30.01.2015 - Autor: Carmen Behrens, CVJM-Ostwerk e. V.

Fritz Pawelzik ist tot

Seine Erzählungen galten als legendär. Unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene hingen an Fritz Pawelziks Lippen, wenn er von seinem aufregenden Leben als Soldat, Kriegsgefangener und Häuptling der Ashanti erzählte.

Am Abend des 29. Januar 2015 ist Fritz Pawelzik im Evangelischen Krankenhaus in Mühlheim/ Ruhr nach kurzer Krankheit verstorben. Bei ihm waren seine Kinder aus Amsterdam und Düsseldorf. Auch Freunde aus ganz Deutschland haben ihm in seinen letzten Tagen beigestanden. 

Mit Fritz Pawelzik haben wir im deutschen CVJM eine beeindruckende Persönlichkeit verloren, die allzeit ihre Stimme für den Frieden und für das Evangelium erhoben hat. Der 1927 geborene Herner war sechs Jahre alt als Adolf Hitler an die Macht kam, gehörte zur Hitlerjugend und kämpfte mit 16 Jahren als Soldat an der Russischen Grenze und im brandenburgischen Oderbruch. Zu der Zeit glaubte er fest an den Führer. Erst in einem Straflager bei Leningrad wurde ihm klar, "was wir Deutsche der Welt angetan haben". Er beschloss sein Leben zu ändern und wurde Christ. 

Als Fürsprecher für den Frieden einzutreten und Menschen von der Liebe Jesu zu erzählen, wurde ihm danach zur Lebensaufgabe. Auf beeindruckende Weise verstand er es, Menschen von seinen bewegenden Lebenserfahrungen zu berichten, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Als Buchautor, Referent und Zeitzeuge war der rüstige Rentner bis zuletzt bundesweit in Kinder- und Jungschargruppen, Jugendgruppen sowie Schulklassen unterwegs. 

Neben dem Frieden galt Fritz Pawelziks große Liebe Afrika. Als ehemaliger Weltdienst-Sekretär des CVJM-Westbund e.V. baute er als Entwicklungshelfer den ghanaischen CVJM auf, gründete eine Berufsschule und machte sich beim Aufbau eines Krankenhauses verdient. Der Faszination des schwarzen Kontinents erlegen, kehrte er immer wieder dorthin zurück. In Ghana wurde er vom Stamm der Ashanti, dem etwa 500.000 Menschen angehören, aus Dankbarkeit zum Häuptling ernannt. Unter dem Namen „Nana Kofu Marfu II.“ übte er dort die Funktion des obersten Priesters und Richters aus. Im traditionellen Stammes-Outfit berichtete Fritz Pawelzik auf unzähligen Veranstaltungen über sein abenteuerliches Leben in Afrika – spannend, humorvoll, originell und mit ganz viel Herz. 

Als deutscher CVJM danken wir Fritz Pawelzik für seinen wertvollen Dienst und das Teilen seiner Lebenserfahrungen mit uns. Seine Mahnungen und sein Bemühen, stets für Frieden und Menschlichkeit einzutreten, sind für uns vorbildhaft. Unsere Gedanken und Gebete gelten in diesen Tagen seinen Kindern und Angehörigen, für die wir Trost und Beistand erbitten.

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Christoph Zehendner

Journalist & Theologe

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