28.09.2012 - Autor: 

Ganztagsschule mitgestalten – Jugendarbeit als Bildungspartner

Sport, Kirchen und Musik formulieren bei der Fachtagung am 28.09.2012 gemeinsame Positionen.

Foto (von links nach rechts):
Rolf Schmid, WLSB-Vizepräsident Bildung, Heinz Janalik, Präsident des Badischen Sportbundes Nord, Ute Augustyniak-Dürr, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Tappeser, Präsident des Württembergischen Landessportbundes, Werner Baur, Evangelische Landeskirche in Württemberg, Dr. Klaus Weigele, Landesmusikrat Baden-Württemberg e.V.

 

Selbst die 350 vorgesehenen Plätze reichten nicht aus: Die Fachtagung Ganztagsschule im SpOrt (Stuttgart-Bad Cannstatt) stieß bei Verantwortlichen aus Schule und außerschulischen Angeboten auf großes Interesse. Im Zentrum der gemeinsam von Sportverbänden, Kirchen und Landesmusikrat organisierten Tagung stand eine Schlüsselfrage der zukünftigen Bildung: Wie können Ganztagsschulen so mit außerschulischen Angeboten vernetzt werden, dass die Vielfalt der Angebote erhalten bleibt und am Lebensraum Schule präsent wird?

„Kein neues Thema“, konstatierte Rolf Ahlrichs für die Evangelische Jugend Stuttgart (ejus), der in seinem Praxisimpuls zu Beginn beeindruckende Zahlen berichten konnte: Bereits seit zwanzig Jahren gibt es in der ejus schulbezogene Jugendarbeit, aktuell arbeitet man mit 65 Schulen zusammen. „Wir qualifizieren junge Menschen für bürgerschaftliches Engagement“ sagte Ahlrichs. „Dabei sortieren wir nicht. Jeder darf zu unseren Angeboten kommen“. In der anschließenden Gesprächsrunde mit dem bildungspolitischen Sprecher der SPD, Christoph Bayer, hob Ahlrichs insbesondere das Schülermentorenprogramm „Soziale Verantwortung lernen“ hervor. Diesen Ball nahm Oberkirchenrat Werner Baur in seinem Plädoyer auf: „Mit dem Jugendbegleiterprogramm arbeiten wir eher zögerlich. Die notwendige Qualifizierung für schulbezogene Arbeit ist dabei nicht immer gewährleistet – hier bevorzugen wir unser Schülermentorenprogramm“, so Baur. Über 1000 Schülerinnen und Schüler durchlaufen jedes Jahr dieses von der kirchlichen Jugendarbeit ökumenisch getragene Bildungsangebot. Für die Begleitung der Jugendlichen an der Schule brauche es aber auch hauptamtliche Ressourcen, insbesondere für die Koordination der Angebote, stellte Baur fest.

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Die Partner von Sport, Kirchen und Musik stimmten darin überein, dass qualifizierte Arbeit an der Ganztagsschule verlässliche Rahmenbedingungen brauche. „Mit den derzeitigen Rahmenbedingungen sind wir nicht zufrieden“ monierte WLSB-Präsident Klaus Tappeser. Für die vier Partner, den Württembergischen Landessportbund, die Evangelische Landeskirche in Württemberg, die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart sowie den Landesmusikrat Baden-Württemberg brachte er die Forderung ein, um 16 Uhr müsse Schluss mit Schule sein, inklusive Hausaufgaben. Mit Spannung wurde angesichts solcher Forderungen das Statement von Dr. Frank Mentrup erwartet, der als Staatssekretär im Kultusministerium die Bildungspolitik der Landesregierung maßgeblich prägt. Dieser bekannte sich klar dazu, dass die Landesregierung eine solche Begrenzung der Ganztagsschule bis 16 Uhr ernst nimmt, wie sie es im Koalitionsvertrag bereits zugesichert hatte. Im abschließenden Talk mit Vertretern aller vier Veranstalter würdigte Mentrup die Bildungsleistungen außerschulischer Partner als unverzichtbaren Bestandteil zukünftiger Bildung. Er versprach eine baldige Klärung auch der finanziellen Rahmenbedingungen, wofür Land und Kommunen im intensiven Dialog seien.


Neben den politischen Debatten nahmen auch Praktiker von der Fachtagung konkrete Anregungen mit: So präsentierten Oliver Pum und Dr. Wolfgang Ilg vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg gemeinsam mit Stefan Hermann (Direktor des ptz) in einer von elf Impulsrunden erlebnispädagogische Methoden, um mit Schülern ins Gespräch über „Lebens-Werte“ zu kommen. Zugleich verwiesen sie auf die am 18.10.2012 erscheinende Praxishilfe „Lebens-Werte entdecken“, die erfolgreiche Modelle der Kooperation von Kirche, Jugendarbeit und Schule vorstellt (weitere Informationen).

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"Auf Augenhöhe": Die evangelische Jugendarbeit war nicht nur auf dem Podium und bei den Impulsrunden vertreten, sondern auch mit einem Info-Stand.

Link zum Film-Bericht in der Landesschau Baden-Württemberg
(Landesschau 4.10.2012, 21.45 Uhr, der Bericht kommt ab Minute 3.22):


Weitere Fotos unter:

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Werner Baur

Oberkirchenrat

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