09.10.2009 - Autor: rr

Junge Gemeinde - Experiment oder Zukunftsmodell (ejw)

Studientag für hauptamtliche Jugendreferentinnen und Jugendreferenten im Bernhäuser Forst.

Der Studientag des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg (ejw) am 7. Oktober griff die derzeit geführte Diskussion um Junge Gemeinden auf. Angesichts der Gemeindebezogenheit des Themas lud das ejw die Bezirksjugend- pfarrerinnen und -pfarrer mit ein.

Den Eröffnungsvortrag hielt der Tübinger Neutestamentler Prof. Dr. Hans-Joachim Eckstein: „Gemeinde und Kirche im Neuen Testament. Biblisch-theologische Grundlagen und die Konsequenzen."
Eckstein betonte die Vorläufigkeit jeder Form von Kirche. Sie sei nicht von Menschen geleistete Vorarbeit für das Reich Gottes, die am Jüngsten Tag vollendet werde, sondern sie verweise in ihrer Vorläufigkeit lediglich auf das Reich Gottes. Wenn Gemeinden eine bewußte auf Christus bezogene Identität als Kern haben, müssten sie nicht durch Definition Grenzen nach Außen ziehen. Gerade eine solche bewußte Identität lasse Flexibilität in Formen und Strukturdiskussionen zu, und der Bezug auf Christus solle gerade nicht abgeblendet werden, um dadurch scheinbar einladender nach Außen zu wirken.

Eckstein wies darauf hin, dass nach neutestamentlichem Verständnis schon die Versammlung von „zwei oder drei" in Christi Namen eine vollgültige Gemeinde ist, die nicht weniger Kirche ist als eine Parochialgemeinde oder eine Landeskirche.

„Die Einheit der Kirche ist nicht in ihrer hierarchischen Struktur, ihrer institutionellen Verankerung oder in der Gleichförmigkeit ihrer Gemeindeformen begründet, sondern in dem einheitlichen Bezug auf ihren einen Herrn, den für sie gestorbenen und auferstandenen Jesus Christus..."

„Die Vielfältigkeit der Gemeindeformen, Gemeinden und Kirchen, aber auch die Verschiedenheit der in ihr angesprochenen Gruppierungen und Gesellschaftsschichten ist nicht ein Phänomen des Verfalls, sondern eine Begleiterscheinung der Kirche von ihren Anfängen an." Die Zeit der Kirche „läuft nicht ab, sondern an!"

In Workshops wurden verschiedene Jugendgemeinden vorgestellt, die auf Gemeinde-,  Distrikts- oder Bezirksebene arbeiten. Auch das Stuttgarter Jugendkirchenfestival mit seinem experimentellen-kreativen Ansatz und das Nürtinger [froi]zeit-Angebot, das geistliches Angebot für über Sechzehnjährige mit Tischgemeinschaft (bring´n´share) verbindet, waren Themen.

Am Nachmittag wurden die von Pfarrer Gottfried Heinzmann, Leiter des ejw, und Landesjugendpfarrer Bernd Wildermuth verfassten „10 Thesen für die konsequente Ermöglichung von Jugendgemeinden in der Landeskirche", die sie im Sommer veröffentlicht hatten und die seitdem in Bezirks- und Ortsgemeinden diskutiert werden, erneut vorgestellt und in einem „World Café" vertieft diskutiert. 

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 angeregte Gespräche, intensives Nachdenken  Jürgen Kehrberger, Fachlicher Leiter des ejw
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rechts:  Martin Burger, ejw  Aleko Vangelis, ejw,  im Gespräch

Der Studientag machte deutlich, dass die Einschätzung dieser kirchlichen Entwicklung weiterhin sehr unterschiedlich ist. Manche sehen darin Hoffnung auf eine kirchliche Heimat für Jugendliche, andere sehen die Einheit der Kirche bedroht.


Die grundlegende Frage wird auch nach dem Studientag die Kirche weiter beschäftigen: Finden junge Menschen, die jenseits der Agende Gottesdienst feiern und sich jenseits einer parochial verfassten Kirchengemeinde als Gemeinde versammeln, einen Platz in der Kirche?
Jens Scheilke-Hekermans

www.junge-gemeinden.de

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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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