06.12.2010 - Reaktion: Eberhard Fuhr

ejw-Weltdienst eröffnet Schule in Tima in den Nuba-Bergen, Sudan

Württembergischer Synodaler Helmut Mergenthaler bei der Einweihung

Bild: Fritz Leng (ejw-Weltdienst)
Die erste christliche Sekundarschule in den Nuba-Bergen ist am 2. Dezember 2010 in Anwesenheit einer ejw-Delegation in Tima im Bundesstaat Süd-Kordofan, Sudan, eröffnet worden. Zu der Delegation des ejw gehörte auch der Landessynodale Helmut Mergenthaler aus Walheim. Mehr als 1500 Menschen aus den Dörfern rund um Tima feierten die Eröffnung. „Das ist das erste Mal, daß Jungen und Mädchen in diesem Teil des Sudan für eine gemeinsame Zukunft nun auch gemeinsam lernen können!“ rief der Schulleiter John Idroru der begeisterten Menge zu.
Helmut Mergenthaler verlas das Grußwort von Dr. Frank O. July, dem Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Matthias Hiller übersetzte das Grußwort und übergab zur Eröffnung einen Computer und einen Drucker vom ejw-Weltdienst an die Schule.

rechts: Helmut Mergenthaler, Walheim. Bild: Fritz Leng (ejw-Weltdienst)
Die friedliche Eröffnung einer Schule ist in diesem Teil des Sudan keineswegs selbstverständlich. Erst seit wenigen Jahren herrscht in diesem Gebiet Frieden. Formell gehört das Gebiet zum Nordsudan. Aber die Bevölkerung ist hier fest mit der SPLA, der früheren Rebellenarmee des Südsudan verbunden. Bei der Eröffnung der Schule waren nicht wenige Menschen bewaffnet. Beim Jubel wurden Speere, Macheten und Vorderlader hochgehalten. Und auch etliche AK47 Maschinengewehre waren zu sehen. Mitten durch die Nuba-Berge verlief für Jahrzehnte die Frontlinie im Krieg zwischen Nord- und Südsudan.

Bild: Fritz Leng (ejw-Weltdienst)
Das Misstrauen der Menschen ist groß, der Frieden ist unsicher. In wenigen Wochen soll ein Referendum im ganzen Sudan darüber entscheiden, ob der Sudan geteilt werden soll. Das Dorf Tima, in dem die Schule eröffnet wurde, wird dann zum Nord-Sudan gehören. Doch die Menschen wollen sich nicht in ein arabisch sprechendes, islamisches Land integrieren. Sie wollen neben ihrer Stammessprache Englisch lernen, sie wollen ihre Religion frei wählen, und sie wollen, dass Mädchen und Jungen zur Schule gehen können. Und deshalb ist ihnen diese Schule so wichtig! Im Gebiet einiger hundert Quadratkilometer ist die Schule in Tima nun die erste und einzige, die Englisch unterrichtet und auch Mädchen aufnimmt.

links: Umbakat Abuzaid. Bild: Fritz Leng (ejw-Weltdienst)
Ein Mädchen, eher schon eine junge Frau, ist am Eröffnungstag besonders glücklich: Umbakat Abuzaid erhält im Rahmen der offiziellen Eröffnung als Schulbeste des ersten Jahrgangs einen Preis. Umbakat ist aus Tima und bereits 22 Jahre alt. Ihre Eltern haben jahrelang alles versucht, die hochintelligente junge Frau an einer der arabisch-sprechenden Regierungsschulen anzumelden - ohne Erfolg. Als Umbakat dann schon über 20 ist und alle Hoffnung auf Bildung aufgegeben hatte, wird in Tima die Schule eröffnet. Noch im Rohbau saß Umbakat nun ihr erstes Schuljahr mit 60 anderen jungen Leuten aus Tima auf Brettern. Und sie hat mit Bravour in allen Fächern Bestnoten erreicht. Ihr kommen die Tränen als sie vom Schulleiter die Auszeichnung erhält.

Bild: Matthias Hiller(ejw-Weltdienst)
„Diese Schule ist ein Zeichen des Friedens und des freien Zugangs zur Bildung für Tima und die ganze Region!“ rief der Commissioner Tia Tuku in seiner Eröffnungsrede. Mit brausendem Jubel und dem SPLA Schlachtruf antwortete die Menge! Denn die Menschen nahmen dies als Bestätigung, dass englisch-sprachige Schulen und freier Zugang zur Bildung für Mädchen auch im Sudan nun selbstverständlich werden, zumindest in Tima!

Der ejw-Weltdienst hat bereits im Jahr 2005 den Aufbau der Grundschule und die Versorgung des Dorfes mit Wasser durch Spenden aus Württemberg ermöglicht. Die württembergische Landessynode beschloss 2009 dieses Projekt mit einem Zuschuss zu fördern. So konnte die Secondary School nun zügig gebaut und eingerichtet werden. Außer Helmut Mergenthaler und Matthias Hiller gehörten auch Fritz Leng vom ejw-Weltdienst und Andrea Kalmbach, die zukünftige neue Referentin im ejw-Weltdienst zur Delegation.
Matthias Hiller (Landesreferent ejw-Weltdienst), direkt aus Tima, Sudan

Weitere Informationen:
Registrierung hat im Sudan begonnen
Projekte des ejw-Weltdienstes im Sudan, und Hintergrund-Informationen

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