09.02.2006 - rr

Bleibt der Friede im Sudan Papier?

Sudan-Seminar des CVJM-Weltdienstes am 3./4. Februar

Ob das vor einem guten Jahr abgeschlossene Friedensabkommen für den Südsudan ein Stück Papier geblieben ist, das fragten sich 30 Teilnehmer aus dem Ländle, die zum zweitägigen Sudan-Seminar des CVJM Weltdienstes angereist waren.






Alfred Taban, der Herausgeber und Chefredakteur der kritischen englischsprachigen, sudanesischen Tageszeitung "Khartoum Monitor" beantwortete diese Frage klar: Die Regierung in Khartum setzt von dem

Friedenspapier nur das um, wozu sie von der Internationalen Gemeinschaft gezwungen wird. Insofern ist der Friede weithin Papier geblieben.

Darum machte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich teilweise schon seit vielen Jahren über den Sudan informieren und im CVJM-Weltdienst engagieren, Mut, weiter am Sudan dran zu bleiben. Es sei eben wichtig, das der Friede im Sudan auch international Thema bleibe.


Leif Zetterlund, ursprünglich Schwede, arbeitet schon seit 25 Jahren in vernachlässigten Regionen der Erde. Für International Aid Service (IAS)leitet er Projekte im Sudan, die der CVJM-Weltdienst seit vielen Jahren unterstützt. Die Herausforderungen z.B. im Bereich Wasserversorgung scheinen übergroß. Um die Milleniumsziele der UN zu erreichen, müssen bis 2015 noch 40.000 Brunnen gebohrt werden. Das ist ein vielfaches der Brunnen, die in den letzten 30 Jahren gebohrt wurden.

Der hohe Anteil der durch verunreinigtes Wasser verursachten Krankheiten und Todesfälle (etwa jedes zweite Kind, das unter 4 Jahre stirbt) unterstreicht die imense Bedeutung des Brunnenbaus.

Es gehe in besonderer Weise darum die Dorfgemeinschaften dafür zu befähigen, für sich selbst die Verantwortung zu übernehmen.


In Jahrzehnten des Bürgerkrieges ist eine fatale Abhängigkeit der Bevölkerung auf Hilfe von außen entstanden. Diese will IAS nun schrittweise durch spezielle Schulungen, die von den sogenannten Community Mobilisations Units durchgeführt werden, zu überwinden.

Zetterlunds Motivation aus dem Glauben an Jesus Christus heraus ganzheitlich Hilfe zu leisten, wurde auch daran deutlich, wie er sich Jesu Begegnung mit einer Frau (Johannes Kapitel 4) zum Vorbild nimmt.


Gefragt, was sie mitnehme, meinte eine Teilnehmerin: "viele Informationen, die mir helfen, konkret für die Menschen im Sudan zu beten und sie auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen."

Markus Häfele, Landesreferent ÖKIA



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