27.12.2005 - Autor: 

Das bauen wir wieder auf

Von einem Besuch beim YMCA Mada Hills in Obi/Nigeria

Sturm in der Nacht

Es war einer jener Stürme in den Tropen. Zu Beginn der Regenzeit gibt es sie häufig, kurz und heftig, mal tags, mal nachts. Riesige Mengen Wassers stürzen vom Himmel, heftiger Wind rüttelt an allem, peitscht die Landschaft. Und dieser Sturm kam nachts. Bäume waren zu hören, die bedrohlich knacken, wenn Sturm und Wasser sie in bedrohliche Schräglage biegen. Die Menschen haben sich in die kleinen Hütten geflüchtet.

Aber niemand schläft in dieser Nacht. Draussen zucken Blitze im Sekundentakt. Krachend folgt der Donner. Doch plötzlich hört man eine anderes Poltern. Es kommt nicht vom Himmel. Mitten im Dorf hört man Splittern und Rumpeln. Und dann hört man durch Wind und Donner hindurch Menschen schreien.

Kinder kreischen. Männer und Jungs rennen aus den Häusern und versuchen zu helfen. Den sie wissen sofort, was passiert ist - Der Sturm hat Hütten umgerissen. Ob es eine oder mehrere sind, wissen sie noch nicht…

Das ganze Ausmass kommt erst am Morgen ans Licht. Bei Sonnenaufgang ist der Himmel blau. Ein leichter Wind weht. Trotzdem ist es drückend heiss morgens um sechs. Nach dem Sturm wirkt die Landschaft irgendwie frisch und friedlich. Aber im Dorf sieht es schlimm aus.

Großes Bild



Das kleine Dorf gehört zum Landwirtschaftsprojekt des YMCA Mada Hills bei Obi in Nigeria. In den 80er Jahren wurde es durch Aufbaulager des ejw gegründet. Die Familien, die hier wohnen, lernen oder arbeiten im Zentrum. Zwei Hütten sind in dieser Nacht eingestürzt. Als wir mit dem YMCA Sekretär Edward Anzaku ins Dorf fahren, sind die Habseligkeiten der Familien schon zusammengetragen. Aber der Schock ist noch zu spüren. Wie durch ein Wunder hat es keine Toten oder Schwerverletzten gegeben. Kinder konnten unter den zusammengesackten Lehmwänden hervorgezogen oder -gegraben werden. Eine Frau lag unter dem Dachstuhl. Ihre Hand ist verletzt.


Ein Ort der Hoffnung

Wir gehen zu den Leuten, reden mit ihnen. Viele sind still, wirken noch schockiert. Aber die Lehrer des Zentrums sind schon am planen: "Das bauen wir wieder auf. Stärker und besser als vorher. Ein Sturm wirft uns hier nicht um." Und sie sagen immer wieder: "Wir danken Gott!" Und Edward erklärt uns: "Das ist ein Ort der Hoffnung. Als wir Land brauchten damals für das Zentrum hier, konnte der Emir es uns nicht verweigern, obwohl wir Christen sind. Denn wir wollten schliesslich auch seinen Leuten helfen. Aber er gab uns ein schlechtes Stück Land, ohne Wasser und weit draussen. Denn der Emir ist Muslim.


Dann kam das ejw und half uns den Damm und das Zentrum mit den Dörfern zu bauen. Der Damm versorgt nun das Zentrum und die ganze Gegend mit Wasser. Eine blühende Landschaft ist entstanden. Heute erzählt der Emir, dass er gleich wusste, dass der YMCA es schaffen würde! Deshalb hätte er ihnen ja das schwierige Land gegeben – Na,ja!"

Jetzt lacht Edward: "Also da können wir uns doch nicht von einem Sturm vertreiben lassen! Wie würde das denn für den Emir aussehen?" Deshalb werden auch gleich Pläne gemacht. Neue Hütten sollen gebaut werden - mit besseren Mauern und Fundamenten. Und wir helfen Edward und den Lehrern dabei.


Matthias Hiller,

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