31.07.2018 - Eberhard Fuhr (Pressesprecher des EJW)

Jungenlager wieder bestens vorbereitet

Foto Eberhard Fuhr (EJW)

Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besucht Zeltlager in Zaberfeld

Unter dem Motto „Der Landtag macht Freizeit“ hat der Landesjugendring Baden-Württemberg die Landespolitiker eingeladen auch in diesem Sommer Hausfreizeiten, Zeltlager und Stadtranderholungen der Jugendverbände zu besuchen. Sie können sich so direkt über die wertvolle Freizeitarbeit der Jugendorganisationen informieren und mit den jungen Mitarbeitern ins Gespräch kommen. In diesem Jahr beteiligen sich 31 Minister und Landtagsabgeordnete an der Aktion. Sie besuchen Freizeiten beispielsweise auf der Schwäbische Alb, in Oberschwaben und am Bodensee, in Hohenlohe, dem Mittlerer Neckarraum, im Schwarzwald und in Südbaden.

Beim Besuch des Zeltlagers des Evangelischen Jugendwerks Bezirk Brackenheim im Evangelischen Freizeitheim Zaberfeld (Landkreis Heilbronn) zeigte sich Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch beeindruckt von der hohen Qualität der Sommerfreizeit für 65 Jungen zwischen 9 und 12 Jahren. „Gut vorbereitet und gut organisiert, das finde ich klasse“, sagte sie beim Rundgang mit den beiden jungen Freizeitleitern Andreas Schäfer und Dennis Fuchs. Die beiden Ehrenamtlichen haben für diese Freizeit extra Urlaub genommen und sich zusammen mit den 24 Mitarbeitern gründlich auf dieses traditionelle Zeltlager vorbereitet. Sie berichteten, dass die Mitarbeiter immer jünger werden und teilweise erst 15 oder 16 Jahre alt sind. Sie selbst waren in den vergangenen Jahren schon als Mitarbeiter dabei und haben jetzt erstmals selbst die Leitung übernommen „Schwierig war es beispielsweise ein Küchenteam zu finden, weil wir auch da einen Wechsel hatten“ sagte Andreas Schäfer, der sonst als Feinwerkmechanikermeister beruflich gefordert ist.

Wertvolle Erfahrungen als Freizeitmitarbeiterin

Gurr-Hirsch kennt die Bedeutung der kirchlichen Freizeiten aus eigener Erfahrung. Sie selbst und ihre Töchter waren schon bei Freizeiten als Mitarbeiterinnen dabei. „Das sind wertvolle Erfahrungen, bei dem auch mein Organisationsvermögen geschärft wurde“ sagte sie gegenüber der Presse. Bei ihrem Besuch brachte sie auch die digitale Schnitzeljagd „MILE“ in Erinnerung, mit der Jugendliche Ess- und Genusswelt ihrer Region kennenlernen und ganz nebenbei mehr über nachhaltige Ernährung und die Herkunft der Lebensmittel erfahren können. Für das Brackenheimer Küchenteam gehört Regionalität bei den Lebensmitteln schon seit langem dazu. Sie bekommen Sie ihre Milch vom benachbarten Benzbachhof und die Backwaren von der Bäckerei Zöller in Zaberfeld.

Wenn Handys zuhause bleiben


Mobiltelefone der Teilnehmer bleiben bei den Zeltlagern übrigens zuhause. „Dies ist für die Eltern oft schwieriger als für die Kinder“ bemerkt Dennis Fuchs. „Die Kinder finden schnell interessante Unterhaltung, Gruppenspiele wie beispielsweise Wikinger Schach, den Kletterturm oder den Weinzuber mit Wasser“. So wird das Smartphone von ihnen schon nach einem Tag gar nicht mehr vermisst. An zwei Tagen geht jede Gruppe auf Wanderung in die Region, mit Übernachtung irgendwo, sowie die „Büchsenwurst“, die nicht fehlen darf. Auch die Wanderung sei für Eltern oft das größere Problem als für die Kinder. Sie trauen ihren Sprösslingen kaum zu, ohne Dusche und Bett irgendwo draußen zu übernachten. Diese Erfahrungen gehören für Andreas und Dennis jedoch zum Zeltlagerfeeling einfach dazu.

Gemeinschaft über Milieugrenzen hinweg

Bei den überwiegend ehrenamtlich betreuten Freizeiten der Jugendarbeit können Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer Herkunft zusammenkommen und Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz erleben. Für Cornelius Kuttler, den Leiter des EJW, sind Freizeiten unverzichtbar für die Jugendarbeit. „Auf Freizeiten erleben Kinder und Jugendliche, was Jugendarbeit im Kern ausmacht. Gemeinschaft ist über Milieugrenzen und kulturelle Unterschiede hinweg möglich.“ Er betonte, dass die Teilnehmenden in der Begegnung mit Betreuerinnen und Betreuern Wertschätzung und Empathie erfahren und Kinder und Jugendliche dadurch nachhaltig gestärkt und ermutigt werden.

Weitere Infos:


Interview mit Friedlinde Gurr-Hirsch
Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz


Sie besuchten das Jungenlager des EJW in Zaberfeld. Warum?

Mich interessiert ganz einfach wie die Freizeitlager heute durchgeführt werden. Ob es noch dieselben Attraktionen wie früher gibt.

Was hat Sie besonders beeindruckt?
Das Gelände und die Lagerinfrastruktur sind beeindruckend. Hier die Zaber, dort die Weinberge und der Wald, aber auch der spannende Kletterturm. Zur Abkühlung gibt es den legendären Weinzuber.

Hatten Sie als Kind oder Jugendliche selbst Kontakt zur kirchlichen Jugendarbeit?
Ja, ich selbst war in der evangelischen Jungschar und habe Kindergottesdienst gehalten.

Wie hat sie das geprägt?
Selbstverständlich hat mich das geprägt.  Als Köchin habe ich im Zeltlager Verantwortung übernommen und dies hat mir auch die Kompetenz verschafft, viele Gäste zu bewirten. Mein Organisationsvermögen wurde geschärft.

Was nehmen Sie von Ihrem Besuch mit?
Strukturiertes Miteinander geprägt von christlicher Wertschätzung und Achtung vor der Natur. Viele glückliche Kinder, die die Gemeinschaft genießen und die offene Augen für Gottes Schöpfung haben.

Was bedeutet das für Sie als Abgeordnete und Staatssekretärin?
Wenn Kinder ein solches Angebot nutzen, kommen sie positiv verändert nach Hause. Es gibt nichts Wertvolleres als in den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu investieren. Wenn man dies in der Jugend lernt, wird man als Erwachsener sich auch weiterhin dafür stark machen.

Was wünschen Sie der evangelischen Jugendarbeit?
Eine ungebrochene Nachfrage. Möge die Saat, die gelegt ist, auch in die Kirchengemeinden wirken. Diese Jungscharfreizeit ist in der Lage Bindungen zu legen, die auch im Erwachsenenalter trägt. Hoffen wir, dass es auch in Zukunft genügend junge Menschen gibt, die sich ehrenamtlich in solchen Freizeiten engagieren.

Die Fragen stellte Stephan Braun
Pressestelle Evangelische Landeskirche in Württemberg.

 

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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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