20.06.2010 - Autor: 

Eine Trompete für Zwei

Blasinstrumente für Posaunenchöre in Eritrea gesucht. Hintergrundinformationen zur Jugend- und Posaunenarbeit in Eritrea.

Temesghen Berhane, der Generalsekretär der Evangelisch-lutherischen Kirche in Eritrea und Fritz Leng (ejw-Weltdienst) berichten beim gestrigen Landesposaunentag in Ulm.

Posaunenklänge und Afrika wirken auf den ersten Blick eher fremd. Wenn man jedoch dem eritreischen Posaunenchorleiter Nilson Ezekiel Gulai zuhört, spürt man, dass dies gut zusammenpasst. Bei seinem Besuch in Württemberg anlässlich des 43. Landesposaunentags am 20. Juni in Ulm erzählte er am vergangenen Donnerstag im ejw begeistert von der wachsenden Posaunenarbeit in dem kleinen afrikanischen Land und der Unterstützung durch das Evangelische Jugendwerk in Württemberg (ejw).

Beim gestrigen Landesposaunentag selbst konnte er leider nicht teilnehmen, da der erkrankte. Begonnen hat die Bläserarbeit mit 4 Bläsern auf Wunsch der eritreischen Kirche im Jahr 1998. Sie gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirche, die 1866 gegründet und später vor allem von schwedischen Missionaren geprägt wurde. Noch heute sind diese Wurzeln vor allem in der musikalischen Arbeit hörbar.
Inzwischen gibt es 24 Bläser in Barentu, 19 Bläser in Keren, 10 Bläser in Asmara und 15 Bläser in Mentefera. Der 56-jährige Nilson leitet den Posaunenchor in Barentu und reist Montags und Freitags mit dem Bus in das 140 Kilometer entfernte Keren, um die dortigen Gruppen zu leiten. Unterstützt wird er von einigen Ehrenamtlichen und zwei weiteren Lehrern, die Gruppen in den anderen Orten leiten.
Die Posaunenchöre spielen in den Gottesdiensten und an anderen Orten. Sie sind ein wichtiger Teil der evangelischen Jugendarbeit.

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 „Change the horses“ – oder „wechselt die Pferde“
Was nach einem Hörfehler klingt, ist die klare Aufforderung von Nilson, während der Chorprobe die Instrumente zu wechseln, denn bei weitem nicht jeder Schüler hat ein Instrument zu Verfügung. Oft sitzt einer daneben und wartet sehnsüchtig darauf, auch mal spielen zu dürfen, weil zwei Trompeter sich ein Instrument teilen müssen.
Vor wenigen Monaten konnten durch die Unterstützung der württembergischen Bläserarbeit 13 gebrauchte Instrumente wieder nach Eritrea gebracht werden. Doch diese zusätzlichen Instrumente reichen immer noch nicht aus. Die Gemeinden sind sehr arm und können selbst keine Instrumente kaufen. Sie sind deshalb froh über jedes gebrauchte Instrument, das generalüberholt die Reise nach Afrika antreten kann.

Multifunktionshalle für die Jugendarbeit
Die Evangelisch-Lutherische Kirche in dem kleinen Ort Mentefera (1.500 Einwohner) wollte eigentlich eine neue Kirche, weil der kleine Raum für 150 Menschen einfach zu klein geworden ist. Doch das Geld für einen Neubau ist dazu einfach nicht vorhanden. Jetzt möchten sie eine Multifunktionshalle bauen, die vor allem für die Jugendarbeit genutzt werden soll. Die Außenwände stehen bereits. Der Neubau soll so schnell wie möglich fertiggestellt werden. Dazu werden jedoch noch 40.000 Euro benötigt.
„Bring einem Kind am Anfang seines Lebens gute Gewohnheiten bei, es wird sie auch im Alter nicht vergessen“ heisst es in Sprüche 22, Vers 6, der auch ein Leitspruch für ihre Arbeit ist.
Temesghen Berhane, der Generalsekretär der ELCE, berichtete bei seinem Besuch im ejw und beim Landesposaunentag in Ulm, dass seine Kirche einen Schwerpunkt auf die Jugendarbeit legen möchte. „Wir haben rund 2000 registrierte Mitglieder in unserer Jugendarbeit. Sie geben ihr Bestes in jedem Bereich des Gemeindelebens, zum Beispiel als Bibellehrer, Kinderkirchenmitarbeiter, Jugendchormitglieder, musikalische Leiter und Prediger.“

Hintergrund
images/2010-06-eritrea.gifEritrea liegt am Horn von Afrika zwischen Ägypten, dem Sudan, Djibouti und Äthiopien. Auf rund 125.000 Quadratkilometer leben 4 Millionen Einwohner. Seit 1991 ist das Land unabhängig. Neun ethnische Gruppen haben jeweils ihre eigene Sprache und kulturellem Erbe. Der Islam und das Christentum sind die beiden großen Religionen. Rund 50 Prozent der Bevölkerung bekennt sich zu der koptisch-orthodoxen Kirche, der katholischen Kirche und der Evangelisch-lutherischen Kirche (ELCE). Alle anderen Kirchen sind verboten.
Mit 15.000 Mitgliedern hat die vergleichsweise kleine ELCE trotzdem einen prägenden und wichtigen Einfluss. Sie macht eine breit angelegte christlich-soziale Arbeit mit Kindergärten, Ausbildungsprogrammen, Gesundheitsprogrammen, Kliniken und der einzigen eritreischen Taubstummenschule.
Daneben gibt es auch ein eigenes Radioprogramm, das an 5 Tagen in der Woche ein 30-minütiges Programm ausstrahlt. Das kirchliche Programm erreicht einen großen Teil der Bevölkerung in den ländlichen Gebieten, aber auch Soldaten und Häftlinge.

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Der ejw-Weltdienst unterstützt Projekte der
ELCE für die Jugend- und Posaunenarbeit.



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