06.10.2020 - Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

Junge Erwachsene ins Zentrum rücken

Fotos: Eberhard Fuhr (EJW)

Wolfgang Ilg erläutert beim EJW-Förderverein die „Freiburger Studie“

Bei der Mitgliederversammlung des EJW-Fördervereins am Sonntag, den 20. September 2020 im Tagungszentrum „Bernhäuser Forst“ stellte Dr. Wolfgang Ilg, Professor an der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg, prägnant, anschaulich und sehr persönlich die Freiburger Studie zur Kirchenmitgliedschaft vor, die im Frühsommer 2019 veröffentlicht wurde. Danach wird sich die Zahl der Kirchenmitglieder in den nächsten 40 Jahren halbieren. Hintergrund seien die demografische Entwicklung, aber auch kirchenspezifische Faktoren wir Taufen, Austritte und Eintritte. Diese seien jedoch deutlich schwerer vorherzusagen. Den Verantwortlichen in der Evangelischen Kirche und Jugendarbeit empfahl Ilg zu prüfen, wo Aufbrüche möglich und sichtbar sind. Dabei spiele die eigene Haltung eine wesentliche Rolle. Die Kirche müsse den Kirchenmitgliedern am Herzen liegen. „Neben unserer kritischen Begleitung hat die Kirche auch ein paar Liebeserklärungen verdient“, sagte er vor rund 50 Mitgliedern, coronabedingt weniger als im letzten Jahr. Die Jugendarbeit sei gefordert, in der Ökumene, in der Beziehung zu anderen Religionen und im Gespräch mit „Konfessionslosen“ eine „Dreisprachigkeit“ zu lernen. Das EJW setze dabei mit dem Arbeitsbereich „Vielfaltskultur“ schon jetzt einen wichtigen Impuls. In der Freiburger Studie werde auch deutlich, dass die Austrittswahrscheinlichkeit bei 15 bis 28-Jährigen massiv ansteige. Deshalb rücke neben der Konfi-Arbeit die Arbeit mit Jungen Erwachsenen ins Zentrum kirchlicher Arbeit. „Das EJW spielt in dieser Diskussion eine Schlüsselrolle für die kirchenpolitische Entwicklung“, so Ilg. „Hier sind gute Ideen gefragt“. Ein Aufbrechen gelinge aber nur, wenn bisherige Formen in Frage gestellt werden und Ältere die Wandlungen nicht verhindern. „Jugendarbeit muss sich wandeln dürfen“, sagte Ilg. Selbst Mitglied im EJW-Förderverein freut er sich sehr, dass dieser aktive Unterstützerkreis des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg immer wieder innovative Projekte wie aktuell die Initiative „Gemeindegründungen mit Jungen Erwachsenen“ ein Jahr lang fördert.

Prof. Dr. Wolfgang Ilg von der Evangelische Hoschule Ludwigsburg bei der Mitgliederversammlung des EJW-Fördervereins am 20. September 2020 im Tagungszentrum Bernhäuser Forst (Foto: Eberhard Fuhr - EJW)


Freizeithäuser vor großen Herausforderungen

Im Bericht von Jürgen Kehrberger, Vorsitzender des EJW-Fördervereins, wurde deutlich, dass neben der Anschubfinanzierung neuer Projekte in der Jugendarbeit auch die Freizeithäuser des Fördervereins eine große Rolle spielen. In allen Häusern habe es in den letzten Monaten Kurzarbeit gegeben, der Betrieb laufe erst jetzt wieder langsam an. Durch die Cornona-Pandemie gebe es in allen Häusern hohe Verluste. Schwierig sei auch, dass derzeit völlig offen ist, ab wann wieder mit der Durchführung von Schullandheimen gerechnet werden könne. Ob und wenn ja wann es zum Ausbau des Sport- und Freizeitheims Kapf bei Egenhausen im Schwarzwald komme, sei weiter offen. Der Bauerhalt im Bestand sei jedoch immer noch eine Option. Im Haus „Senfkorn“ in Metzingen wurden mit starker Unterstützung Ehrenamtlicher die Baumaßnahmen abgeschlossen und im Bergheim Unterjoch wurde von der sogenannten „Rentnergang“ ein Raum der Stille eingerichtet. Friedemann Berner, Geschäftsführer des EJW, stellte den Rechnungsabschluss 2019, sowie den Haushaltplan 2021 vor. Beide wurden einstimmig verabschiedet. Er berichtete von einem erfreulichen Mitgliederzuwachs. Aktuell hat der Förderverein 340 Mitglieder. Auch bei den Spenden gebe es eine positive Entwicklung. Im letzten Jahr konnte der Förderverein das EJW mit mehr als 130.000 € unterstützen.

Neuer Vorstand gewählt

Turnusgemäß wählten die Mitglieder des EJW-Fördervereins einen neuen Vorstand. Gewählt wurden Ulrich Baumann (Filderstadt), Dieter Hödl (Stuttgart), Jürgen Kehrberger (Stuttgart) und Barbara Maier (Freudental). Von Seiten des EJW sind weiter Friedemann Berner (Geschäftsführer des EJW, Rutesheim), Tina Dautel (Walheim), Andreas Lämmle (Vorsitzender des EJW, Altensteig) und Timm Ruckaberle (Kirchberg) in den Vorstand entsandt.

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