17.08.2012 - Autor: 

Jede fünfte Schule kooperiert mit evangelischer Jugendarbeit

Erhebung in den Kirchenbezirken zeigt die große Vielfalt schulbezogener Jugendarbeit

Erstmals liegt ein Überblick über die Kooperation von evangelischer Jugendarbeit und Schule in Württemberg vor. Die Schülerinnen- und Schülerarbeit im ejw hat die Rückmeldungen aus den Kirchenbezirken ausgewertet. Dort wurden bei "Runden Tischen" die aktuellen Kooperationen aufgelistet und weitere Kooperationschancen sondiert.

Vom Ergebnis zeigt sich Landesschülerpfarrer Wolfgang Ilg positiv überrascht: "Fast jede fünfte Schule kooperiert mit der evangelischen Jugendarbeit" fasst er die Daten zusammen.

Träger der Schulkooperationen sind ungefähr zur Hälfte die Bezirks- und Stadtjugendwerke. 25% der Kooperationen entfallen auf Kirchengemeinden bzw. die örtliche Jugendarbeit, 10% auf CVJMs und 15% auf sonstige Träger.

Die Auswertung der insgesamt 970 aufgelisteten Einzelkooperationen zeigt:

Insgesamt wurden 511 allgemeinbildende Schulen (sowie 8 berufliche Schulen) genannt, mit denen eine Kooperation stattfindet.

Als besonders kooperationsfreudig erweisen sich die Realschulen: Fast jede zweite Realschule (46%) kooperiert mit der evangelischen Jugendarbeit. Hier spielt insbesondere das TOP SE (Themenorientiertes Projekt Soziales Engagement) eine wichtige Rolle, das im Bildungsplan vorgesehen ist und sich sehr gut für die Kooperation mit der Jugendarbeit eignet. Unter den Gymnasien kooperiert jedes Dritte (33%) mit der evangelischen Jugendarbeit. Besonders häufig setzt man dort auf das Schülermentorenprogramm „Soziale Verantwortung lernen“. An den Haupt- und Werkrealschulen (Kooperationsquote 21%) sowie an den Grundschulen (10%) ist die evangelische Jugendarbeit vor allem im Bereich der Nachmittagsbetreuung gefragt. Auch 12% der Sonderschulen haben Kooperationen mit der evangelischen Jugendarbeit – hier werden die Konzepte oftmals sehr individuell vor Ort erstellt.


Insgesamt bietet die evangelische Jugendarbeit mittlerweile eine Vielfalt gängiger Kooperationsmöglichkeiten. Am häufigsten genannt (113 Kooperationen) wurden Angebote im Rahmen der Nachmittagsbetreuung, zumeist in Ganztagsschulen, zum Beispiel durch Arbeitsgemeinschaften. Auf Platz zwei der Kooperationsformen folgen Praktika in der Jugendarbeit (102 Kooperationen), oftmals in Verbindung mit TOP SE. Sehr häufig (92 Nennungen) werden auch Kooperationen bei Einzelveranstaltungen durchgeführt, z.B. bei Schulfesten. 83 Projekte nutzen das Schülermentorenprogramm „Soziale Verantwortung lernen“. Weitere Kooperationsformen umfassen unter anderem die Mitgestaltung von Schulgottesdiensten, Verbindungen zum Religionsunterricht, Gewaltpräventionsprojekte oder das Schülermittagessen. Dem Jugendbegleiterprogramm kommt mit 44 Nennungen eine weniger starke Bedeutung zu. Manche Kooperationsmöglichkeiten werden vor Ort bislang auch kaum wahrgenommen. So nennen die Kirchenbezirke insgesamt nur 26 Kooperationen mit Schülerbibelkreisen, obwohl ca. 180 bis 200 solcher SBKs von der Landesstelle der Schülerinnen- und Schülerarbeit begleitet werden

Da die Erfassung lediglich die existierenden Kooperationen abfragte, können auf dieser Datengrundlage keine Aussagen über inhaltliche Voraussetzungen oder Trends gemacht werden. Viele Bezirksjugendwerke ergänzten die Listen jedoch mit einem Eindruck zur Kooperation von Jugendarbeit und Schule in ihrem Bereich. Daraus wird u.a. deutlich, dass die schulbezogene Jugendarbeit als ein Wachstumsfeld der Jugendarbeit gesehen wird. Es gibt auch in der schulbezogenen Arbeit viel ehrenamtliches Engagement. Um eine verlässliche Kooperation zu gewährleisten, werden jedoch hauptamtliche Stellenanteile für die Koordination und den Kontakt zu den Schulen benötigt. Da diese nicht einfach aus der bestehenden außerschulischen Arbeit abgezogen werden können oder sollen, hängt die weitere Entwicklung der schulbezogenen Jugendarbeit vielerorts vor allem davon ab, welche Ressourcen zukünftig für dieses Feld zur Verfügung gestellt werden.


Die Ergebnisse der Auswertung stehen in einer Kurzfassung und einer Langfassung sowie als Powerpoint-Foliensatz zum Download bereit:

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Christoph Zehendner

Journalist & Theologe

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