06.12.2010 - Autor: Eberhard Fuhr

Kindergruppen als Basis – Neue Projekte zur Stärkung milieuübergreifender Arbeit

Zwei neue Mitarbeitende in der Landesstelle des ejw eingeführt

links: Steffen Kaupp, rechts: Antje Metzger (Fotos: Eberhard Fuhr, ejw)

Mit einem adventlichen Gottesdienst sind am vergangenen Freitag Antje Metzger und Steffen Kaupp in ihre neuen Aufgaben innerhalb des ejw eingesetzt worden. Die Jugendreferentin Antje Metzger, die ursprünglich eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert hat, ist seit September im ejw-Arbeitsbereich „Arbeit mit Kindern“ und bei Kinderbibelwochen verantwortlich für die Erstellung von Arbeitshilfen, die Redaktion des Jungscharleiters, die Durchführung von Seminaren und für die Weiterentwicklung dieses Arbeitsbereichs. Pfarrer Steffen Kaupp, begeisterter Blues-Musiker, wurde auf eine neue Sonderpfarrstelle im ejw ernannt. Seine Schwerpunkte sind die beiden Projekte „Lust auf andere“ und „Alternative Gottesdienste“. Kaupp war zuvor geschäftsführender Pfarrer an der Evangelischen Stadtkirche in Schorndorf.

In ihrer zwei geteilten Predigt zu Matthäus 21, 1-11 (Jesus zieht in Jerusalem ein) sagte Antje Metzger, dass Advent eine unruhige Zeit sein sollte. „Wir warten auf die Ankunft von Jesus. Das ist aufregend, ein Stück beunruhigend, aufwühlend, spannend.“ Doch sie fragte auch, ob wir wirklich darauf warten und welche Gedanken dies bei uns auslösen würde. „Jesus ist vom Kopf her fassbar, aber berührt er auch dein Herz?“

Steffen Kaupp stellte im zweiten Teil der Predigt fest, dass Jesus bei seinem Projekt Rettung der Welt" offenbar „Mut zum Trödeln und Unterbrechen hat.“ Er sei nicht sofort und direkt mit einem Luftsprung nach Jerusalem eingezogen, sondern habe zuerst noch einen Esel suchen lassen - womit, nach Matthäus, ein Erfüllungsgeschehen möglich wurde. Kaupp berichtete, dass ihm in den letzten Jahren Unterbrechungen als „Wegefenster“ wichtig geworden wären. Er wisse zwar nicht, ob trödeln „trendy“ und in der Kirche mehrheitsfähig sei, wo doch alles stimmig reflektiert und direkt zielführend sein müsse. Aber die schnell begeisterte Menge komme ohnehin in dieser Geschichte nicht gut weg. Dem Text nach seien Umwege oder andere „Eseleien“ den Projekten nicht abträglich, sie erdeten den Glauben und wären für die „Erfüllung“ von Aufgaben immer auch heilsam. „Wir brauchen die nicht gesuchten Umwege. Die Unkonventionellen und schrägen Vögel könnten zu Botschaftern und Wegbegleitern werden. Dort wo das Leben nicht glatt läuft und das Sperrige akzeptiert wird, weitet sich das Herz,“ so Kaupp.

In einem Grußwort wies Harald Alber, Vorsitzender des ejw, auf die Bedeutung der Gruppenarbeit in der evangelischen Jugendarbeit hin. „Kindergruppen sind die zentrale Basis. Das Geheimnis einer lebendigen Gemeindearbeit sind vor allem diese aktiven Gruppen“. Er berichtete auch, dass ihm im Geschäftsleben immer wieder Geschäftspartner von ihren wertvollen Erlebnissen und Erfahrungen in der Jugendarbeit erzählten, „auch wenn sie zwischenzeitlich die Beziehung zur Kirche verloren haben“. Wichtig wären neben der Gruppenarbeit auch Trainingsprogramme für ehrenamtlich Mitarbeitende, die Steffen Kaupp in seinem neuen Arbeitsfeld entwickeln wird. Damit könnten ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „an die „Hecken und Zäune gehen“. Mit dem Qualifizierungsprogramm werde eine enge Kooperation von Jugend- und Konfirmandenarbeit angestrebt.

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Als Begrüßungsgeschenk erhielt Antje Metzger von ihren Fachausschuss-Mitgliedern drei Riesen-Überraschungseier, „die alles enthalten, was Du für Deine Arbeit benötigst.“

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Thai An Vu

Informatikerin & Ehrenamtliche im EJW-Weltdienst

"Zuerst habe ich gedacht, ich bin ja schon selber Migrantin und in Migrantengemeinden aktiv. Doch in Begegnungen mit Menschen aus anderen Kulturen und in anderen Ländern habe ich einen neuen Schatz entdeckt. Es macht Spaß Erfahrungen zu teilen."

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