24.07.2009

Großer Brückenbauer verabschiedet

Diakoniechef Oberkirchenrat Helmut Beck geht in den Ruhestand

Stuttgart. Das Land weiß in der Diakonie einen starken Partner an seiner Seite, sagte Staatssekretär Dieter Hillebrand, MdL, beim heutigen Festakt zur Verabschiedung von Oberkirchenrat Helmut Beck, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks Württemberg. Der Vertreter des baden-württembergischen Sozialministeriums dankte Beck, der nach über fünfjähriger Amtszeit in den Ruhestand geht, für die "großen Fußspuren", die er hinterlassen habe. "Es braucht mehr als florierende Aktienkurse - wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung bedingen einander", betonte Hillebrand im Blick auf die Arbeit der Diakonie.

Landesbischof Frank Otfried July nannte Oberkirchenrat Beck einen "großen Brückenbauer zwischen Kirche und Diakonie". Er habe stets die Diakonie als integralen Bestandteil kirchlicher Verkündigung und kirchlichen Lebens gesehen. Als Mitglied der Kirchenleitung habe er der württembergischen Landeskirche wichtige Impulse, etwa zu den Themen Bildung und Armut, gegeben. Minister a. D. Frieder Birzele, Vorsitzender des Präsidiums des Diakonischen Werks Württemberg, nannte als einen der Verdienste Becks die Organisation der Diakonie auf Landkreisebene als Antwort auf die Verwaltungsstrukturreform des Landes.

Das diakonische Profil zu stärken sowie die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, war Helmut Beck neben der Wirtschaftlichkeit und der Fachlichkeit der diakonischen Einrichtungen ein besonderes Anliegen. Bildung ist für den Theologen ein Schlüsselbegriff für Teilhabe. Beck hat sich für ein integratives Bildungssystem und längeres gemeinsames Lernen stark gemacht. "Ich freue mich, dass wir durch unsere Positionen gerade in der Bildungspolitik teilweise heftige Diskussionen ausgelöst haben und das eine oder andere bewirken konnten", sagt er. Gleichwohl werde die Stimme der Diakonie in der Politik zu wenig gehört und das Know-how in sozialen Fragen zu wenig abgerufen. "Es darf nicht so viele Verlierer geben.", sagt er im Blick auf benachteiligte Menschen. Enttäuscht hat ihn die Ablehnung der Landesregierung, einen Armutsbericht zu erstellen. "Es ist schwierig, in unserem Land das Armutsthema öffentlich zu machen", stellt Helmut Beck fest. Auf seine Initiative geht der Fonds Diakonie gegen Armut zurück, der Menschen in einer akuten finanziellen Notlage unbürokratisch unterstützt.

25 Jahre Arbeit als Gemeindepfarrer und insgesamt 13 Jahre Tätigkeit in der Diakonie, davon acht Jahre als Vorstandsvorsitzender der Samariterstiftung mit Sitz in Nürtingen, haben ihn geprägt. Sein Bestreben: die enge Verbindung von Diakonie und Kirche vor Ort sowie die gemeindenahe Betreuung pflegebedürftiger und behinderter Menschen. "In profilierter diakonischer Arbeit steckt großes missionarisches Potenzial für die Kirche", ist er überzeugt. Diakonisches Handeln erreiche alle gesellschaftlichen Milieus, während die Kirche am ehesten die bürgerliche Mitte anspreche.

Auch innerdiakonische Konflikte haben in Becks Amtszeit eine Rolle gespielt, etwa der längste Tarifstreit in der württembergischen Diakonie. "Das war zäh, mühsam und langwierig", resümiert er. Er bezweifelt, dass der Dritte Weg, also die Einigung zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite in paritätischer Besetzung ohne gewerkschaftliche Unterstützung, langfristig eine Zukunft hat. Die sachliche Auseinandersetzung ist Beck wichtig. Ein gutes Zusammenwirken erhofft er sich auch von der gemeinnützigen Diakonie Baden-Württemberg Gmbh, die er mit auf den Weg gebracht hat und mit der ab Januar die Diakonischen Werke Baden und Württemberg mit einer Stimme nach außen sprechen werden.

Becks Nachfolger, der Esslinger Dekan Dieter Kaufmann, beginnt seinen Dienst am 1. Oktober.

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Werner Baur

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