bewährt. 

Heute nutzen Jugendliche YouTube häufiger als Facebook. War denn der Erfolg der Videoplattform damals schon abzusehen?

Thomas: Nein. Es war damals einfach die einfachste Art und Weise Videos kostengünstig zur Verfügung zu stellen. Wobei auch damals schon der Gedanke im Raum stand, dass wir damit Jugendliche erreichen die sonst keinen Kontakt zum EJW haben. Dass YouTube einmal eine so starke Rolle im Leben von Jugendlichen spielen würde, war noch nicht abzusehen. 

Wenn nicht 2008 - wann habt ihr gemerkt, dass YouTube ein wichtiger Player im Social Web wurde?

Thomas: Das war eigentlich schon beim EJW-Jugendtag 2009 als die finnische Band L-60° den Marktplatz in Stuttgart zum Beben gebracht hat. Im Anschluss fand man von diesem Konzert mehrere verwackelte Videos mit verzerrten Ton auf YouTube, die trotz der mäßigen Qualität häufig angeschaut und im Stile von „Hey, da war ich auch!“ kommentiert wurden. Da war mir eigentlich klar: diesen Bereich müssen wir stärker ausbauen, da mit Videos wesentlich mehr Emotionen transportiert werden können als mit Bild und Text. Und dass Jugendliche großen Wert auf Bewegtbild legen.

Was zeichnet ein gutes Video auf YouTube aus?

Thomas: Grundsätzlich ist es bei Veranstaltungen wichtig, dass die Videos sehr zeitnah online sind, weil da die Jugendlichen danach suchen. Außerdem spielt Musik nach wie vor eine große Rolle. Für viele Jugendliche ist YouTube ihr Musikplayer. Das zeigt auch die große Reichweite der EJW-Videos zum Jahreslosungslied. Ebenfalls interessant ist, dass mehrere kurze Videos eher angeschaut werden, als ein langes. Auch sind die Jugendlichen mittlerweile schnelle Schnitte und schnell erzählte Videos gewohnt.

Letztlich entscheidend sind aber nicht die Views oder die Technik dahinter, sondern die Geschichte die transportiert wird. Storytelling ist gerade im Bereich der Kommunikation das große Thema auch in vielen Unternehmen. Und es zeigt sich, dass sich Menschen immer noch von guten Geschichten faszinieren lassen. Gerade das EJW hat da viel zu erzählen und sollte das auch tun, eben da wo seine Zielgruppe ist. 

1 Millionen Views klingt jetzt nicht viel, wenn man so manchem „YouTube-Star“ folgt. Wie ist die Zahl einzuordnen?

Thomas: Man darf sich da glaube ich nicht mit LeFloid, Y-Titty und Co. messen. Das sind auch nur einige wenige YouTuber, die es eben geschafft haben eine große Fangemeinde aufzubauen. Das ist ihnen aber unter anderem gelungen, weil sie zum einen sehr regelmäßig Videos veröffentlichen und zum anderen ihre Persönlichkeit im Vordergrund steht. Die Videoarbeit im EJW ist eher journalistisch geprägt und möchte die Themen und Geschichten in den Vordergrund stellen. Da ist es schwerer sozusagen „Fans“ aufzubauen, die schon sehnsüchtig auf das nächste Video warten. Unter diesen Voraussetzungen sind 1.000 Abonnenten, die eben regelmäßig über neue Videos informiert werden möchten, ein ordentlicher Erfolg.

Was denkst du, was könnte in Zukunft wichtig werden?

Thomas: Das bleibt spannend. Heute ging das #netzfragtmerkel Video von LeFloid online. Zum ersten Mal stellt sich die Bundeskanzlerin den Fragen des YouTubers und der sogenannten Netzgemeinde. Vielleicht könnte man ja mal ein #netzfragtgottfried ausprobieren?  

Grundsätzlich aber sollte das EJW wie schon gesagt auf die Geschichten setzen, die sich in der Jugendarbeit abspielen - und die Bibel ist ja auch voll von tollen, erzählenswerten Geschichten. Und dabei die Lust am Experimentieren nicht verlieren. YouTube selbst hat erst vor kurzem seinen zehnten Geburtstag gefeiert und sich in dieser Zeit stark verändert. An diesen Änderungen gilt es dranzubleiben. Da passt auch der Jungschargruß „Mutig, voran!“ sehr gut.

 

Mehr zum Thema:

Alle Videos findet ihr unter http://ejwtube.de

Ich bin dabei!

Ich bin dabei!

Rolf Lehmann

Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

"Die evangelische Jugendarbeit und der weltweite CVJM befähigen Menschen zu verantwortungsvollem Engagement durch Bibel und Bildung. Deshalb steht diese Jugendarbeit am Anfang aller notwendigen Veränderungen, die ein wenig Reich Gottes und Licht aus der ewigen Welt in diese dunkle und kalte Welt herein leuchten lassen."

Jetzt unterstützen!
Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Zur Anfahrtsbeschreibung

Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: