15.04.2006

Karfreitags- und Osterbotschaften von Landesbischof und Prälaten

"Den schrillen Todesmelodien dieser Welt keinen Raum geben"

Stuttgart. In seiner Osterpredigt am Sonntag in der Stuttgarter Stiftskirche erläuterte Landesbischof Frank Otfried July das Ostergeschehen: "Gott reißt einen neuen Horizont auf, der die Todeslieder dieser Welt `alt´ aussehen lässt". Christen könnten deshalb mithelfen, dass die alten Mechanismen von Gewalt, Unterdrückung, Ausgrenzung, Korruption und Unrecht nicht das letzte Wort hätten, so der Landesbischof. Dies beinhalte intensive Bemühungen um den Frieden, gerechte Entwicklungsmöglichkeiten, Verständigung im Zusammenleben der Religionen sowie den sorgsamen Umgang mit den Geschenken der Schöpfung. July: "Wer den Hymnus der Auferstehung singt, will den schrillen Todesmelodien dieser Welt keinen Raum geben."


Die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz hob in ihrer Osteransprache am Sonntagabend im Ulmer Münster hervor, die Rede von der Auferstehung der Toten halte fest: "Der Tod hat nicht das letzte Wort." Auferstehung von den Toten bedeute, dass eines Tages "aus den Bruchstücken unseres Lebens etwas Ganzes wird, ein vollkommen Neues entsteht". Allerdings führe zum Reich Gottes kein Fortschritt, sondern nur der "Abbruch dieser Geschichte mit ihrem alten Lied von Krieg und Zerstörung und Gewalt", zeigte Wulz sich überzeugt. Die Prälatin weiter: "Wenn wir darauf vertrauen, dass der Tod bezwungen ist, dann können wir von neuem über das Leben nachdenken". Dann könne eine Kultur der Barmherzigkeit um sich greifen und zugleich damit die Freude am Leben.



Der Heilbronner Prälat Paul Dieterich predigte an Karfreitag über die opferbereite Liebe Jesu Christi. In ihr habe die göttliche Lebenskraft gewirkt, "die Menschen miteinander und mit sich selbst versöhnt". Diese "Liebe überwindet auch den Abgrund, der zwischen Gott und den Menschen steht", so Dieterich. Der Gekreuzigte sei als Mittler die Brücke über diesen Abgrund. In einer Zeit, in der viele vom Kampf der Kulturen redeten, seien Menschen nötig, "die im Namen des Mittlers Jesus Brücken über Abgründe" zwischen Menschen bauten, sagte Dieterich.


In seiner Predigt am Ostersonntag stellte der Prälat dar, dass der Erfolg der tätigen Liebe oft lange Zeit nicht sichtbar sei. Aber der auferstandene Christus bewirke, "dass nichts, was aus Liebe geschehen ist, fruchtlos bleibt". Dieterich warb dafür, "gegen den Trend des Messens und Zählens eine Kultur des Vertrauens und Hoffens zu setzen".


Ulrich Mack, Prälat von Stuttgart, betonte in seiner Karfreitagspredigt in der Stuttgarter Stiftskirche, dass Christus gekommen sei, "um zu versöhnen". Mack führte aus: "Christus ist mit seinem Leiden und Sterben in den Graben getreten, der uns von Gott trennt." Durch die Kraft dieser Vergebung könnten Beziehungen heilen.


"Im Licht des auferstandenen Christus hat die Welt ein anderes Gesicht", sagte Mack in seiner Predigt am Ostersonntag "Nicht Tod und Verderben werden das Letzte sein, sondern Christus wird zuletzt sein und wir bei ihm", hob Mack hervor. Von daher könne einer "egoistisch resignativen Jammermentalität" in Land und Kirche etwas entgegengesetzt werden.



Dass Gott unsere Opfer nicht brauche, davon zeigte sich der Prälat von Reutlingen, Claus Maier, in der dortigen Marienkirche an Karfreitag überzeugt. "Jesus Christus hat sich zum Opfer gemacht, damit wir aufhören, Gott unsere Opfer zu bringen und seien sie noch so fromm und gut gemeint", sagte Maier. Stattdessen sei für die menschlichen Opfer unserer Tage einzutreten. Maier bezeichnete als Opfer unter anderem Jugendliche, die keinen Arbeitsplatz fänden, und ältere Menschen, "die sich in unserer Leistungsgesellschaft nicht mehr behaupten können".




Stefan Wittig


mehr Infos zur Ostern und zur Auferstehung

von Jesus Christus auf

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