20.12.2011 - rr

„Alles wirkliche Leben ist Begegnung"

Bundesverdienstkreuz am Bande an Beate Breithaupt verliehen.

von links nach rechts: Landrat Johannes Fuchs (Rems-Murr-Kreis), Beate Breithaupt, Bürgermeister Norbert Zeidler (Remshalden)

Im Trauzimmer des neu erbauten Rathaus in Remshalden-Geradstetten hat Beate Breithaupt aus Geradstetten-Grunbach aus der Hand von Johannes Fuchs, dem Landrat des Rems-Murr-Kreis, am vergangenen Montag das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Bürgermeister Norbert Zeidler bezeichnete sich bei seiner Begrüßung als „Herold“. Die Gemeinde sei stolzer Ausrichter der Feierstunde, da der Glanz auch auf die die Kommune abfalle. Die Ehrung sei ein Dank der Gemeinschaft an die Vorbilder. „Was wäre eine Gesellschaft ohne ein solches Engagement einer so engagierten Person?“ Den Remshaldener Bürgermeister beeindruckt die enorme Bandbreite des ehrenamtlichen Engagements der 53-jährigen freiberuflich tätigen Journalistin. Er wünscht sich, dass sich die jungen Menschen an ihr ein Vorbild nehmen und ihr nacheifern.

Landrat Johannes Fuchs ließ die vielen Stationen der über 38-jährigen ehrenamtlichen „Verbreitung christlicher Werte nämlich Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube und Sanftmut (nach Galater 5, 22)“ Revue passieren. Beate Breithaupt leistete „rund um den Globus wertvollen ehrenamtlichen Einsatz zur Förderung weltweiter christlicher Jugendarbeit.“ Sie sei lokal und international als Botschafterin Christi unterwegs. Von 2000 bis 2008 hat sie beispielsweise als Vizepräsidentin des Europäischen Bundes der CVJM (EAY) – heute YMCA Europe und Vorsitzende des Ausschusses für „Movement Development“ Verantwortung auf internationaler Ebene übernommen. In dieser Zeit hat sie Aufbaulager des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (EJW) in Europa, dem Nahen Osten in Afrika und auch in Guatemala geleitet. Dort suchten Kachikel-Indianer nach den Erfahrungen eines fürchterlichen Bürgerkriegs nach ihrer Identität und ihrer Maja-Kultur. Breithaupt hat damals beim Bau einer Schule in dem zentralamerikanischen Land aktiv mitgearbeitet.

Beispielhafter und völkerverbindender ehrenamtlicher Einsatz
Seit 1984, also fast seit 30 Jahren, ist Breithaupt auch Motor für die Beziehungen des EJW zum East Jerusalem YMCA. Über den EJW-Weltdienst und die Mitgliedschaft im CVJM-Gesamtverband in Deutschland hat der größte konfessionelle Jugendverband in Baden-Württemberg neben Partnerschaften in Osteuropa und Afrika auch eine enge Verbindung zu den Mitarbeitern der dortigen CVJM-Bewegung. Bei verschiedenen Seminaren war es der Germanistin immer ein großes Anliegen, dass ein Leben in Frieden und gegenseitiger Akzeptanz zwischen Palästinensern und Israelis in selbständigen Staaten möglich wird. So organisierte sie auch den gemeinsamen Besuch mit Palästinensern in Yad Vashem, der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem. Der Landrat berichtete bei der Feierstunde, dass er selbst im Jahr 2008 die Gelegenheit gehabt hätte, diesen Ort zu besuchen. „Wenn man diese eindrückliche Gedenkstätte einmal kennengelernt hat, dann wird in einem die Sehnsucht und das Bewusstsein nach friedlicher Koexistenz wachgerüttelt: Nie mehr Krieg, nie mehr Gewalt“ so Fuchs in seiner Festrede vor den knapp 50 Gästen.

Beate Breithaupt

National und lokal aktiv
Neben der internationalen Arbeit engagiert sich Beate Breithaupt ehrenamtlich auch auf nationaler und lokaler Ebene. Von 1999 bis 2011 war sie als Vertreterin des EJW im Vorstand des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland. Karl-Heinz Stengel, der Präses des bundesweiten Verbandes, bezeichnete sie bei der Feier als eine „besondere Persönlichkeit. Fröhlich, quirlig unterwegs, man fragt sich, was macht sie, wann schläft sie, wie bringt sie alles was sie tut zusammen?“ Irgendwie hätte man den Eindruck, dass die freiberufliche Tätigkeit ihr Hobby und ihr Beruf die Mitarbeit in Kirche, EJW und CVJM wäre. „Ihr Markenzeichen waren und sind bis heute die Liebe und Leidenschaft für die internationale Arbeit, vor allem für die Menschen. Ihre Wohnung ist Durchgangsstation, Anlaufstelle, Schlafplatz für Menschen, egal woher sie kommen und wohin sie gehen“ so Stengel in seinem Grußwort. Breithaupt sei wertvoll und eine von Gott besonders beschenkte Persönlichkeit. Anlässlich der Verabschiedung aus dem Vorstand des CVJM Gesamtverbandes wurde Breithaupt im Oktober die George-Williams-Medaille, die höchste Auszeichnung des deutschen CVJM, verliehen.

Breithaupt, Stengel, Heinzmann

von links nach rechts: Beate Breithaupt, Karl-Heinz Stengel (Präses CVJM Gesamtverband), Pfarrer Gottfried Heinzmann (Leiter des ejw)

„Wie passt das alles zusammen, das hohe Engagement auf lokaler Ebene, Württemberg, bundesweit und international“ fragte sich Pfarrer Gottfried Heinzmann, der Leiter des EJW in seinem kurzen Grußwort. „Für mich ist der Schlüssel für alles was Beate Breithaupt tut die Begegnung“ und er zitierte Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Dies gelte für eine Sitzung im Vorstand, für ein Zelt- oder Aufbaulager, genauso wie für ein Krisenmeeting, das es im EJW eben auch geben würde. Dieses Zitat passe auch zu dem Motto des ejw-Weltdienst: begegnen. bilden. teilen. Das EJW sei dankbar für das hohe Engagement der neuen Trägerin des Bundesverdienstkreuzes und auch dankbar, dass dies wahrgenommen und öffentlich gewürdigt werde. Das Jugendwerk lebe von solchen Menschen. Von 1987 bis 2007 war Breithaupt beispielweise Mitglied im Vorstand des ejw und von 1990 bis 2007 auch die stellvertretende Vorsitzende dieses Gremiums. Seit April 2011 ist sie stellvertretende Vorsitzende des neuen Fachausschusses des EJW-Weltdienst. Als symbolisches Geschenk erhielt Beate Breithaupt als gemeinsames Geschenk vom CVJM und dem EJW einen besonderen „Holzscheit-Engel“. „Du warst an vielen Stellen ein Bote Gottes und hast dabei viel Gutes zu den Menschen gebracht“ fügte Karl-Heinz Stengel an.

Auszeichnung stellvertretend für die Jugendarbeit
Breithaupt selbst dankte bei der Feierstunde ihren Eltern. Sie hätten ihr und ihren Brüdern den christlichen Glauben im Alltag vorgelebt. Sie sei von klein auf in dieses Gottvertrauen eingebettet gewesen. Dies sei noch immer ihr Motor für ihre ehrenamtliche Mitarbeit in Jugendwerk, im CVJM, an unterschiedlichen Stellen in der Evangelischen Landeskirche und auch in anderen Bereichen. „ Es gab und gibt immer Menschen, die mich begleitet, die mich gefördert und die mir etwas zugetraut haben“ und zitierte dann Dietrich Bonhoeffer, der sagte, „dass man das, was man geworden ist, nur durch andere geworden ist.“ Dies sei ihr sehr deutlich bewusst. Insofern wäre bei der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes auch Teilen angesagt gewesen. Sie sehe ihre Auszeichnung stellvertretend für die Jugend- und Kirchenarbeit. („Ich leihe das Verdienstkreuz auch gerne mal aus.“). So manchen Auftrag im internationalen Bereich habe sie als Privileg empfunden, aber auch als Auftrag, etwas zurückzugeben. Mit einem Zitat auf einer Postkarte, die in ihrem Badezimmer hängt, schloss sie ihre Dankesrede: „Die Seele wird nicht an Leistung und Ruhm gemessen, sondern an ihrer Substanz und an ihrer Güte.“

 Info-Box:
Beate Breithaupt, geboren 1958, lebt und arbeitet in Remshalden-Grunbach
Germanistin und freiberufliche Journalistin

Ehrenamtliche Tätigkeiten:


International
Seit 2000 Vizepräsidentin des Europäischen Bundes des CVJM (EAY)
Seit 2000 Vorsitzende des Ausschusses Movement Development
Viele persönliche Beziehungen in viele Länder unserer Erde
Beherbergt unentgeltlich Gäste des CVJM und des EJE mehrmals im Jahr

National:
November 1999 bis Oktober 2011:
Mitglied im Vorstand des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland e.V.
Seit 2000 Mitglied in den internationalen Gremien des CVJM-Gesamtverbandes in Deutschland e.V. Zunächst ca. ein Jahr im CVJM Weltdienstausschuss, danach im Arbeitskreis Internationale Begegnungen und Austauschprogramme

Württemberg:
1984 – 2011 Mitglied im Fachausschuss Ökumenisch-internationale Arbeit des EJW
1991 – 2011 Vorsitzende des Fachausschusses Ökumenisch-internationale Arbeit des ejw 1987 – 2007 Mitglied im Vorstand des EJW
1990 – 2007 Stellvertretende Vorsitzende des EJW
Seit April 2011 stellvertretende Vorsitzende des Fachausschusses ejw-Weltdienst
Seit 2007 Kirchengemeinderätin in Remshalden-Grundbach
Allgemein: Vorträge bei Landfrauenvereinen, bei Frauenfrühstücken, bei Seniorenveranstaltungen
Mitarbeit in Leitungsteams bei Workcamps/Aufbaulagern in Nigeria, Guatemala, Slowakei,
im Leitungsteam Krisenintervention mit (Generationen von) Hauptamtlichen hat sie geleistet Mitglied im Ausschuss für Entwicklungsbezogene Bildung (AZEB)
Mitglied im Jugendausschuss des GAW, einige paar Jahre Vorsitzende des Ausschusses

Bericht: Eberhard Fuhr

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