12.07.2018 - Autor: Eberhard Fuhr (Redaktion)

Kirche erinnert an den "Erfinder" der Jahreslosung

Feierstunde zur Erinnerung an Otto Riethmüller

Mit einer Feierstunde hat die Evangelische Landeskirche in Württemberg an den Theologen und Liederdichter Otto Riethmüller (1889 - 1938) erinnert. Im Evangelischen Oberkirchenrat in Stuttgart sind seit Dienstag Exponate zum Leben und Wirken des württembergischen Pfarrers zu sehen, der als "Erfinder" der Jahreslosung gilt. Riethmüller starb am 19. November vor 80 Jahren.

Die Jahreslosungen gehen zurück auf den Kirchenkampf im Dritten Reich. Riethmüller wollte damals als Vorsitzender des evangelischen Reichsverbands weiblicher Jugend den NS-Schlagworten Bibelverse entgegenstellen. Deshalb begründete er in Absprache mir dem Dachverband Evangelischer Jungmännerbünde, einem Vorläufer des heutigen CVJM, 1930 die Tradition der Jahreslosungen. Die erste Jahreslosung 1930 war "Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht" (Römer 1,16). Ab 1934 wurden die Jahreslosungen von den evangelischen Kirchen übernommen, ab 1969 von der katholischen Kirche.

Landesbischof Frank Otfried July sagte, Riethmüller habe während der NS-Zeit als Pfarrer in der Jugendarbeit eine ganze Generation geprägt. Junge Menschen hätten gelernt, sich auch in schwieriger Zeit zu ihrem Christsein zu bekennen. Der Oberkirchenrat habe einen Raum nach Riethmüller benannt.

Der Kirchenmusiker Bernhard Leube würdigte Riethmüller als Dichter. Am bekanntesten sei sein Lied "Herr, wir gehen Hand in Hand" geworden, auch wenn dessen Kriegssprache Menschen heute nicht mehr so leicht über die Lippen gehe. Oberkirchenrat Ulrich Heckel hob Riethmüllers Beitrag für die Entwicklung der Architektur hervor. Unter ihm sei in Esslingen nach dem Ersten Weltkrieg die Südkirche entstanden, die eine Abkehr von neogotischem und neoromanischem Kirchenbau hin zum Expressionismus bedeutet habe.

Das Zeichen der Evangelische Jugend

Auch das "Kreuz auf der Weltkugel", als Zeichen der Evangelischen Jugendarbeit geht auf Otto Riethmüller zurück. Die Jugendkammer des "Bekennenden Kirche" hat 1935 unter ihrem Vorsitzenden Pfarrer Otto Riethmüller (damals Leiter des Burkhardthauses in Berlin-Dahlem) zum Bekenntniszeichen der evangelischen Jugend ausgewählt. Zu dieser Jugendkammer gehörten alle Landesjugendpfarrer, die sich der "Bekennenden Kirche" verbunden fühlten, sowie die Leiter der Jugendwerke. Für Riethmüller war das Kreuz auf der Weltkugel eng mit dem Bibelvers "In der Welt habt ihr Angst; aner seid getrost, ich habe die Welt überwunden (Johannes 16, Vers 33) verbunden.

Weitere Informationen:

Quelle:
epd südwest aktuell vom 11.07.2018
Zum Zeichen - Ein Arbeitsbuch zum Kreuz auf der Weltkugel (Landesjugendpfarramt der Evang. Landeskirche Hannover, April 2003

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