17.07.2014 - Autor: Oliver Hoesch, Sprecher der Landeskirche

Großer Bahnhof für einen „Bischof zum Anfassen“

Foto: Evangelische Landeskirche in Württemberg

Empfang und Gottesdienst zum 60. Geburtstag von Landesbischof Frank Otfried July

Mit zahlreichen Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft hat der württembergische evangelische Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July am heutigen Donnerstag vor und in der Stuttgarter Leonhardskirche seinen 60. Geburtstag gefeiert. Zu den kirchlichen Gratulanten gehörten unter anderem die Bischofskollegin und -kollegen Ilse Junkermann (Mitteldeutschland), Joachim Cornelius-Bundschuh (Baden), Heinrich Bedford-Strohm (Bayern) und Martin Hein (Kurhessen-Waldeck). Von politischer Seite gratulierten neben anderen Landtagspräsident Guido Wolf, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, EU-Kommissar Günther Oettinger, der Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn, der Präsident des Staatsgerichtshofes Baden-Württemberg Eberhard Stilz sowie zahlreiche Abgeordnete aus Bundestag und Landtag.
 
Dr. Michael Bünker, Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich und Studienfreund von Frank Otfried July, predigte über Julys Konfirmationsspruch aus Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Bünker wies den „jugendlichen 60er“ darauf hin, dass Jesus Christus von Selbstrechtfertigung, Selbsttribunalisierung und Selbstverurteilung befreie und gewiss mache, „dass nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes. In ihm leben wir als die Geschwisterlichen mitten in einer Welt wachsender Ungleichheit. In ihm, in Jesus Christus, wurzeln wir fest in der Erde, recken wir uns hoch nach dem Himmel, in ihm grünen und blühen wir“. Den Gottesdienst leitete die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz. Musikalisch gestaltet wurde er von der Vesperkirchenband „Rahmenlos und Frei“ und von Landeskirchenmusikdirektor Bernhard Reich an der Orgel.
 
In seinem Grußwort würdigte Landtagspräsident Guido Wolf Landesbischof July als jemanden, der das evangelische Kirchenverständnis bisweilen auch als politische Stimme in das öffentliche Leben einbringe. July vermittle, dass es eine wertvolle Bereicherung sei, konsequent zu bedenken, wie sich das christliche Menschenbild in unserer Wirklichkeit spiegeln sollte.
 
Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobte Julys Vermittlungskünste: „Mit seiner offenen und ausgleichenden Art schafft es Landesbischof Frank Otfried July nicht nur, die unterschiedlichen Prägungen und Traditionen innerhalb der württembergischen Landeskirche zu vereinen. Von konstruktiver und toleranter Offenheit ist auch seine Haltung gegenüber den anderen christlichen Kirchen, den anderen Religionen und auch der Politik geprägt“, so Ministerpräsident Kretschmann. „Ich wünsche Landesbischof July alles Gute und Gottes Segen für sein neues Lebensjahr und das bevorstehende Lebensjahrzehnt. Uns allen wünsche ich, dass wir auch weiterhin von seinen sozialen Impulsen, seinen theologischen Gedanken und seiner offenen und herzlichen Art profitieren dürfen.“
 
Bischof Dr. Gebhard Fürst (Diözese Rottenburg-Stuttgart) betonte das gemeinsame Stück Lebensweg im Bischofsamt in Württemberg und die in Jesus Christus begründete Heilshoffnung, die July ausstrahle und aus der er wirke – „auch in der Zeit des Wandels, die für unsere beiden großen Kirchen eine herausfordernde, ja missionarische Zeit bedeutet.“
 
Die Präsidentin der Württembergischen Evangelischen Landessynode, Inge Schneider, nannte July einen „Bischof zum Anfassen“, der seine Gemeinden besuche und für sie ein offenes Ohr habe, „der ausgleichend wirkt, aber auch deutliche Worte redet, wenn es nötig ist, der aus der Diakonie kommt und stets für sie eintritt.“ Sie dankte für die vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen Landesbischof und Landessynode.
 
Margit Rupp, Direktorin des Oberkirchenrats, beschrieb July als „jemanden, den Menschen in persönlichen Begegnungen als einen kontaktfreudigen Landesbischof mit weitem Herzen erleben und dessen Reden und Handeln aus der Mitte Jesus Christus heraus geschieht“.
 
In Vertretung des Ratsvorsitzenden und für den Rat der EKD gratulierte der badische Altlandesbischof Dr. Ulrich Fischer und per Videobotschaft der Präsident des Lutherischen Weltbundes, Bischof Munib Younan aus Jerusalem.
 
Überrascht wurde der Landesbischof mit einer 270 Seiten starken Festschrift zu seinem Geburtstag. 18 Persönlichkeiten aus Politik, Kirche und Gesellschaft haben unter dem Titel „Wege der Weisheit – Perspektiven kirchenleitenden Handelns und gesellschaftlicher Verantwortung“ Beiträge verfasst, darunter Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Ministerpräsident Winfried Kretschmann, SWR-Intendant Peter Boudgoust, Unternehmerin Nicola Leibinger-Kammüller, der ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber, der ehemalige IG-Metall-Chef Berthold Huber sowie Erhard Eppler.
 
Der Jubilar, der auch als „streitbarer Versöhner“ gilt, dankte für die guten Wünsche und freut sich auf das neue Lebensjahrzehnt, das er „als junger Senior“ angehe und in dem er noch viel vorhabe. Statt Geschenken bat July, dem die weltweite Flüchtlingsproblematik nicht zuletzt in seiner Eigenschaft als Vizepräsident des Lutherischen Weltbundes (LWB) ein großes Anliegen ist, um Spenden für ein Projekt des LWB, das südsudanesische Flüchtlinge im afrikanischen Uganda unterstützt.

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