10.06.2013 - Autor: Peter Dietrich

Das Spiel entscheiden die Frauen

© Peter Dietrich

25 Mannschaften beim KonfiCup-Landesfinale 2013 beim SV Grün-Weiß Stuttgart-Sommerrain.

Nur viereinhalb Zusagen? Das reiche leider nicht für eine KonfiCup-Mannschaft, befand Pfarrer Michael Schröder aus Oppenweiler bei Backnang. Er sagte deshalb die Teilnahme beim Landesfinale ab. Doch dann organisierten sich die enttäuschten Jugendlichen selbst. Ihr Lohn ist der Sieg, im Endspiel bezwangen sie Dietersweiler (Kirchenbezirk Freudenstadt) mit klaren 6:1. 

Als die Mannschaft aus Oppenweiler den Wanderpokal in Händen hielt, konnte sie es kaum fassen, musste ihn erst einmal ganz genau studieren. Es könnte nicht die letzte Stufe der Mannschaft sein: Zwar ist das in diesem Jahr neu eingerichtete Bundesfinale auf EKD-Ebene schon vorbei. „Ich setze mich dafür ein, dass Oppenweiler am nächsten Bundesfinale im Mai 2014 teilnehmen kann“, sagt Henrik Struve, Landesjugendreferent für Sport beim Evangelischen Jugendwerk in Württemberg (ejw).

 

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Immer mehr Kirchenbezirke spielen mit
Beim diesjährigen 9. Landesfinale war etwa jeder zweite evangelische Kirchenbezirk in Württemberg vertreten. An den Bezirksausscheidungen hatten diesmal etwa 5000 Konfirmanden teilgenommen. Wer es zum Landesfinale weit hatte, wie etwa Ravensburg West, musste schon ab sechs Uhr am Morgen starten. Jede der 25 Mannschaften bestand aus fünf Spielern und einem Torwart, mindestens zwei Mädchen waren Vorschrift. „Wir haben das Glück, dass zwei Mädels im Fußballverein sind“, sagt Vikar Andreas Kinzel, der die drittplatzierte Mannschaft aus Heimerdingen (Kirchenbezirk Ditzingen) begleitete. Vor allem für die Jungs sei der KonfiCup wichtig: „Fußball ist ihre Welt. Man kommt als Vikar nochmals auf einer anderen Ebene an sie ran.“ Das sei nochmals anders als beim Wandern, was Jugendliche in dem Alter sowieso nur bedingt freiwillig täten, oder auf der Konfirmandenfreizeit.

Jugendliche entwickeln Eigeninitiative Teilnehmen können oder nicht? Das stand auch in Grunbach-Salmbach (Kirchenbezirk Neuenbürg) lange auf der Kippe. Doch dann entwickelten die Jugendlichen Eigeninitiative, riefen selbst ihre Mannschaft zusammen. So ging die Reise dann doch noch zum diesjährigen Gastgeber, dem SV Grün-Weiß Stuttgart-Sommerrain. Er sorgte vorbildlich für Verpflegung und Getränke, bei ihm wurde auf vier Kleinfeldern parallel gespielt. In den Pausen waren die Schattenplätze hoch begehrt, die Atmosphäre sehr entspannt.

 

Nationalspieler Friedrich würde lieber ohne Fußball als ohne Glauben leben
Zum morgendlichen Auftakt des Finals schlüpfte Landesjugendpfarrer Bernd Wildermuth in die Rolle des Sportkommentators Marcel Reif. Sein Interviewpartner war der Fußballer Arne Friedrich, dargestellt von Landeskonfirmandenpfarrer Thomas Ebinger. Der Text des authentischen Gesprächs entstammte der Tageszeitung Die Zeit. Er würde lieber ohne Fußball leben als ohne seinen christlichen Glauben, hatte Friedrich dieser gesagt. Ja, er bete vor dem Spiel – aber nicht um Sieg, sondern dass alle Spieler wieder gesund vom Platz kämen.

Das taten sie auch beim KonfiCup, von einigen bei vollem Einsatz auf dem Kunstrasen erlittenen Schrammen abgesehen. Als „im Großen und Ganzen ziemlich fair“ beschrieb Hans Ebert, einer von acht Schiedsrichtern, das Spiel der Konfirmanden. „Ein Foul kommt einmal vor, aber es gibt sehr wenig Probleme.“ Beim KonfiCup kooperierte der Eichenkreuz-Sport des ejw mit dem Württembergischen Fußballverband, dem Evangelischen Landesjugendpfarramt und dem Pädagogisch-Theologischen Zentrum (ptz).

 

Beim KonfiCup wachsen Beziehungen
Wildermuth hat beim KonfiCup auch die Eltern im Blick: Beim Fußball könne sich eine ganz andere Zielgruppe beteiligen. Beim KonfiCup würden Kirche und Sport gut kooperieren – anstatt wie sonst so oft um die Jugendlichen und den Sonntag zu konkurrieren. Außerdem fördere der KonfiCup die Kontakte zwischen Pfarrerschaft und Jugendwerk. 

„Es ist toll, mit der Gruppe etwas zu erleben, was über die üblichen Themen hinausgeht“, sagt Ebinger. Die Konkurrenz schweiße die Gruppe zusammen, der Pfarrer sei Trainer oder Coach. „Die Jungs findet man relativ schnell, doch das Spiel entscheiden die Frauen“, ist Ebinger überzeugt. Besonders für kleine Konfirmandengruppen sei es wichtig, sich durch die fußballerische Begegnung auf Bezirksebene einmal als „viele“ zu erleben. 

 

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