20.04.2010

Große Investition in Jugendarbeit

Der Bernhäuser Forst, die zentrale Tagungs‐ und Bildungsstätte des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw), wird teilweise abgerissen und neu gebaut.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg setzt damit als Grundstückseigentümer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ein klares Zeichen dafür, dass Jugendarbeit auch in Zukunft auf Räume angewiesen ist, in denen zeitgemäße Bildung stattfindet. Neu gebaut werden die Küche, der Saalbereich mit einer Kapazität von bis zu 500 Plätzen, sowie vier Tagungsräume und ein neues Foyer. Der Neubau kostet rund 7,7 Millionen Euro und soll im September 2011 wiedereröffnet werden. Der Abriss erfolgt in den nächsten Tagen. Während der Bauphase geht der Tagungsbetrieb eingeschränkt weiter.

Neubau sinnvoller als Sanierung

Der Bernhäuser Forst, zwischen Filderstadt‐Plattenhardt und Leinfelden‐Echterdingen (Ortsteil Stetten) direkt am Waldrand gelegen, wurde am 31. Oktober 1969 eröffnet. In den vergangenen 40 Jahren gab es zahlreiche gesetzliche Änderungen auch bei den Hygienevorschriften für Küche, Personal und Gäste, die bei der bisherigen Anordnung der Räume nicht umgesetzt werden können. Die Verwendung der Baumaterialien, die heute nicht mehr zugelassen sind, der Brandschutz, der Schall‐ und der Wärmeschutz, die
Entsorgung der Schadstoffe und die größere Kostensicherheit waren weitere Gründe, die für einen Neubau, statt einer Sanierung sprachen. Gleichzeitig besteht die Chance, dass durch den Neubau das Gebäude‐Ensemble neu gestaltet werden kann.

Bereits 2007 wurden drei Architekturbüros beauftragt, Vorschläge für eine Neukonzeption zu machen. Der Entwurf des Architekturbüros Keller aus Süssen wurde in einem anonymisierten Auswahlverfahren auf den ersten Platz gewählt und weiterverfolgt. Die Form des Gebäudes mit seinem geschwungenen Dach lässt Assoziationen einerseits zur Fildermesse, vor allem aber auch zu ureigensten christlichen Symbolen aufkommen, und stellt ein optisches Alleinstellungsmerkmal dar.

Tagesveranstaltungen sollen ausgebaut werden

Mit einer Belegung von fast 15.000 Übernachtungen und weiteren 6.000 Tagesgästen hat sich der Bernhäuser Forst zur Tagungsstätte mit großer Bedeutung für das ejw, für die Württembergische Evangelische Landeskirche und auch für Unternehmen und Verbände entwickelt. In Zukunft werden die Säle sehr flexibel als Speisesaal und als Veranstaltungs‐ oder Tagungsräume für größere Tagesveranstaltungen genutzt. Hier erwartet das Evangelische Jugendwerk in Württemberg als Betreiber eine Steigerung der Nachfrage, da
die Anordnung der Säle einen Parallelbetrieb, selbst mit mehreren Tagesveranstaltungen, neben einer Tagung mit Übernachtung zulässt.

Diskussion um den künftigen Betreiber der Tagungsstätte

In den vergangenen 40 Jahren hat die Landeskirche das Gebäude dem ejw kostenfrei zur Verfügung stellt. Das Jugendwerk ist für den laufenden Betrieb verantwortlich. Die Tagungsstätte wird von ihm bisher als sogenanntes Profitcenter geführt, d. h. sie wird unabhängig vom Haushalt des ejw betrieben und ist für ihr Ergebnis selbstständig verantwortlich. Durch ein konsequent wirtschaftliches Handeln in enger Verbindung mit den inhaltlichen Anforderungen des ejw konnten in den letzten Jahren operativ positive
Ergebnisse erzielt werden. Leider wurde in den vergangenen Jahren in den anderen, der Landeskirche gehörenden Tagungsstätten Verluste erwirtschaftet. Zur Minimierung dieser Defizite denkt die Landeskirche gerade intensiv über ein "Zentrales‐Tagungsstätten‐Management" nach. Dabei sollen künftig die vier Tagungshäuser in Bad Boll, Bad Urach, Birkach und der Bernhäuser Forst zentral im Oberkirchenrat verwaltet und gemanagt werden. Das ejw würde trotz erfolgreicher Arbeit bis heute die Verantwortung für das Haus an den Oberkirchenrat abgeben müssen, und dieser wäre künftig für alle wirtschaftlichen Entscheidungen zuständig. Ein Mitspracherecht bei Belegung und Ausgestaltung würde beim ejw verbleiben.

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Ob dies im Blick auf den Bernhäuser Forst zu besseren Ergebnissen führen würde, stellt Marcus Witzke, der Geschäftsführer des ejw, in Frage.

Ein intensiver Diskussionsprozess um die beste Lösung für alle Häuser der Landeskirche wird gerade geführt. Die Sommer‐Synode 2010 wird vermutlich darüber entscheiden, wie es künftig weitergehen wird.

 

Das ejw - ein Eckpfeiler der sozialen Infrastruktur


Das Evangelische Jugendwerk in Württemberg ist ein großer Anbieter von außerschulischen Bildungsmaßnahmen. Rund 400.000 jungen Menschen nehmen nach einer unabhängigen statistischen Erhebung über das Jahr verteilt an Bildungsmaßnahmen, Kinderbibelwochen‐ und Tagen, Jugendgottesdiensten und Veranstaltungen wie Jungschartagen oder Sportturnieren teil. Im ejw engagieren sich 42.500 Ehrenamtliche und über 300 hauptberufliche Jugendreferentinnen und Jugendreferenten in Gruppen, bei Veranstaltungen, Aktionen und Freizeiten in 51 Bezirksjugendwerken und der Landesstelle des ejw in Stuttgart. Das ejw ist selbständig im Auftrag der Evangelischen Landeskirche in Württemberg für die Evangelische Jugendarbeit in Württemberg zuständig. Es umfasst die Jugendarbeit in 1.414 Kirchengemeinden, sowie die Christlichen Vereine Junger Menschen (CVJM) und den Verband christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP).


Bildung und Verkündigung gehören zusammen


„Die Kinder und Jugendarbeit spielt bei Erwachsenen eine wichtige, sehr oft sogar eine den ganzen Lebenslauf prägende Rolle. In der Biografie einzelner wird die prägende Kraft der Kinder‐ und Jugendarbeit sichtbar. Diese Prägung verläuft als Bildungsprozess. Damit erweitert evangelische Jugendarbeit den an der Schule vorherrschenden Bildungsbegriff. In der evangelischen Jugendarbeit geht es um eine Alltagsbildung, um "erfahrungsbasierte Lernprozesse" stellt Jürgen Kehrberger, der Fachliche Leiter des ejw fest. Die Leitlinie für die evangelische Jugendbildungsarbeit sei das Bekenntnis der Christen zum dreieinigen Gott. Gott ist Schöpfer und der von Gott erschaffene Mensch sei sein Ebenbild. Daraus ergebe sich für den Menschen der Auftrag und die Verantwortung, als Teil der Schöpfung handelnd und bewahrend tätig zu sein. „Wo immer Glaube weitergegeben und gestaltet wird, sind Bildungsprozesse im Spiel. Deshalb gehören Bildung und Verkündigung zusammen."

Beim Bildungsauftrag des ejw gehe es nicht um die ausschließliche Vermittlung von Faktenwissen. Die Bildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stelle ein umfassendes Orientierungswissen bereit. Diese Bildung befähige dazu, das Wissen schöpferisch und kritisch anzuwenden. „Bildungsprozesse im Rahmen der Evangelischen Jugendarbeit intendieren eine ganzheitliche Persönlichkeitsbildung, einen lebenslangen Prozess der Erneuerung, der Grundausrichtung des Lebens", so Kehrberger bei dem Pressegespräch.

Aktuelle Bilder zum Bau‐ und Betreiberprozess

befo.ejw-blog.de

 

Infos zum Evangelischen Jugendwerk in Württemberg
www.ejwue.de


Bildungsangebote des ejw
www.ejw-bildung.de

Ansprechpartner für die Presse Bernhäuser Forst

Eberhard Fuhr
Evangelisches Jugendwerk in Württemberg - ejw Agentur‐
Haeberlinstraße 1‐3
70563 Stuttgart
Telefon 0711/9781‐231
Telefax 0711/9781‐30
E‐Mail: eberhard.fuhr@ejwue.de

Webcode 2010ejw0420

 

Ich bin dabei!

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Rolf Lehmann

Bürgermeister a. D. / Ministerialdirektor i. R.

"Die evangelische Jugendarbeit und der weltweite CVJM befähigen Menschen zu verantwortungsvollem Engagement durch Bibel und Bildung. Deshalb steht diese Jugendarbeit am Anfang aller notwendigen Veränderungen, die ein wenig Reich Gottes und Licht aus der ewigen Welt in diese dunkle und kalte Welt herein leuchten lassen."

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