20.06.2010 - Autor: rr

Bildung braucht Vielfalt

Bundesministerin Schavan bei einer Talkrunde auf dem Landesposaunentag in Ulm.

„Hier wird gebildet!"
Zu diesem Thema hat der Vorsitzende des ejw, Harald Alber, zu einem Podiumsgespräch beim 43. ejw-Landesposaunentag am 20. Juni in das Ulmer Stadthaus eingeladen. Rund um das Thema Bildung diskutierten Bildungs-und Forschungsministerin Annette Schavan, Landesbischof Frank O. July, der Ulmer OB Ivo Gönner und Martin Burger, Landesreferent für Jugendpolitik im ejw und Vorstandsmitglied im Landesjugendring Baden-Württemberg.

images/2010-06-ejw-lapo-diskussion-schavan.jpg

 Ministerin Schavan machte schnell deutlich, dass Schulpädagogik nicht alleine für die Bildung von jungen Menschen zuständig ist. Jeder Mensch hat eine Bildungsgeschichte und diese setzt sich aus unterschiedlichen Erfahrungs-und Handlungsfeldern zusammen. Institutionen spielten dabei nicht so eine große Rolle, wie sie manchmal meinen.
 „Schule ist zuständig für das, was Kinder und Jugendliche woanders nicht lernen können", so Schavan.

Landesbischof July stellte fest: „Wir müssen heraus aus einer verzweckten Bildungsdebatte, Bildung darf nicht nur unter ökonomischen Zwecken bewertet und gemessen werden. Jeder hat ein Recht auf Bildung". Denn Bildung sei, nach Johannes Brenz, der beste Schutz einer Stadt. Dazu brauche es Bildungsnetzwerke, in denen die Jugendarbeit als gleichberechtigter Partner gesehen wird.

Dies unterstrich auch der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, für den Jugendarbeit nicht als ergänzende Girlanden, sondern als Gleichgewicht zur schulischen Bildung eine Rolle spielen soll.

EJW-Landesreferent Martin Burger wies darauf hin, dass Jugendarbeit einen eigenen Platz in der Entwicklung von jungen Menschen braucht. Durch Prinzipien wie Freiwilligkeit, Selbstorganisation und Partizipation ist es möglich, dass Jugendliche selber Ko-Produzenten ihrer eigenen Bildungsgeschichte werden. Er wies auf die „Bildungsleistungen" der Jugendarbeit hin, die besonders in den Bereichen der personalen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen, sowie im erfahrungs- und handlungsorientierten Lernen liegen. Dabei sei es wichtig, dass Bildungsprozesse wichtiger sind als Ergebnisse.

Oberbürgermeister Gönner hält nicht viel von verkopften Lösungen. Er fordert praktische und flexible Ansätze und führt als Beispiel „Nightball" an. Ein Angebot von Polizeibeamten in Ulm, die ab 22.00 Uhr in einer Turnhalle Basketball mit Jugendlichen spielen. Dies sei eines der erfolgreichsten Angebote, fern ab von Gremienentscheidungen und Bürokratie.

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmenden auch darin, dass „Bildungs-
verlierer" sowohl von Schule als auch von Jugendarbeit besonders in den Blick zu nehmen sind. So fragt Ministerin Schavan kritisch in Richtung Jugendarbeit: „Wo sind die Jugendlichen, die euch abhanden gekommen sind?"
news/images/2010-06-ejw-lapo-diskussion02.jpg

Gegenüber den über 250 Besucherinnen und Besuchern stellte Harald Alber am Ende des Gesprächs fest:
„Bildung geht uns alle an, wir brauchen vielfältige Angebote in allen Bereichen. Das ejw leistet hier mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen."

Zahlen-Daten-Fakten zum ejw: www.ejwue.de/statistik

Martin Burger
Landesreferent für Jugendpolitik

Filmausschnitt der Diskussionrunde von Florian Maier

<object width="504" height="306" data="http://www.youtube.com/v/U7Nzw2u1AYw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" type="application/x-shockwave-flash">

<param name="allowFullScreen" value="true" />

<param name="allowscriptaccess" value="always" />

<param name="src" value="http://www.youtube.com/v/U7Nzw2u1AYw&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" />

<param name="allowfullscreen" value="true" />

</object>

Webcode   2010ejw0620

Mehr zum Thema Bildung

Bündnis für die Jugend
Zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Landesverbänden der Kinder- und Jugendarbeit wurde am 26.07.2007 ein „Bündnis für die Jugend" vereinbart. Darin wird zur Anerkennung und Absicherung der hohen Bedeutung der Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg insbesondere die Bildung eines „Runden Tisches", die Stärkung des Ehrenamts sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kinder- und Jugendarbeit vereinbart. Außerdem wird den Trägern der außerschulischen Jugendbildung finanzielle Planungssicherheit zugesichert. Mit dem Abschluss des „Bündnisses für die Jugend" bekennt sich das Land zur verbandlichen, offenen und kulturellen Jugendarbeit, die einen wichtigen und maßgeblichen Anteil zur Förderung und Entwicklung von Kindern und Jugendlichen leistet. Mit der Vereinbarung wird die Zusammenarbeit der Jugendverbände mit dem Land längerfristig auf eine verlässliche Grundlage gestellt.
Sozialministerium BW

Expertise „Lage und Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg"
Im Rahmen des Bündnisses für die Jugend hatte Herr Prof. Dr. Thomas Rauschenbach, der Direktor des Deutschen Jugendinstituts, den Auftrag, die Lage der Kinder- und Jugendarbeit in Baden-Württemberg und die sich ihr stellenden gesellschaftlichen Herausforderungen zu beschreiben sowie die Perspektive für die Kinder- und Jugendarbeit mit Blick auf die Zukunft und die sich abzeichnenden Herausforderungen darzustellen. Die Expertise nimmt insbesondere auch in den Blick, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den nächsten Jahren strukturell so bedeutend zurückgehen wird, dass dies auch nachhaltige Änderungen und Folgen für die Kinder- und Jugendarbeit haben wird.
Bericht zum Download  (pdf-Datei 2.3 MB)  über 400 Seiten!!

Ich mache mit!

Ich mache mit!

Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

Engagiere dich!
Spenden

Evangelisches Jugendwerk in Württemberg
Haeberlinstraße 1-3
70563 Stuttgart
Fon 07 11/97 81-0


Montag-Donnerstag:
9:00-12:30 Uhr / 13:15-16:00 Uhr
Freitag:
9:00-12:30 Uhr


Kontaktieren Sie uns gerne auch direkt:

Ansprechpartner

Arbeitsbereiche


Sie finden uns auch auf folgenden Plattformen

Wir unterstützen das EJW

Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) bietet als Landesstelle sinnstiftende Angebote, Veranstaltungen und Dienstleistungen für Jugendwerke in Orten und Bezirken, aber auch für Kinder, Jugendliche, Konfirmanden, junge Erwachsene, Erwachsene und Familien. Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (EJW) ist die Zentrale für die evangelische Jugendarbeit in Württemberg und arbeitet selbstständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.


Das Evangelische Jugendwerk Württemberg (EJW) gehört zu: