01.07.2013 - Redaktion: Eberhard Fuhr

„Dahoim“ in Tübingen

Foto: Eberhard Fuhr / Copyright: EJW

38. Landes-Jungenschaftstag mit über 500 Jungs aus ganz Württemberg

Tracktorpulling - eine von elf herausfordernden Stationen beim 38. Landes-Jungenschaftstag in Tübingen.

7 Uhr, emsige Mitarbeiter sind bereits dabei, die letzten Vorbereitungen für den Start des Landesjungenschaftstages zu treffen. Der Blick gen Himmel: Bewölkt. Die Temperaturen: Optimisten hätten sie als erfrischend bezeichnet. 8:30 Uhr, die ersten der insgesamt 54 Gruppen mit 350 Teilnehmern beginnen langsam einzutrudeln. Der Blick gen Himmel: Nur noch wolkig, mit deutlichen Anzeichen von Sonnenschein. Die Temperaturen: Beginnen ebenfalls, sich langsam für einen erfolgreichen Jungenschaftstag bei perfektem Jungenschaftstagswetter warm zu machen. Oder, um einen der Gruppenleiter zu zitieren: „Wie älleweil hodd d’r Herr d‘ Sonn‘ raus scheina lau. Und g‘schiena hot se de ganze Daag.“ Nur die teilnehmenden Jungs wirkten zu diesem Zeitpunkt noch leicht verschlafen und waren über vereinzelte Gähn-, Grunz- und Stöhnlaute noch nicht wirklich gesprächig. Aber das sollte sich im Verlaufe des Tages noch ändern.  Die Frage, ob die Runde wieder so lang werden würde wie letztes Jahr, war jedoch bereits vereinzelt zu hören. Eine Frage, die sicher nur in Erwartung eines ausgedehnten und fordernden Laufes geäußert wurde. Eine Erwartung, die die Planer der diesjährigen beiden Runden quer durch Tübingen natürlich keinesfalls enttäuschen wollten.

Gott als Wegbegleiter

Doch bevor man sie auf diesen Weg schickte, wurden die Teilnehmer zunächst alle „Dahoim“ in Tübingen beim Eröffnungsgottesdienst begrüßt. Die diesjährige Jahreslosung, „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ aufgreifend, gab Kirchenrat Dan Peter, als Gomaringer „ein richtiger Heimspieler“ (Timm Ruckaberle), den Jungs noch einige Gedanken mit auf den Weg.  Für ihn gehört zunächst ganz unabhängig von der Frage nach dem „Dahoim“ das Unterwegs-Sein zum Leben dazu, insbesondere in unserer globalisierten und schnelllebigen Zeit. Ebenso, dass wir uns immer auch die eigene Vergänglichkeit vor Augen führen sollten. Dennoch könne jeder bereits hier in Gott und im Glauben ein „Dahoim“, eine bleibende Stadt finden. Wir hätten in „Gott einen Wegbegleiter, der uns nicht verloren geht“ und der uns durch alle Veränderungen bis über den Tod hinaus begleite. Dan Peter gaben den Jungs am Ende seiner Predigt einen Merksatz mit auf den Weg: „Ich will den heutigen Tag so leben, dass er die Ewigkeit im Blick behält und dass mein Leben ein Ausdruck dieser Suche bleibt.“

Elf Stationen mit unterschiedlichen Herausforderungen

Nach diesem geistigen Input war es dann endlich so weit. Nach letzten technischen Schwierigkeiten konnte der Stationenlauf starten, mal mit einem flotten Sprint, mal im etwas gemächlicheren Tempo. Geführt wurden die Teilnehmer dieses Jahr über die Höhen des Österbergs bis hinab zu den an diesem Tag nicht ganz so beschaulichen Ufern des Neckars, denn eine anspruchsvolle Wegstrecke macht nur den halben Jungenschaftstag aus. Daher gab es für die Jungs an den insgesamt elf Stationen noch mehr als genügend Herausforderungen zu bewältigen.
„Oh Gott, der Treppensprint!“ So antwortete ein Aulendorfer Teilnehmer auf die Frage nach einem der besonderen Highlights des Tages. Wird man die Jungenschaftler in einigen Wochen fragen, an welche Station sie sich noch lebhaft erinnern können, wird man wahrscheinlich eine ähnliche Antwort erhalten. Warum ausgerechnet ein auf den ersten Blick nicht sehr aufwendiger Treppensprint? Nicht wegen der Anzahl der Stufen, nicht wegen der fiesen Kurve auf halber Wegstrecke, die den Blick frei gab auf den deutlich steileren Schlussanstieg. Nein, wegen der „asozialen“ (O-Ton Grunbach) Banane, die jeder Sprinter am Ende der Strecke verspeisen musste, bevor seine Zeit gemessen wurde. Jungenschaftler eben: Total Banane.

Übereinstimmendes Lob gab es für die von Auszubildenden der Manz AG aus Reutlingen/Tübingen betreuten „Rainmaker“-Station. Hier durfte ein Spieler drei seiner Mitspieler mit einer eigens für diese Station gebauten Fahrradschaufel ordentlich nass spritzen. So nass, dass die Dußlinger Mannschaften noch einige Zeit nach Ende des Laufs darüber klagten, noch immer davon nass zu sein. „Richtig geil! Kleine Erfrischung für zwischendurch!“, wurde dagegen von den  Gomaringer Teilnehmern befunden. Insgesamt verspritzte man reichlich Wasser, sei es, dass sich gegenseitig Wasserbomben zugeworfen wurden, sei es, dass mit aufgesetzten Rauschbrillen wassergetränkte Schaumstoffwürfel in eine Bütte geworfen werden musste, sei es, dass man Wasserbomben mit Hilfe einer Schleuder ins Ziel befördern,  und mit Hilfe eines Handtuches möglichst sicher fangen sollte. Auch wenn hier manchmal der Jubel größer war, wenn eigene Mannschaftsmitglieder getroffen wurden statt des eigentlichen Ziels.

Am Ende des Laufes konnten sich Teilnehmer mit ausreichend Restenergie noch an den Angeboten des Rahmenprogramms um die Herrmann-Hepper-Halle austoben. Für alle anderen gab es als Stärkung Farfalle Bolognese statt des traditionellen LKW und Roten Würsten. Als Ausgleich für diese mal andere Verpflegung wurde bei der Abschlussveranstaltung eine gute, alte Jungenschaftstradition wiederbelebt: Das Warten auf die Ergebnisauswertung. Wovon sich jedoch die Moderatoren Timm Ruckaberle und Rainer Oberländer nicht aus der Ruhe bringen ließen. Routiniert sorgten sie dafür, dass den mittlerweile sichtlich geschafften Teams die Wartezeit nicht zu langweilig wurde. Sie waren sich nicht einmal zu schade, sich ein Wettrennen auf Sesseln mit Rollen zu liefern.

Sieger kommen aus der Region

Bevor die Sieger des Laufes gekürt wurden, gab es aber zwei weitere Preisverleihungen zu feiern und zu bejubeln. So wurde die schnellste Treppensprinter und Bananenesser prämiert, die stolz ihre Bananen in Rot-Bronze, Silber und Gold präsentierten. Ebenso gab es deutlich weniger gesunde, dafür umso zuckerhaltigere Preise für die besten im Vorfeld auf Facebook veröffentlichten Videos. Dann aber der Jubel zunächst für das A-Team aus Gerstenfeld, das sich gegen die Bad Boyz aus Steinheim und die Fisherman’s Friends aus Filderstadt bei den Senioren durchsetzten. Nach Obst und Süßigkeiten durften diese sich allesamt über eine bunte Auswahl schwäbischer Wurstwaren freuen. Bei den Junioren schließlich kam das Motto „Dahoim“ wieder zum Tragen. Mit der Gruppe Fishmac 1 aus Dußlingen auf Platz 3, Gomaringen 7 auf Platz 2 und den diesjährigen Siegern, der Jungenschaft aus Stockach, teilten sich Teilnehmer aus der nächsten Tübinger Nachbarschaft das Siegertreppchen. Am lautesten aber war der Applaus beim Jubel für die gut 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die den 38. Jungenschaftstag in Tübingen in dieser Form, in dieser Vielfalt überhaupt erst möglich gemacht haben. Doch bei allem Jubel: Auch etwas Wehmut schwang bei der Abschlussveranstaltung mit. Nein, nicht wegen der für einige erstmaligen Präsentation des neuen Jungenschafts-Logos. Der Jungenschaftstag 2014 wird nicht mehr von Landesreferent Rainer Oberländer moderiert werden, welcher nach 12 Jahren aus diesem Amt scheiden wird. Zum Abschied wünschte Rainer den Jungs, dass sie an Jungenschaft und an Jesus dran bleiben, dass Gott sie segne, wenn sie auf ihrem Weg weiter gehen.

Der 38. Landes-Jungenschaftstag wurde veranstalter vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg in Kooperation mit dem Evangelischen Jugendwerk Bezirk Tübingen.

Sascha Kuhn

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